
Das Land mit den größten Ölreserven versinkt im Inflationschaos – Weil das neue Geld noch nicht da ist, werden wertlose Banknoten wieder in Umlauf gebracht.
Die Stimmung war explosiv, die Menschen in Venezuela verfügten praktisch über kein Bargeld mehr. Etwa 40 Prozent der Venezolaner verfügen nicht über ein Bankkonto.
Viele können daher keine elektronischen Überweisungen vornehmen und sind auf Bargeld angewiesen. Der aktuelle Engpass führt dazu, dass sie weder Nahrungsmittel noch Benzin, geschweige denn Weihnachtsgeschenke einkaufen können.
Wegen anschwellender Proteste und Plünderungen in mehreren Teilen des Landes hat Präsident Nicolas Maduro zunächst für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Mit dem Beschluss vom Samstagabend bleibt die tags zuvor wertlos gewordene 100 Bolivar-Banknote nun doch bis zum 2. Januar nutzbar.
Der Staat mit den weltweit größten Erdölreserven leidet unter einer Hyperinflation. Der Wegfall des meistverwendeten Geldscheins hatte zum Chaos geführt, weil die neuen 500-Bolivar-Banknoten noch nicht im Umlauf waren. Bei den Geldinstituten waren Lieferungen aus Druckereien in den USA und Großbritannien nicht rechtzeitig eingetroffen, wie es aus Bankenkreisen hieß.
In den vergangenen Tagen hatten sich deswegen lange Schlangen vor den Banken gebildet, auch Bankomaten gaben kein Bargeld mehr heraus. In mehreren Orten kam es am Samstag zu Gewaltausbrüchen. Einem Bericht der Zeitung „El Nacional“ zufolge rief der Bürgermeister der Gemeinde Sifontes im südlichen Bundesstaat Bolivar den Ausnahmezustand aus, nachdem Geschäfte geplündert worden waren.
Maduro sprach im Fernsehen von einem „internationalen Sabotageakt“. Im Ausland seien Flugzeuge, die mit den neuen Geldscheinen für Venezuela beladen gewesen seien, zum Umsteuern gezwungen worden.
Die Regierung habe aber bereits neue Lieferungen organisiert. Hunderte Venezolaner überquerten inzwischen die Grenze zu Kolumbien, obwohl die Regierung in Caracas den Grenzdurchgang geschlossen hatte.
Die Menschen durchbrachen die Absperrungen der Sicherheitskräfte, wie der Sender „Caracol Radio“ berichtete. Die venezolanische Regierung hatte die Grenzschließung mit dem Kampf gegen Schmuggler begründet.
Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Die Regierung macht keine offiziellen Angaben zur Teuerungsrate, aber Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Inflation im laufenden Jahr.

Für 2017 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) sogar eine Inflationsrate von mehr als 1.600 Prozent. Zudem leidet Venezuela seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise.
Wegen des niedrigen Ölpreises besitzt das Land kaum noch Devisen. Betriebe können deshalb fast keine Rohstoffe aus dem Ausland einkaufen. In den Supermärkten fehlt es an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.
Gerade erst wurden in Indien die beiden größten Banknoten abgeschafft, was zu Tumulten führte (Bargeldlos und überwacht: die Schlinge zieht sich enger). Jetzt steht Australien kurz vor der Abschaffung der 100 Dollar-Note.
Die Argumente sind die selben wie in der Eurozone bei der bereits de facto eingeführten Abschaffung der 500 Euro-Note.
Die böse Kriminalität muss bekämpft werden, und die Steuerhinterziehung. Auch in Australien erwähnt niemand, dass man mit der Abschaffung von Bargeld den Bürger de facto an das Banksystem fesselt und ihn von Banken und von staatlicher Geldpolitik und Geldkontrolle völlig abhängig macht.

Aber nein, es geht hier ja (offiziell) nicht um die Abschaffung von Bargeld. Genau wie Wolfgang Schäuble redet aktuell auch die australische Finanzministerin Kelly O’Dwyer davon, dass es ja nur um die Abschaffung der größten Banknote des Landes gehe.
Es geht hierbei also (selbstverständlich) nur um eine einmalige Maßnahme – ganz sicher (Satire) gibt es keine Folgeschritte für die Abschaffung der nächst kleineren 50 Dollar-Note?
Literatur:
Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung von Paul Schreyer
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Beuteland von Bruno Bandulet
Rettet unser Bargeld! von Max Otte
Video:
Quellen: PublicDomain/derstandard.at/nzz.ch/finanzmarktwelt.de am 19.12.2016
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