
Eine mäßige Quartalssaison hat die Anleger in den USA nicht daran gehindert, die Märkte auf neue Rekorde zu hieven – den seit 1999 bestehenden Triple-Rekord von Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq brachen die Indizes in den letzten Wochen sogar gleich mehrmals! Und das auch in gemächlichstem Tempo – was stimmt da nicht?
Inmitten der Rekordfahrt der US-Börsen hat das “Wall Street Journal” eine interessante Entwicklung aufgedeckt: Eine derart ruhige Rekordfahrt hat es lange nicht mehr gegeben.
Insgesamt war die Volatilität der letzten 30 Tage, so die “WSJ”, so niedrig wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr (Stand: 23. August). An nur fünf Tagen in diesem Zeitraum bewegte sich der S&P 500 mehr als 0,5 Prozent nach oben oder unten – das habe es dem “Wall Street Journal” zufolge zuletzt im Herbst 1995 gegeben (Finanz-System auf der Kippe: Wir erwarten einen historischen Absturz).
Die Märkte sind also ruhig – gespenstisch ruhig. Ein Trader von der Bank of America sagte dem “Wall Street Journal” in Bezug auf die trägen Kurse, dass er in den letzten Wochen mehrmals nachsehen musste, ob sein Tradingterminal auch wirklich an war, weil es so selten aufleuchtete.
Ruhig dürfte es auch erstmal bleiben, das zeigen VIX und VDax, die Indikatoren der impliziten Volatilität der nächsten 30 Tage, die auch als “Angstbarometer” des Marktes gelten.
Der VIX notierte zuletzt bei 12,35 Zählern – 50 Prozent unter dem Peak nach dem Brexit-Votum und immer noch deutlich unter der Marke von 15 Zählern, bei der er sich in den letzten Monaten in ruhigen Phasen eingependelt hatte. Das langfristige Mittel des VIX liegt indes bei ungefähr 20 Punkten.
Der deutsche VDax stand indes zuletzt bei rund 19 Punkten und damit unter der Marke von 20 Zählern, an die er in ruhigen Börsenphasen der letzten Monaten immer wieder von oben anstoß. Noch im Juni schoss der VDax nach dem Brexit bis über 37,50 Punkte nach oben.

Das Vertrauen auf den Yellen-Put ist groß – womöglich zu groß
Der Haken bei der Sache ist klar: Ruhe im Markt schont die Nerven der Anleger, doch zu viel Ruhe im Markt macht stutzig – und das zurecht. Wie das “WSJ” weiterhin berichtete, sorgen sich Experten zunehmend um den Markt, der offenbar gutgläubig auf die Fed und den “Yellen-Put” vertraut.
Der Yellen-Put ist die Weiterführung des Greenspan-Put, der, kurz gefasst, den Marktteilnehmern versichert, dass die Fed im Falle eines Crashes eingreifen wird, bevor zuviel Kapital verbrannt wird – beispielsweise über erneute Leitzinssenkungen, QE, und anderen Maßnahmen.
Und solange die Fed ihren Put für die Anleger hält, brauchen die Investoren nicht selbst Put-Optionen – Termingeschäfte mit vereinbartem Abnahmepreis, die vor Kursverlusten versichern – auf ihre Positionen abschließen. Das hält die Preise der Puts unten, und damit auch die Vola-Indizes, deren Wert sich über eben jene Optionen berechnen lassen (Lord Rothschild über Finanzwelt: „Wir erleben das größte Experiment der Geschichte“).

Diese Sorglosigkeit könnte die Anleger teuer zu stehen kommen, warnt das “WSJ”, denn selbst wenn Yellen ihren Put beibehält, kann es immer noch zu einem Crash und Kapitalverlust kommen, ehe die Notenbanker eingreifen.
Und das es besonders nach ungewöhnlich ruhigen Phasen zu bärischen Überraschungen kommt, zeige laut “WSJ” die Geschichte: Im Januar 2007 notierte der VIX bei gerade mal 10 Zählern – wenige Monaten bevor zwei Hedgefonds der Pleitebank Bear Stearns kollabierten (Finanzielle Repression: Enteignung und Entmündigung) und damit die größte Finanzkrise der letzten Jahre einläuteten.
Literatur:
BIZ: Der Turmbau zu Basel: Geheimpläne für eine globale Weltwährung von Janne Jörg Kipp
Das Ende der Behaglichkeit: Wie die modernen Kriege Deutschland und Europa verändern von Michael Maier
Der Turm zu Basel: BIZ – Die Bank der Banken und ihre dunkle Geschichte von Adam LeBor
Quellen: PublicDomain/finanzen100.de am 24.08.2016
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