Nachtleuchtende Wolken expandieren

In den Sommermonaten kann man immer wieder helle Wolkenschleier vor oder nach Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang beobachten, wenn schon alle anderen Wolken dunkel erscheinen. Diese Wolken werden Leuchtende Nachtwolken oder Nachtleuchtende Wolken genannt, neudeutsch auch NLC für Noctilucent Clouds, und expandieren als Naturschauspiel über den Globus.

Nachtleuchtende Wolken, leuchtende Nachtwolken oder auch NLC (noctilucent clouds) sind Wolken der Mesoshäre. Sie treten in sehr goßen Höhen von 81 – 85 km auf. „Normale“ Wolken die am Wettergeschehen beteiligt sind treten in unseren Breiten dagegen in unseren Breiten nur in Höhen bis etwa acht km auf, sind also Gebilde der Troposhäre. NLC lassen sich im Gegensatz zu troposhärischen Wolken nur während der späteren Dämmerung beobachten, denn ihre Dichte ist so extrem gering, dass sie von der Helligkeit des Tageshimmels überstrahlt werden.

In der späteren Dämmerung scheinen sie aber zu leuchten, im Gegensatz zu den tropo-sphärischen Wolken, welche sich zu dieser Zeit nur noch schwach vom dunklen Himmel abheben. Natürlich leuchten aber Nachtleuchtende Wolken nicht selbst, sondern sie werden auch nur vom Sonnenlicht angestrahlt. Dies geschieht aber aufgrund der sehr grossen Höhen auch noch sehr lange nach Sonnenuntergang wenn alle anderen Wolken schon längst im Erdschatten verschwunden sind.

Wenn es nur nach diesen Punkten ginge sollten Nachtleuchtende Wolken das ganze Jahr über nach Sonnenuntergang auftreten. Sie werden aber nur in einem Zeitraum von etwa Mitte Mai bis Mitte August beobachtet. Dies hängt damit zusammen, daß für ihre Bildung sehr tiefe Temperaturen von weniger als 140K (-133°C) erforderlich sind. Außerhalb dieses Zeitraumes ist es in der Mesospäre über uns einfach nicht mehr kalt genug um Wolken entstehen zu lassen. NLCs lassen sich auch nicht überall auf der Erde beobachten.

Sie treten aud der Nordhalbkugel nur in einem Bereich von ca. 45 -70° nördlicher Breite auf. Die südliche Verbeitungsgrenze scheint durch die Temperatur bedingt zu sein, während die nördliche durch die Sonnenhöhe unter dem Horizont bedingt ist. Nördlicher als 70° sinkt die Sonne einfach nicht mehr tief genug unter den Horizont. Die schwachen Wolken heben sich dann einfach nicht mehr vom hellen Dämmerungshimmel ab.

Bis heute ist immer noch nicht genau bekannt wie sich diese Wolken bilden. Die vermuteten Entstehungsursachen gehen von vulkanischer Aktivität bis hin zu Meteorschauern. Auch ist noch nicht bekannt wie sie sich auf Klima oder Wetter auswirken. Ein Zusammenhang zwischen verstärktem Auftreten und der Klimaerwärmung scheint aber möglich.

Das Phänomen wird mittlerweile täglich beobachtet, was auf eine Beschleunigung im Wandel der Erde hinweist.

Videoaufnahmen vom 17. Juli aus Stockholm, Schweden.

Quellen: PRAVDA-TV/spaceweather.com/leuchtende-nachtwolken.de vom 19.07.2012

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