Indien: Mehr als 40 Arbeiter sind Tritium-Strahlung in zwei nuklearen Unfällen ausgesetzt

Mehr als 40 Arbeiter sind in einem Atomkraftwerk im Norden Indiens Tritium-Strahlung, in zwei getrennten Lecks in den vergangenen fünf Wochen, ausgesetzt gewesen. Der erste Unfall am 23. Juni ereignete sich bei Wartungsarbeiten an einem Kühlkanal am Rajasthan Atomkraftwerk in Rawatbhata bei dem 38 Menschen verletzt wurden, sagte Werksleiter Vinod Kumar.

Zwei von ihnen erhielten Strahlendosen welche den jährlich zulässigen Grenzwerten entspricht, aber alle Arbeiter seien wieder zurückgekehrt.

In einem zweiten Vorfall letzten Donnerstag, am 20 Juli, waren vier weitere Arbeiter bei Wartungsarbeiten mit Tritium-Strahlung in Berührung gekommen, während sie die Reparatur an einer defekten Dichtung an einem Rohr durchführten. Indische Atomkraft- werke basieren auf russischer, japanischer, französischer und amerikanischer Technologie, entweder beratend oder durch direkte Konstruktion in Indien.

Das Land der wachsenden Wirtschaft ist derzeit stark abhängig von Kohle, Indien produziert weniger als 3% der Energie aus den bestehenden Atomkraftwerken, und die Regierung hofft, die Zahl auf 25% bis ins Jahr 2050 zu erhöhen. Doch Umwelt-Organisationen äußern Bedenken zum Sicherheitsmanagement in Indien, wo kleine Arbeitsunfälle aufgrund von Fahrlässigkeit oder schlechter Wartung an der Tages-ordnung sind und oft unterbesetzte und unterfinanzierte Aufsichtsbehörden das Bild komplettieren.

Der Direktor des Kraftwerks Rajasthan, C.P. Jamb, bestätigte den zweiten Unfall gegen- über AFP, sagte aber, die Strahlung war innerhalb der zulässigen Grenzen und stelle keine Gefahr für die Gesundheit dar. „Die Arbeiter waren Strahlung 10 bis 25 Prozent des jährlichen Grenzwertes ausgesetzt,“ sagte Jamb. „Solche kleineren Leckagen geschehen immer wieder, verursachen aber keinen Schaden.“ C.D. Rajput, Direktor der Anlage, wo das Leck passierte, bestätige auch die Strahlenbelastung „war weit unter den Grenz-werten und alle Arbeiter sind wieder im Einsatz und arbeiten normal“.

Es gab keine Erklärung, warum der erste nukleare Vorfall erst einen Monat später gemeldet wurde.

Quellen: PRAVDA-TV/hisz.rsoe.hu vom 25.07.2012

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2 comments on “Indien: Mehr als 40 Arbeiter sind Tritium-Strahlung in zwei nuklearen Unfällen ausgesetzt

  1. Wie üblich „keine Gefahr…“, na, das haben wir schon oft zu hören bekommen… ich finde es immer wieder bedenklich, dass solche unsicheren Energiequellen überhaupt eingesetzt wurden / werden… man sieht, riecht, schmeckt, hört die Gefahr nicht und geht mit der Zeit einfach sorgloser damit um… die Folgeschäden sind hinlänglich bekannt…

    Liebe Grüße
    Heike

    1. Das finde ich auch, eine äußerst perfide Methode Unheil zu stiften – es ist eine unsichtbare Gefahr die sich über Jahre und Jahrzehnte in den Organismen festsetzt…wenn man dann noch realisiert wie nicht nur in Indien, sondern auch immer noch in Fukushima gepfuscht wird, will ich gar nicht wissen, was sonst passiert ohne das etwas publik wird. Es ist völlig unverständlich warum weiter aus reiner Profitgier diese fossile Energiepolitik weiter betrieben wird?! Freie Energie ist möglich, bringt zwar keine große Rendite, dafür aber mehr Energie als wir jemals verbrauchen können und eine saubere Umwelt für unsere Kinder.

      viel Liebe

      Nikolas 🙂

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