US-Geheimdienste erwarten neue Weltordnung

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Die Welt wird sich US-Geheimdiensten zufolge in den kommenden 20 Jahren radikal verändern, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

Das geht aus einem Bericht der US-amerikanischen Intelligence Community (IC) hervor, unter deren Dach sich 16 Nachrichtendienste der Vereinigten Staaten befinden.

Experten der CIA, des Pentagons, der National Security Agency usw. haben „globale Entwicklungstrends“ analysiert und festgestellt, dass sich die Welt bis 2030 radikal wandelt. Unter anderem wird es ihnen zufolge kein einziges Land geben, das man als Hegemonialmacht einstufen könnte.

Die Weltbevölkerung wird bis dahin auf 8,3 Milliarden Menschen steigen (gegenüber den jetzigen 7,1 Milliarden). Angesichts dessen erwarten die US-Geheimdienstler eine wachsende Urbanisierung und zunehmend Einwanderungswellen. Dank neuer medizinischer Technologien soll die Lebenserwartung steigen, so dass die Bevölkerung, vor allem in den Industrieländern, noch älter wird. Die Nachfrage nach Lebensmitteln soll bis 2030 um 35 Prozent wachsen, die nach Trinkwasser und nach Energie soll sich nahezu vordoppeln.

Die USA sollen dank Schieferöl- bzw. -gas nicht mehr auf Energie-Importe angewiesen sein. Zudem soll sich die Handelsbilanz ausgleichen. Derzeit müssen die Amerikaner enorm viele Waren importieren, vor allem aus China.

Dank neuer Ölfördertechnologien verliert die OPEC den US-Experten zufolge die Kontrolle über die Preisgestaltung. „Das könnte zum Kollaps der Ölpreise führen und einen äußerst negativen Effekt für die vom Öl- und Gasexport abhängigen Länder haben“, heißt es im Bericht.

Die rasante Entwicklung von Informationstechnologien soll das globale Wirtschafts-wachstum sowie die Lebensqualität fördern. Soziale Netzwerke und die Cybersicherheit sollen sich zu wichtigen Märkten entwickeln.

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Die US-Geheimdienste räumten jedoch ein, dass Amerika seinen Status als Supermacht Nummer eins verlieren werde. Dennoch werden die USA voraussichtlich auch 2030 eine Führungsrolle in der Welt spielen, und zwar nicht nur wegen ihrer Wirtschaftsstärke, sondern auch wegen der neusten Technologien der „Hard Power“ und „Soft Power“.

Auch ein Zusammenbruch der Vereinigten Staaten wird nicht ausgeschlossen, der die Weltordnung auf den Kopf stellen könnte.

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In Bezug auf Russland prognostizierten die IC-Experten, dass es sich in die Weltgemeinschaft „tiefer integrieren“ könnte. Falls Russland seine Wirtschaft diversifiziere und eine liberalere Innenpolitik zulasse, könnte es „für die regionale und internationale Sicherheit gefährlicher werden“. Russlands Bevölkerung könnte ihnen zufolge bis 2030 um zehn Millionen Menschen schrumpfen. Das wäre eine demographische Krise, die weltweit ihresgleichen suche und zu einem dramatischen Arbeitskräftemangel führen könnte.

Quellen: Rossijskaja Gaseta/Ria Novosti vom 11.12.2012

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