Israel gesteht Mord an PLO-Vize im Jahr 1988

Israel hat nach einem Bericht der angesehenen Zeitung „Jediot Ahronot“ erstmals den Mord an Abu Jihad (Foto), dem damaligen Vizepräsidenten der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Ende der achtziger Jahre eingestanden. Israel habe die Nummer zwei der PLO 1988 in Tunis getötet, „das kann nun berichtet werden“, hieß es am Donnerstag in Auszügen aus einem Artikel, der am Freitag in kompletter Fassung in der Zeitung erscheinen sollte.

Die Aktion sei vom Geheimdienst Mossad überwacht und von einem Elitekommando der Armee ausgeführt worden, berichtete „Jediot Ahronot“. Der Zeitung zufolge war die Veröffentlichung der Erkenntnisse sowie von Einzelheiten des Einsatzes nun möglich, nachdem „Jediot Ahronot“ sechs Monate lang mit der Militärzensur verhandelt hatte.

„Ohne zu zögern“ geschossen

Grundlage ist ein Interview von Nahum Lew, unter dessen Kommando die Aktion damals stand, und das dieser vor seinem Tod im Jahr 2000 der Zeitung gegeben hatte. Es war bisher unveröffentlicht. Abu Jihad, der mit richtigem Namen Khalil al-Wasir hieß, sei in „schreckliche Verbrechen“ an israelischen Zivilisten verwickelt gewesen, sagte Lew demnach. Er selbst habe „ohne zu zögern“ auf ihn geschossen.

Der Darstellung Lews zufolge trafen in der Nacht auf den 16. April 1988 insgesamt 26 Mitglieder der Eliteeinheit in der tunesischen Hauptstadt ein und teilten sich in zwei Gruppen. Nachdem zuerst ein Bodyguard Jihads erschossen wurde, brach das zweite Kommando in seine Villa ein. Mehrere Bewaffnete hätten dann auf Jihad geschossen. Auch ein zweiter Leibwächter und der im Haus schlafende Gärtner wurden demnach getötet.

Der Mossad war bereits zuvor für den Mord an Jihad verantwortlich gemacht worden. Zu den jüngsten Veröffentlichungen der Zeitung äußerte er sich zunächst nicht.

Abu Jihad war damals Vizepräsident und Militärchef der PLO. Er spielte eine führende Rolle im ersten bewaffneten Aufstand der Palästinenser gegen Israel. Die Intifada dauerte trotz Jihads Tod an und endete erst mit den Osloer Verträgen von 1993 und der Bildung der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Quellen: AP/derStandard.at vom 01.11.2012

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