Die verschollene Erfindung: So wollte Thomas A. Edison mit dem Totenreich kommunizieren

Man schrieb das Jahr 1948, genau jenes Jahr, in dem auch George Orwell sein prophetisches Werk über den totalitären Überwachungsstaat verfasste. Im selben Jahr wäre Edison 101 Jahre alt geworden. Der amerikanische Verlag Philosophical Library veröffentlichte damals posthum einige recht ungewöhnliche Ideen des geschäftstüchtigen Erfinders. Sie erschienen als letztes Kapitel seines Werks Tagebuch und allerlei Beobachtungen, verschwanden dann aber aus allen späteren Ausgaben.

Diese Notizen schienen nicht nur ungewöhnlich, sondern schlichtweg nicht zum eher rational ausgerichteten Charakter Edisons zu passen, zumindest nach dem Bild, wie es sich vor allem die Nachwelt häufig von ihm machte. Selbst wenn er als »Zauberer von Menlo Park» bezeichnet wurde, jener Stadt in New Jersey, wo er sein Laboratorium unterhielt und die 1954 in »Edison« umbenannt wurde, selbst wenn seine Erfindungen und Gedanken bereits erstaunlich genug erschienen, so schien er doch kaum jemand zu sein, der dem Übersinnlichen verfallen war.

Aber genau darauf zielten seine Überlegungen hinsichtlich einer ganz besonderen Apparatur ab. Sie sollte dem Zweck dienen, Botschaften aus dem Totenreich aufzufangen. Verlage und Herausgeber des Edison-Werkes waren wohl in Sorge, solche gewagten Notizen könnten sich schädigend auf das Ansehen des Erfinders auswirken, einige sollen sie eher für eine Schwindelei oder einen ausgemachten Scherz Edisons gehalten haben.

Gleich wie, dieses Kapitel wurde jedenfalls getilgt. Allerdings war eine französische Übersetzung aus dem Jahr 1949 erhalten geblieben. Sie enthält auch jene sonst fehlenden Passagen, die nun in einer französischen Neuerscheinung zum »Königreich des Jenseits« wieder ans Licht kamen.

Demnach versuchte Edison gegen Ende 1870 tatsächlich, erste Grundlagen für ein »Spirit Phone« zu schaffen. Schließlich hatte er ja auch den Phonographen als Vorläufer von »Grammophon« und Plattenspieler geschaffen. Nun also wollte er Phonographen-Aufnahmen wesentlich verstärken, um mögliche Signale Verstorbener aufzuzeichnen.

Doch sein Gerät war offenbar gleich in doppeltem Sinn eine »Geistermaschine« − einmal natürlich wegen ihres Anspruchs, dann aber auch, weil von ihr selbst gleichfalls nur eine Art geisterhaftes Abbild besteht. Es scheint bis heute nicht klar, ob Edison nur über sie nachgedacht oder sie auch gebaut hat, ganz unabhängig davon, ob sie dann wirklich so funktionierte wie gedacht.

Jedenfalls erschien im Oktober 1920 in The American Magazine ein Interview mit Edison, in dem er sagt: »Ich arbeite seit einiger Zeit an einem Apparat, um herauszufinden, ob es Persönlichkeiten, die diese Erde bereits verlassen haben, möglich ist, mit uns zu kommunizieren.«

Damals stand das Okkulte, Magische und Übersinnliche in einigen Kreisen hoch im Kurs und ebenso natürlich der große Edison, dessen Wort einiges Gewicht hatte. Der Mann galt allen als Erfinder der Glühbirne, er hatte Amerika buchstäblich »erleuchtet« und hielt über tausend Patente.

Mit Licht, bewegten Bildern, Projektoren und Tonaufzeichnungen hatte er die Welt verändert. Was seine weniger rühmlichen Eigenschaften anging, seine Skrupellosigkeit, sein fragwürdiges Verhalten im berühmten »Stromkrieg« gegen Westinghouse einschließlich seiner tierquälerischen Beweisführungen zur Gefährlichkeit des Wechselstroms, all diese unmoralischen und abstoßenden Facetten eines Mannes, dem offenbar jedes Mittel für seinen Erfolg recht zu sein schien, dieses unschöne biografische Bündel rutschte schnell unter den Deckmantel des Schweigens.

 

Ungeachtet dieser Fakten sowie auch der Tatsache, dass Edison keineswegs der Erste war, dem das Licht zur Glühbirne aufging, der sie allerdings weiterentwickelte und im großen Stil vermarktete, bleibt dieser Erfinder für viele der Inbegriff des innovativen Genies, wenn auch nicht gerade untadeligen Charakters. Und natürlich galt er als rationaler Geist, als begnadeter Techniker. Kurz: als jemand, zu dem Geisterstimmen nicht so recht passen wollten. Doch sprach er selbst wiederholt von einem solchen Apparat, als sein ureigenstes geistiges Kind.

Ebenfalls im Oktober 1920 erklärte er auch in einem Gespräch mit Scientific American, »über einige Zeit hinweg über eine Maschine oder Apparatur nachgedacht zu haben, die von Personen bedient werden kann, die in eine andere Existenz oder Sphäre verblichen sind.« Das Gerät befinde sich noch im experimentellen Stadium, so fügt Scientific American hinzu.

Edison selbst wollte sich offenbar nicht festlegen oder absichtlich ein wenig für Irritation sorgen – einmal erklärt er, an einem solchen Instrument zu arbeiten, dann wieder spricht er davon, lediglich darüber nachzudenken. Nun gehört zwar beides zusammen, doch der Unterschied liegt auf der Hand. Sichere Beweise zur Existenz einer solchen Erfindung schienen nie vorzuliegen. Bleibt die Frage, warum sich Edison überhaupt damit beschäftigte und ob er möglicherweise an Geister glaubte (Reinkarnation: Über 3.000 Fälle sprechen Bände! (Videos)).

Das wird unterschiedlich beantwortet. Die einen sehen dies als gegeben an, andere erklären, sein Interesse daran sei durch einen entsprechenden Zeitgeist genährt worden. Demnach könne eine Geschäftsidee dahintergestanden haben, vielleicht aber auch der Reiz, weitere Grenzen zu überschreiten und etwas bisher scheinbar Unmögliches in die Tat umzusetzen. Gegenüber Scientific American erklärte Edison jedenfalls:

»Ich glaube nicht, dass unsere Persönlichkeit in eine andere Existenz oder Sphäre übergeht … Ich behaupte das nicht, weil ich nichts über dieses Thema weiß. Was das betrifft, kein menschliches Wesen weiß das. Aber ich behaupte, dass es möglich ist, einen Apparat zu entwickeln, der so empfindlich ist, dass – falls es Seinshaftigkeiten in einer anderen Existenz oder Sphäre gibt, die … mit uns in Verbindung treten wollen – der Apparat ihnen zumindest eine bessere Gelegenheit sich auszudrücken verschafft als Tischerücken und Klopfzeichen und Ouijabretter und Medien und die anderen groben Methoden, die gegenwärtig als die einzigen Kommunikationsmittel dargestellt werden.«

Edison vermutete, dass unser Körper aus Myriaden winziger Wesenheiten unendlicher Lebensdauer bestehe, jedes eine eigene Lebenseinheit, wobei unser Körper und Geist deren Stimme sei: »Der Tod ist lediglich der Moment, in dem diese Wesenheiten unseren Körper verlassen.« Den üblichen Vorstellungen zu einem Dasein nach dem Tod schloss er sich nicht an. Das Leben an sich bliebe seiner Meinung nach unzerstörbar (6 unglaubliche Reinkarnations-Fälle (Videos)).

Auch Edison hoffte, »dass unsere Persönlichkeit überlebt« und er betonte: »Falls sie andauert, sollte mein Apparat von einigem Nutzen sein. Das ist auch der Grund, warum ich nun am empfindlichsten Gerät arbeite, das ich je zu bauen versucht habe, und ich sehe den Ergebnissen mit angespanntestem Interesse entgegen.«

Demnach beschäftigte er sich eindeutig mit der Konstruktion des ungewöhnlichen Instruments, das er mit einem »Ventil« und einem enormen Signalverstärker verglich. Doch weigerte er sich gegenüber der Presse, in die Details zu gehen.

  

Der Autodidakt Edison versuchte auch das Problem jenes so besonderen Empfangsverstärkers des »Übersinnlichen« auf technisch-wissenschaftliche Weise anzugehen, offenbar wieder gepaart mit einigem Geschäftsverstand. Es gab jedenfalls ein allgemeines Interesse oder sogar einen Bedarf an der Kommunikation in eine andere Welt. Und wenn diese Welt existierte, dann ließe sich der Kontakt am ehesten durch eine entsprechende Erfindung herstellen (Nahtoderfahrungen: 250 Jahre alte medizinische Beschreibung).

Um wirklich einen Fortschritt bei der Ergründung des Übersinnlichen machen zu können, müsse man dies mit einem wissenschaftlichen Apparat und auf wissenschaftliche Weise tun, so erklärte er. Nach Edison verfolgten andere Erfinder ähnliche Ziele, wenn auch mit mehr oder weniger abweichenden Ansätzen.

In jedem Fall stellt Edisons Apparat, der auch als »Geistermaschine« bezeichnet wurde, eine doch bemerkenswerte, wenig bekannte Facette aus seiner Biografie dar – und im Wortsinne ein jetzt erst wiederentdecktes Kapitel daraus. Diese Episode erinnert auch ein wenig an Behauptungen von Nikola Tesla, Edisons genialem Zeitgenossen, der wiederholt erklärte, persönlich mit Außerirdischen in Kontakt gestanden zu haben.

Literatur:

Beweise für ein Leben nach dem Tod: Die umfassende Dokumentation von Nahtoderfahrungen aus der ganzen Welt von Jeffrey Long

Endloses Bewusstsein: Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung von Pim van Lommel

Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung von Raymond A. Moody

Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde von Anita Moorjani

Quellen: PublicDomain/info.kopp-verlag.de am 27.03.2017

Weitere Artikel:

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