
Unser Planet gibt ununterbrochen einen leisen Brummton von sich, doch niemand weiß genau, was ihn eigentlich verursacht.
Seit den 1950er-Jahren gibt es bereits Bemühungen, die Quelle dieses Tones zu orten, der weltweit auch als »The Hum« bekannt wurde, die erste Studie, die das Phänomen bestätigte, kam erst 1998.
Es handelt sich um ein weltweit auftretendes, rätselhaftes, monotones Brummen, das immer zur Dämmerung kommt und bis zum Tageseinbruch bleibt und während dieser Phase die betroffene Bevölkerung an den Rand des Wahnsinns treibt.
Trotz einer Reihe intensiver, wissenschaftlicher Untersuchungen konnte die Ursache für das unheimliche Dröhnen nicht lokalisiert werden. Es kann auch nicht von jedem Menschen wahrgenommen werden, nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung hört es.
Nur etwa zwei Prozent der Menschen, die in einem bestimmten »Hum-Gebiet« leben, können das tieffrequente Brummen auch tatsächlich hören und hauptsächlich sind es Menschen in einem Alter zwischen 55 und 70 Jahren.
Ein Forscherteam unter der Leitung von Martha Deen vom Pariser Institut für Erdphysik ist es endlich gelungen, diesen Ton aufzunehmen. Dazu hatten sie 11 Monate lang die Daten von 57 Seismometern ausgewertet, die am Meeresgrund des Indischen Ozeans vor Madagaskar stationiert sind.
Die Studie ermittelte zunächst die natürlichen Schwingungsspitzen der Erde bei mehreren Frequenzen zwischen 2,9 und 4,5 Millihertz. Diese Schwingungen sind für den Menschen nicht hörbar, da sie etwa 10.000-mal kleiner sind als die untere Hörschwelle des menschlichen Ohres, die 20 Hertz beträgt.
Dann verglichen sie auch die Größenordnung ihres beobachteten Brummsignals mit Messungen von einer Landstation in Algerien und fanden heraus, dass beide Signale eine ähnliche Amplitude aufweisen.
Sie kamen zu dem Resultat, dass The Hum möglicherweise durch die leichte Ausdehnung und Kontraktion des Planeten verursacht wird, es bleibt aber weiterhin unklar, warum dies geschieht. Eine Theorie lautet, dass Meereswellen daran beteiligt sein könnten.
Wie es auf Phys.org heißt, erhoffen sich die Wissenschaftler durch die direkte Analyse des Brummtons, in naher Zukunft das Phänomen vollständig erklären zu können und glauben, dass er womöglich sogar dazu genutzt werden könnte, das Erdinnere zu kartieren.
© Fernando Calvo für Terra-Mystica.Jimdo.com am 11.12.2017



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