Beobachtungstipp: Jupiterbedeckung am Sonntagmorgen

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Am frühen Sonntagmorgen, den 15. Juli, bedeckt der Mond den Riesenplaneten Jupiter. Ein solches Ereignis ist selten: fast zwei Jahrzehnte werden bis zur nächsten in Mitteleuropa am Nachthimmel sichtbaren Jupiterbedeckung vergehen. Die Beobachtungsbedingungen aber sind recht gut – einziger Wermutstropfen: Frühes Aufstehen ist Pflicht.

Wer den Venustransit Anfang Juni verpasst hat, bekommt am Sonntagmorgen eine neue Chance auf ein seltenes Himmelsschauspiel: Eine Jupiterbedeckung ereignet sich zwar weit häufiger als ein Venusdurchlauf vor der Sonne, an Ästhetik steht er diesem aber um nichts nach. Und „häufig“ ist relativ – die nächste im deutschsprachigen Raum am Nachthimmel sichtbare Jupiterbedeckung ereignet sich erst am 20. Januar 2031. Grund genug, am Morgen des 15. Juli Teleskop und Kamera in Stellung zu bringen. Eine leicht verständliche Anleitung zur Beobachtung und zum Ablauf des Ereignisses in bewegten Bildern bietet die zweite Folge unserer AstroViews.

Reizvoller Anblick im Morgengrauen

Wichtig für eine erfolgreiche Beobachtung ist ein freier Blick zum Osthorizont. Die schmale, abnehmende Mondsichel steht dort zum Zeitpunkt der Bedeckung zwischen 10 und 15 Grad hoch am Himmel. Eingerahmt wird sie von den Sternhaufen der Plejaden – dem berühmten „Siebengestirn“ – und den Hyaden mit dem auffälligen Aldebaran, dem Leitstern des Sternbilds Stier. Dicht dabei steht außerdem die helle Venus, die sich nach ihrem Sonnendurchlauf Anfang Juni nun als Morgenstern präsentiert. Dieser Anblick alleine ist schon das Aufstehen wert – zumal die Bedeckung des Jupiter durch den Mond bereits leicht mit dem bloßen Auge verfolgt werden kann. Problematisch könnte bei der niedrigen Horizonthöhe die Luftunruhe sein.

Der Mond bewegt sich am irdischen Firmament gemeinsam mit den Planeten des Sonnensystems stets in der Nähe der Ekliptik. Das ist die gedachte Linie, entlang der sich die Sonne im Jahreslauf über den Himmel bewegt. Immer wieder kommt es daher für einen Betrachter auf der Erde zu engen Begegnungen (Konjunktionen) zwischen Mond und Planeten. Bei besonders engen Konjunktionen kann es sogar zu einer Bedeckung des Planeten durch den Mond kommen – wie am 15. Juli. Dabei wird die Bewegung des Mondes relativ zum Fixsternhimmel deutlich. Zwar nimmt er an der Drehung des Firmaments von Ost nach West teil, läuft aber relativ zu den Fissternen von West nach Ost. Die Planeten werden stets zuerst von der voranschreitenden (also nach Osten gerichteten) Seite des Mondes bedeckt und tauchen an der gegenüberliegenden (nach Westen gerichteten) Seite wieder auf.

(Foto: Der Eintritt von Jupiter und seinen Monden (von links nach rechts: Kallisto, Ganymed, Jupiter, Io, Europa) erfolgt an der Nordspitze der beleuchteten schmalen Mondsichel. Der Austritt ereignet sich am dunklen Mondrand)

Spannendes Schauspiel im Teleskop

So auch am Sonntagmorgen: Weil sich der Mond dann als schmale, abnehmende Sichel zeigt, erfolgt die Bedeckung an der beleuchteten Seite und endet an der unbeleuchteten. Im Vorteil sind Fernglas- und Teleskopbeobachter, die das Verschwinden und Wiederauftauchen des Planeten im Detail verfolgen können. Obwohl das Jupiter-scheibchen aufgrund der recht großen Erdentfernung (zur Zeit rund 850 Millionen Kilometer) nur knapp 35 Bogensekunden groß ist, dauern Ein- und Austritt jeweils etwa zwei Minuten, denn der Eintrittswinkel zum Mondrand ist recht spitz. Bereits vor der eigentlichen Jupiterbedeckung werden die beiden Monde Europa und Io, später dann auch Ganymed und Kallisto vom Mondrand „verschluckt“. Idealerweise reihen sich die Galileischen Monde zum Bedeckungszeitpunkt entlang der Äquatorlinie des Planeten wie die Perlen einer Kette auf. Auch das Verschwinden der Monde erfolgt wegen ihrer nicht vernachlässigbaren scheinbaren Ausdehnung nicht plötzlich, sondern dauert jeweils zwei bis drei Sekunden.

Als erstes wird der Mond Europa vom hellen Mondrand bedeckt, je nach Standort etwa zwischen 3:30 Uhr und 3:45 Uhr MESZ. Jupiter folgt bereits vier Minuten später. Da sich Deutschland am nördlichen Rand der Bedeckungszone befindet, dauert die Bedeckung nur etwa eine halbe Stunde – im Süden etwas mehr, im Norden weniger. Bereits zwischen 4:16 Uhr und 4:20 Uhr MESZ taucht Jupiter am gegenüberliegenden, dunklen Mondrand wieder auf. Im nördlichen Dänemark, in Schweden und im Süden Englands verläuft die Bedeckung entlang eines etwa 130 Kilometer breiten Streifens sogar streifend – eventuell lohnt sich dafür eine längere Autofahrt.

Wo beobachten?

Je weiter Richtung Nordosten man sich postiert, desto höher stehen Mond und Jupiter zum Bedeckungszeitraum am Osthimmel. Das gilt aber auch für die Sonne – das Ereignis findet jahreszeitbedingt während der Morgendämmerung statt. Im Süden und Westen Deutschlands steht die Sonne zum Bedeckungsende etwa zehn Grad unter dem Horizont, im Norden und Osten fünf Grad, im Norden Dänemarks sogar nur noch drei Grad. Klare Sicht vorausgesetzt, können Teleskopbeobachter den Schluss der Bedeckung auch hier noch sehen, für das freie Auge dürfte der Himmel bereits recht hell sein. Beobachter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz können als Zugabe noch eine Sternbedeckung verfolgen: Ab etwa 4:18 Uhr MESZ wandert der Mond über den 6 mag hellen Stern HIP 20417. In einer Linie Straßburg-Bamberg-Cottbus verläuft diese Bedeckung streifend. Interessant ist es, den Unterschied zur Bedeckung der Jupitermonde zu verfolgen: Wegen der erheblich größeren Entfernung von HIP 20417 (rund 1700 Lichtjahre) erscheint dieser punktförmig und wird praktisch augenblicklich aus- und wieder angeknipst.

Einziger Unsicherheitsfaktor ist (wie immer) das Wetter. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Mal mehr Sternfreunde Glück haben als beim Venustransit!

Quelle: Sterne und Weltraum vom 09.07.2012

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