Aufstand der Waldbesitzer: Umweltministerin will mehr Geld

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Kein Bundesland hat so viel Wald wie Hessen. Über 42 Prozent der hessischen Landesfläche besteht aus Wald, davon ein Viertel Privatwald. Und der gehört nicht nur reichen Großgrundbesitzern. Weil die Privatwaldbesitzer ihren Wald pflegen und damit viel für Mensch und Umwelt tun, werden sie vom Land gefördert.

Es fließt zwar kein Geld, aber sie können die Landesförster kostenlos zu Rate ziehen und sich von ihnen beim Holzverkauf helfen lassen. Das will die hessische Umweltministerin Priska Hinz zum 1. Januar 2015 ändern. Ab dann sollen die privaten Waldbesitzer für die Beratung durch die Förster bezahlen – bis zu 20 Prozent der Holzgelderlöse – zuzüglich Umsatzsteuer. Gerade die kleinen Waldbauern würde das empfindlich treffen. Die privaten Waldbesitzer sprechen von Vertrauensbruch und Abzocke. Und drohen, in Zukunft dann eben kein Holz mehr zu verkaufen.

Ministerin bittet Waldbesitzer zur Kasse

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) will von den privaten Waldbesitzern deutlich mehr Geld für Dienstleistungen von Hessen-Forst nehmen. 3,6 Millionen Euro pro Jahr sollen für das Land dabei herausspringen.

Der Hessische Waldbesitzerverband zeigte sich „überrumpelt“. Präsident Michael Freiherr von der Tann äußerte zwar „Verständnis dafür, dass die Kosten da sind“. Man sei jedoch in großer Eile vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Im Oktober habe der Verband von der geplanten Richtlinie erfahren. Die sollte aber bereits zum 1. Januar in Kraft treten.

Am Mittwochabend setzte sich Ministerin Hinz mit dem Verbandschef von der Tann zusammen, am Donnerstag verkündete sie im Umweltausschuss des Landtags das Ergebnis. Demnach gibt es zwar inhaltlich noch keine Bewegung. Aber Hinz will sich bis zum 31. März Zeit nehmen, um mit den Betroffenen über die Lösung zu reden.

Kostendeckung von 50 Prozent

„Alle Bedenken und Änderungsvorschläge“ könnten dort diskutiert werden, sagte Hinz. Hart blieb sie aber bei der Forderung nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung der Waldbesitzer. „Das Ziel steht“, sagte sie: „Wir wollen einen Kostendeckungsbeitrag von 50 bis 55 Prozent.“

Derzeit zahlen die privaten Waldbesitzer nach ihren Angaben lediglich elf Prozent der Kosten, die für Hessen-Forst anfallen. Dabei geht es um Unterstützung bei der Holzernte. Das Land hilft hier aus, um die privaten Waldbesitzer bei der Pflege des Forsts zu unterstützen, die auch der Allgemeinheit zugute kommt.

Die Richtlinie aus dem Ministerium sieht vor, dass die Besitzer bis zu 20 Prozent ihrer Erlöse aus dem Holzverkauf ans Land zahlen sollen. Vorgesehen ist allerdings eine Staffelung zugunsten der kleineren Besitzer. Trotzdem geht es nach Angaben der Betroffenen teilweise um eine Verfünffachung oder Verzehnfachung der bisherigen Beiträge.

Angesichts der Kosten hatte der parteiunabhängige Odenwald-Landrat Dietrich Kübler gedroht, viele kleine Waldbesitzer würden im nächsten Jahr gar kein Holz ernten. Kübler ist der Sprecher der kleinen Waldbesitzer innerhalb des Verbandes.

900.000 Hektar Wald

Die FDP hatte das Thema in den Landtag gebracht. Sie vertrat gemeinsam mit der SPD die Forderung der Waldbesitzer, die Richtlinie auf 2016 zu verschieben, um Zeit für Ver-handlungen zu gewinnen. Daraus sind nun drei Monate geworden. Hinz wies zudem auf eine Kündigungsfrist hin, so dass die Erhöhung die Waldbesitzer erst ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Richtlinie treffen würde.

Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders räumte ein, die Waldbesitzer zahlten bisher „sehr moderate Beiträge“. Das sei aber politisch so gewollt gewesen. „Denn die Waldbesitzer erfüllen für die Naherholung und den Erhalt der Natur einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl.“

Hessen ist mit fast 900 000 Hektar ein sehr waldreiches Land. Dem Land Hessen gehören davon 40 Prozent. Kommunen besitzen weitere 35 Prozent. Die verbleibenden 25 Prozent verteilen sich auf 370 Gemeinschaftswälder und den Besitz von 60 000 privaten Waldeigentümern.

Quellen: fr-online.de/hr-online.de vom 04.12.2014

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