Anstieg der Ozeane seit 1900: Rätselhafter Sprung des Meeresspiegels verblüfft Forscher

meeresspiegel

Forscher haben den Anstieg der Ozeane seit dem Jahr 1900 neu berechnet – und das Ergebnis überrascht: Ende des 20. Jahrhunderts machten die Pegel einen rasanten Sprung.

Der Meeresspiegel ist im vergangenen Jahrhundert offenbar weniger schnell gestiegen als angenommen. Hatten Wissenschaftler bislang rund 1,8 Millimetern pro Jahr angenommen, so kommen Forscher im Wissenschaftsblatt “Nature” nun zu einem neuen Ergebnis. Ihrer Berechnung zufolge sind die Ozeane zwischen 1901 und 1990 nur um 1,2 Millimeter pro Jahr angeschwollen.

(Foto: Church Creek in Maryland, USA: Der Meeresspiegelanstieg bedroht auch Flusslandschaften)

Die scheinbar beruhigende Erkenntnis ändert jedoch nichts an dem Problem: Seit etwa 1993 steigen die Ozeane – wie bereits bekannt – um etwa drei Millimeter pro Jahr, bestätigt die Studie. Ende des 20. Jahrhunderts hat der Meeresspiegel also anscheinend einen rätselhaften Sprung gemacht.

Die Veränderungen werden vor allem mit Gezeitenpegeln gemessen, mancherorts schon seit dem 18. Jahrhundert. Allerdings sind die Messstationen rar und vor allem in Küstennähe und auf der Nordhalbkugel zu finden. Oft sind die Aufzeichnungen lückenhaft, sodass die Zuverlässigkeit der Ergebnisse beeinträchtigt ist.

Bisherige Berechnungen waren auf einen jährlichen Anstieg von etwa 1,6 bis 1,9 Millimetern pro Jahr gekommen. Die Werte schienen Fachleuten zu hoch, weil die Quellen für den Anstieg des Meeresspiegels – das Schmelzen von Gletschern und Eisflächen, die wärmebedingte Ausdehnung des Wassers und eine veränderte Speicherung an Land – dafür nicht ausreichen.

Neue Prognosen?

Die Forscher um Carling Hay von der Harvard University in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts meinen nun, den Widerspruch aufgelöst zu haben. Sie ließen sowohl die gemessenen Pegelstände als auch die dem Anstieg zugrundeliegenden Prozesse in ihre Rechnungen einfließen.

Die Neuberechnung kommt für die Jahre zwischen 1901 und 1990 zu einem jährlichen Anstieg des Meeresspiegels von etwa 1,2 Millimetern. Dieser Wert schließe die bisherige Lücke im Meeresspiegelbudget und decke sich gut mit den Berechnungen zu den Mengen, die aus den unterschiedlichen Quellen frei werden, schreiben die Forscher.

Für die Jahre zwischen 1993 und 2010 kommen sie auf einen Anstieg von jährlich etwa drei Millimetern. Dies passt zu den bisherigen Berechnungen. Die Diskrepanz zwischen dem Anstieg im Großteil des 20. Jahrhunderts und den vergangenen Jahrzehnten sei mithin größer als bisher angenommen.

Jetzt müsse untersucht werden, wie sich der Sprung im Pegelanstieg auf Meeresspiegelprognosen auswirke, betonen die Wissenschaftler. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht vor allem Bewohner von Inselstaaten, die oft nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Zudem machen höhere Meeresspiegel Küstenbewohner anfälliger für Flutwellen, etwa infolge von tropischen Stürmen.

Quellen: nature.com/SpiegelOnline/AFP vom 14.01.2015

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