
KIC 8462852 – wohl kein Himmelskörper hat Astronomen in den vergangenen Monaten so sehr in den Wahnsinn getrieben wie dieser Stern. Das Weltraumteleskop Kepler beobachtete Lichtschwankungen, die niemand erklären konnte. Auch Aliens könnten die Ursache sein.
1500 Lichtjahre entfernt, bleibt der Stern ein Rätsel – auch wenn neueste Untersuchungen nun zumindest mit einem anderen merkwürdigen Phänomen aufräumen konnten.
Im Januar hatte nämlich ein Wissenschaftler aus den USA behauptet, der Stern habe in den vergangenen 100 Jahren auch noch ein Fünftel seiner Helligkeit verloren. Das nährte Spekulationen, Außerirdische könnten eine sogenannte „Dyson-Sphäre“ um den Stern gebaut haben. Wie Forscher nun bewiesen, beruht dieser angebliche Helligkeitsverlust auf Unstimmigkeiten in den Daten, trat also gar nicht auf.
Die regelmäßigen Lichtschwankungen dagegen bleiben real. Ihre Beobachtung beruht auf hieb- und stichfesten Daten. Bloß eine Erklärung für die Beobachtungen von Kepler, die gibt es nicht. Bislang bleibt das Rätsel um den flackernden KIC 8462852 also ungelöst.
Die Suche hat in den letzten Jahren bei sehr vielen Sternen stattgefunden; so viele, dass immer noch nicht alle Daten ausgewertet sind. Im Rahmen des “Planet Hunters”-Projekt kann die Öffentlichkeit den Wissenschaftlern bei dieser Auswertung helfen und die sogenannten Lichtkurven der Sterne bewerten. Die Lichtkurve zeigt, wie viel Licht uns von einem Stern erreicht.
Wird der Stern von einem Planeten umkreist, dann kann der in regelmäßigen Abständen ein bisschen des Sternenlichts blockieren. Das zeigt sich in der Lichtkurve und so kann man diese Planeten auch nachweisen. Manchmal aber findet man etwas, das nicht in das erwartete Schema passt und das war bei KIC 8462852 der Fall.
Video:
Die Freizeit-Astronomen von “Planet Hunters” fanden dort ein sehr seltsames Verhalten. Anstatt regelmäßiger Verdunkelungen zeigte der Stern unregelmäßige Schwankungen in der Lichtkurve, die man im rechten Teil dieses Diagramms sehen kann:

Das alleine wäre noch keine große Entdeckung. Es gibt viele Möglichkeiten, warum ein Stern seine Helligkeit verändert. Es kann sich um einen veränderlichen Stern handeln oder um einen Stern der viele Sternenflecke entwickelt. Gerade bei kleinen Sternen ist die Sternaktivität viel höher und man findet dort deutlich mehr dunkle Flecken als auf unserer Sonne.
Es kann sich aber auch um einen jungen Stern handeln, der noch von Staub- und Gaswolken umgeben ist die aus der Zeit seiner Entstehung übrig geblieben sind. Dieses Material kann ebenfalls für eine teilweise Verdunkelung sorgen. Und so weiter – es gibt eine Vielzahl an möglichen Erklärungen und Boyajian und ihre Kollegen haben sie genau unter die Lupe genommen (“Planet Hunters X. KIC 8462852 – Where’s the flux?”).
Frühere Untersuchungen haben schon nahe gelegt, dass der Stern einen Begleiter hat. Keinen Planeten, sondern einen Begleitstern. KIC 8462852 könnte also Teil eines Doppelsternsystems sein und neue Daten scheinen dazu zu bestätigen. Dieses Bild wurde mit dem UKIRT-Teleskop im Infrarotlicht gemacht:

Tabetha Boyajian, eine Astronomin von der Universität Yale, will gemeinsam mit ihrem Kollegen Jason Wright und anderen Wissenschaftlern vom SETI-Projekt den Stern auch auf Radio-Signale hin zu untersuchen, die von etwaigen außerirdischen Zivilisationen stammen.



Denn rein prinzipiell wäre es ja auch möglich, dass die Verdunkelung nicht durch von Kometen stammende Staubwolken passiert, sondern von irgendwelchen großen, künstlichen Strukturen verursacht wird: Raumstationen, Dyson-Sphären oder etwas in der Art.
Literatur:
Verschlusssache UFOs
Die Erde ein Projekt der Aliens? von Timothy Goode
UFOs – Generäle, Piloten und Regierungsvertreter brechen ihr Schweigen von Leslie Kean
Geheimdossier UFOs: Die Akten der Schweizer Luftwaffe von Luc Bürgin
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Quellen: PublicDomain/Focus/scienceblogs.de am 27.05.2016
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