SNB ohne Verhüterli: Schweizer Notenbank treibt Finanzhäuser in den Ruin

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Der “Schwarze Donnerstag” fordert immer mehr Opfer. Viele Banken, wie etwa die polnische PKO, leiden nach dem heftigen Kursrutsch. Einige Finanzhäuser sind sogar vom Markt verschwunden.

Vor drei Jahren hat die Schweizer Nationalbank SNB die unglückliche Entscheidung getroffen, den Frankenkurs bei der Grenze 1.20 zu „verteidigen“. Verteidigt wurde damit im Endeffekt der Euro. Die Maßnahme lief von Anfang an auf finanziellen Selbstmord der Schweiz hinaus.

Einen Tag nach dem Schweizer Währungsschock werden an den weltweiten Finanzmärkten langsam die Folgen sichtbar: Die Verwüstungen gehen weit über die Schweizer und selbst die europäischen Börsen hinaus. Vor allem der tiefe und abrupte Fall des Euro, der am Donnerstag binnen Minuten um knapp 30 Prozent Prozent abstürzte, hat viele Finanzhäuser in erhebliche Bedrängnis gebracht oder sogar in die Pleite getrieben.

Der in Neuseeland beheimatete globale Devisenhändler Global Brokers NZ, der unter dieser Marke seine Tradingplattform Excel Markets betreibt, musste sein Geschäft aufgrund der hohen Verluste einstellen.

Auch der britische Broker Alpari, der unter anderem auch in Deutschland aktiv war, musste sich am Freitag vom Markt verabschieden. Andere Konkurrenten, etwa der größte US-Devisenbroker für Privatkunden, FXCM, sowie die britische IG Group vermeldeten ebenfalls horrende Verluste auf den Kundenkonten, die im Zweifelsfalle von den Brokerhäusern selbst getragen werden müssen und damit im schlimmsten Fall das Eigenkapital aufzehren.

Auch Hedgefonds waren betroffen. Der John Hancock Absolute Return Währungsfonds verbuchte mit einem Minus von fast neun Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte. Aber auch klassische Bankhäuser sehen sich mit enormen Verlusten konfrontiert. Insbesondere polnische Banken, die viele Kredite in Franken ausgegeben haben, könnten vor hohen Abschreibungen stehen. Institute wie die Bank PKO, der größte Darlehensgeber des Landes, erlitten an der Börse kräftige Verluste. Der Aktienkurs fiel auf den niedrigsten Wert seit Mai 2013.

Unterdessen erklärte der New Yorker Broker FXCM, der allein im vergangenen Quartal Devisenumsätze im Volumen von 1,4 Billionen Dollar abgewickelt hatte, in einer Mitteilung, dass seine Kunden “deutliche Verluste” erlitten hätten. Das habe zu einem Minus von rund 225 Millionen Dollar geführt. Der Aktienkurs des Brokers fiel am Freitag um 60 Prozent. Die Aktie der britischen IG Group verlor in den vergangenen zwei Tagen rund sechs Prozent. Das Brokerhaus aus London schätzt seine Belastungen bislang auf rund 30 Millionen Pfund.

Normales Sicherungssystem greift nicht mehr

Die Devisen-Broker geraten vor allem deshalb in Bedrängnis, weil sie im Falle von Verlusten ihrer Kunden das entstandene Minus aus eigenen Mitteln decken müssen. Hintergrund ist, dass sich die Broker normalerweise absichern. Werden bestimmte Kursmarken durchbrochen, erfolgt ein sogenannter “Margin call” beim Kunden. Dieser muss dann entweder Geld nachschießen, oder aber die Position wird automatisch glattgestellt.

“Der Absturz gestern war dermaßen brutal, dass das normale System der Absicherung nicht mehr greifen konnte”, sagt ein Branchenkenner. Tatsächlich war der Euro-Wechselkurs nach der Abkoppelung des Franken wie ein Stein in die Tiefe gestürzt. Erst kurz vor der Parität, also 15 Prozent tiefer, konnten überhaupt wieder Kurse gestellt werden.

“Normalerweise sind die Absicherungsgrenzen eng gesteckt. Beim Euro-Franken-Wechselkurs lag die erste bei 1,1990. Dummerweise konnte inmitten der Panik aber überhaupt kein Kurs festgestellt werden, weil alle nur noch raus wollten. Selbst jetzt steht noch nicht fest, wo eigentlich der erste Kurs wieder zustande kam”, so der Experte.

Wetten auf Franken waren enorm beliebt

Angesichts der Tatsache, dass die Investoren teilweise mit einem Hebel von 400 arbeiten – also jeder Gewinn und Verlust sich um diesen Wert vervielfacht – fielen auf einen Schlag monströse Verluste an, bei denen bis zur Stunde in vielen Fällen ebenfalls nicht klar ist, wer sie tragen muss.

Viele Verträge sehen für solche Krisenfälle eine Nachschusspflicht seitens der Kunden vor. In Deutschland allerdings ist eine solche Klausel in den Verträgen nicht enthalten. Anderswo ist angesichts der immensen Verluste nicht einmal klar, ob die Kunden überhaupt in der Lage sind, ihrer Nachschusspflicht nachzukommen.

Genau das wird nun dem neuseeländischen Broker Global Brokers NZ zum Verhängnis. In einer dramatischen Mitteilung an die Kunden teilte Direktor David Johnson mit, dass sein Unternehmen die regulatorischen Anforderungen an das Eigenkapital nicht länger erfüllen könne und deshalb das Geschäft einstellen müsse.

Der Handel mit Franken sei dermaßen chaotisch gewesen, dass über Stunden hinweg niemand habe Kurse stellen können. “Das ganze Ausmaß der Schäden kommt jetzt erst ans Tageslicht. Als Management und Anteilseigner möchten wir unseren Kunden unser tiefes Bedauern kundtun und uns für die verheerende Wendung, die die Ereignisse genommen haben, entschuldigen.”

Die Wetten auf den Schweizer Franken waren bei den Kunden in den vergangenen drei Jahren extrem beliebt. Das Geschäft galt als sichere Wette, da die Schweizer Notenbank den Euro-Kurs nach unten abgesichert hatte. Jeder noch so kleine Gewinn der Gemeinschaftswährung wurde dank der immensen Hebel zum guten Geschäft.

“Ich wäre überrascht, wenn es nicht noch mehr Opfer geben würde”, sagte Nick Parsons, Leiter der Analyse Europa bei der National Australia Bank in London, der Nachrichtenagentur Bloomberg. “Das war eine 180-Grad-Wendung der SNB. Die Leute fühlen sich verletzt und betrogen.”

SNB ohne Verhüterli

Ein Bild für die Ausgangslage: Im „Panzerkreuzer Euro“ lenken 19 Narren, jeder Steuermann des anderen, völlig berauscht ihr sinkendes Boot über die Weltmeere und bringen das SNB-Schifflein zum schwanken. Anstatt sofort zu enteilen, kettet sich die SNB an, will sich auf diese Weise helfen. Das konnte nicht gutgehen. Jetzt wurde die Kette vor dem gemeinsamen Untergang gesprengt. Ob noch rechtzeitig, das werden die Ereignisse zeigen.

Erst vor Wochen haben wir nochmals eindringlich dargelegt, dass die SNB schon mangels finanzieller Potenz nie in der Lage war, die Probleme der Schweiz mit dem immer schwächer werdenden Euro auf diese unsinnige Weise zu lösen. Wir haben ferner den Schweizern ausdrücklich dazu geraten, beim Goldreferendum mit JA zu stimmen. Der Grund wird jetzt auf bittere Weise ersichtlich: Wenn die SNB schon ab 2011 bei jedem Kauf von Devisen gleichzeitig und anteilig 20 % Gold hätte erwerben müssen (körperlich!), wäre sie niemals auf die verrückte Idee verfallen, grenzenlos Euro einzukaufen. Jetzt ist das Spiel aus. In der SNB hat sich offensichtlich die Gruppe der „rationalen Nationalisten“ in höchster Not durchgesetzt und dem grausamen Spiel ein Ende bereitet. Eine richtige Entscheidung! Hoffentlich noch rechtzeitig, denn nichts anderes als die Souveränität der Schweiz steht auf des Messers Schneide.

Die Devisenreserven der Schweiz belaufen z.Zt. sich auf rund SFR 500 Mrd. (zum Vergleich: Bundeshaushalt der Schweiz SFR 65 Mrd. – ein krasses Missverhältnis). Unterstellt, die Eurodevisen betragen davon 50 % = SFR 250 Mrd. = Euro 208,3 Mrd. bei Kurs 1.20 (Stichtag 15.01.2015, vormittags), dann ist folgendes passiert:

Wert gestern: SFR 250,0 Mrd. (€ 208,3 Mrd. x 1.20 = SFR 250,0 Mrd.)
Wert heute: SFR 212,5 Mrd. (€ 208,3 Mrd. x 1,02 = SFR 212,5 Mrd.)
Verlust: SFR 37,5 Mrd.

Über Nacht hat die SNB damit einen Verlust von SFR 37,5 Mrd. realisiert, mehr als einen halben Bundeshaushalt! Und faule € 250 Mrd. modern weiter unheilvoll im Safe! Das ist die erste Quittung für 3-jährige, völlig unsinnige Euro-Stützungskäufe.

Doch das ist nur die Quittung, die Rechnung geht an die Schweizer Bürger, denn diese tragen im Endeffekt den ganzen Verlust. Sie haben über ein halbes Jahr (umsonst) gearbeitet um die Steuern zu erwirtschaften, die die SNB nun sinnlos verblasen hat. Wäre die SNB rechtzeitig an die „Goldene-Kette“ (20 %-Goldzukaufpflicht) gelegt worden, wie dies die Schweizer Goldinitiative gefordert hat, wäre das nicht passiert: Denn die „Goldene Kette“ wäre in diesem Fall das Verhüterli gegen verdrehte Anwandlungen unkontrollierter Zentralbanker gewesen. Ohne solchen Schutz ist, wie man weiß und sieht (auch bald spüren wird!), mit großen Überraschungen zu rechnen.

Natürlich vernebelt nun die SNB diese nationale Finanzkatastrophe (samt all ihren absehbaren Folgen!) durch windelweiche Erklärungen im Zehnerpack. Argumente von früher gelten heute aus unerfindlichen Gründen auf einmal nicht mehr oder werden – reichlich dreist – geradezu in ihr Gegenteil verkehrt. Schuld ist niemand, es ist schon gar kein Schaden entstanden! Das übliche Gerede und Verdrehen der Verantwortlichen, wie man es heutzutage schon gewohnt ist. Schuldeingeständnis? Keine Spur! Wir haben zu schlucken, was kommt.

Zu Zeiten des seligen Wilhelm Tell hätte bei einem solchen Verlust der zuständige Schatzmeister die Wahl gehabt: Entweder freiwillig in die erste Schlachtreihe einzurücken oder sich unter das Richtschwert zu beugen. Doch die Zeiten ändern sich, heute ist man zivilisierter: Herr Thomas Jordan, der Chef der Schweizer Nationalbank, darf wohl bald freiwillig Handgeld und Hut nehmen. Zu Zwecken der Camouflage hält die SNB dafür sicher verschiedene Modelle bereit. Wir sind gespannt.

Quellen: WeltOnline/MMnews vom 16.01.2015

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