Das Geheimnis der gesunden Hundertjährigen

Menschen, die gesund und munter neunzig Jahre alt oder älter werden, kümmern sich meist um einen ganz bestimmten Lebenswandel – Ausnahmen bestätigen die Regel. Auffallend oft gehören sie überdies zu den eher positiv eingestellten Menschen.

Natürlich interessieren sich auch Forscher für das Geheimnis des gesunden Älterwerdens, z. B. jene der Universität Erlangen-Nürnberg. Sie untersuchten im Herbst 2017 über 100 hochbetagte Frauen und Männer und fanden noch weitere Voraussetzungen, die es zu erfüllen gilt, wenn man gesund hundert Jahre alt werden möchte.

Fit und vital älter werden

Viele Men­schen wer­den heute acht­zig, neun­zig oder auch hun­dert Jahre alt. Al­lein in Bay­ern leben über 100.000 Frau­en und Män­ner jen­seits der neun­zig – und schon 2013 gab es in Deutsch­land 17.000 Hun­dert­jäh­ri­ge.

Nicht alle sind dabei noch ge­sund und vital. Oft pla­gen chro­ni­sche Er­kran­kun­gen, und Me­di­ka­men­te müs­sen ein­ge­nom­men wer­den. Der Geist ist nicht mehr der fit­tes­te und eine zu­neh­men­de Ge­brech­lich­keit macht es schwer, sich selbst im ei­ge­nen Haus­halt zu ver­sor­gen.

Gleich­zei­tig gibt es Hun­dert­jäh­ri­ge, die noch rad­fah­ren, Ku­chen ba­cken und die Ur­en­kel ba­by­sit­ten. Uns ist bei­spiels­wei­se eine Dame be­kannt, die kürz­lich mit einem rau­schen­den Fest ihren hun­dert­jäh­ri­gen Ge­burts­tag fei­er­te.

We­ni­ge Tage zuvor war sie in ihrer Woh­nung von einer Trick­be­trü­ge­rin über­rascht wor­den. Sie be­merk­te die Ma­sche, schloss die Be­trü­ge­rin in ihrer Küche ein und klet­ter­te zum Fens­ter hin­aus, weil dies der schnells­te Weg zu den Nach­barn war, von wo sie die Po­li­zei rufen konn­te. Was ist das Ge­heim­nis der ge­sun­den Hun­dert­jäh­ri­gen? (Menschen, die 100 Jahre alt werden, essen diese Dinge jeden Tag)

Vier Voraussetzungen für einen gesunden Lebensabend

Wis­sen­schaft­ler der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Er­lan­gen-Nürn­berg konn­ten in einer Stu­die mit 125 hoch­be­tag­ten Frau­en und Män­nern, die kei­nes­falls pfle­ge­be­dürf­tig waren, son­dern in ihren ei­ge­nen vier Wän­den leb­ten und dort ei­gen­stän­dig für sich sorg­ten, im­mer­hin vier Vor­aus­set­zun­gen fest­stel­len, die es braucht, um auch im hohen Alter ge­sund und mun­ter zu blei­ben. Be­son­ders über­ra­schend sind die vier Fak­to­ren nicht:

  1. Man soll­te mög­lichst nie auf­hö­ren, Sport zu trei­ben oder an­der­wei­tig in Be­we­gung zu blei­ben.
  2. Man soll­te eine op­ti­mis­ti­sche Ein­stel­lung pfle­gen.
  3. Man soll­te so lange es geht, für sich selbst sor­gen, auch fi­nan­zi­el­le An­ge­le­gen­hei­ten selbst re­geln, Te­le­fo­na­te füh­ren, Hand­wer­ker be­stel­len etc. und erst dann ein­zel­ne Auf­ga­ben ab­ge­ben, wenn man es tat­säch­lich nicht mehr schafft.
  4. Ideal ist aus­ser­dem, wenn man in einem funk­tio­nie­ren­den so­zia­len Netz aus Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Be­kann­ten sowie einer guten Nach­bar­schaft ein­ge­bet­tet ist. Dies be­deu­tet nicht nur, dass sich die Äl­te­ren ver­sorgt und si­cher füh­len, son­dern auch, dass die äl­te­ren Men­schen in einem ver­trau­ten Um­feld meist eine Auf­ga­be (oder meh­re­re) haben, z. B. An­ge­hö­ri­gen im Haus­halt oder Gar­ten hel­fen, auf Haus­tie­re auf­pas­sen, als Kum­mer­kas­ten für die Kin­der die­nen oder fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung bie­ten.

Wenn alle diese vier Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind, füh­len sich äl­te­re Men­schen sehr viel jün­ger, als sie es tat­säch­lich sind – so die Ant­wor­ten der be­frag­ten Hoch­be­tag­ten in der Er­lan­ger Stu­die.

Und selbst wenn doch das eine oder an­de­re kör­per­li­che Pro­blem pla­gen soll­te, so ver­fü­gen die po­si­tiv ein­ge­stell­ten alten Men­schen über eine gros­se Wil­lens­kraft, mit denen sie Auf­ga­ben be­wäl­ti­gen kön­nen, die gleich­alt­ri­gen Men­schen ohne diese in­ne­re Kraft, nicht mehr an­satz­wei­se ge­lin­gen.

Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es nun für den Ein­zel­nen, die vier ge­nann­ten Punk­te auch um­zu­set­zen?

1. Aktiv bleiben

Klar ist, dass der­je­ni­ge schnel­ler al­tert, der sich wenig be­wegt und einen sit­zen­den Le­bens­stil pflegt. Um nun bis ins hohe Alter aktiv und be­weg­lich blei­ben zu kön­nen, muss man kei­nen Leis­tungs­sport be­trei­ben. Schon täg­li­che Spa­zier­gän­ge sind sehr gut ge­eig­net, zumal man dabei auch gleich an­de­re Leute trifft sowie fri­sche Luft und im Som­mer Vit­amin D tan­ken kann.

In grös­se­ren Städ­ten gibt es dar­über hin­aus meist Se­nio­ren­an­ge­bo­te für Gym­nas­tik, Yoga oder Tai Chi. Wer diese Mög­lich­keit nicht hat, kann auf ein Mini-Tram­po­lin zu­rück­grei­fen, das in fast jeder Woh­nung einen Platz fin­det.

Mini-Tram­po­li­ne gibt es mit Grif­fen zum Fest­hal­ten, so dass auch Men­schen, die noch nicht so kräf­tig sind und Pro­ble­me mit dem Gleich­ge­wichts­sinn haben, ganz lang­sam üben kön­nen.

Das Schwin­gen auf dem Tram­po­lin hat ge­ra­de für äl­te­re Men­schen viele Vor­tei­le: Die Ba­lan­ce wird ge­schult, was die Sturz­ge­fahr im All­tag min­dert, die Kno­chen wer­den ge­kräf­tigt, die Durch­blu­tung wird ge­för­dert und die Mus­ku­la­tur ge­stärkt.

Zu­sätz­lich steigt die Stim­mung, weil das Tram­po­lin­schwin­gen nach­weis­lich zur Aus­schüt­tung von En­dor­phi­nen («Glücks­hor­mo­nen») führt.

2. Optimistisch bleiben – positiv denken

Die­ser Punkt ist gar nicht so ein­fach, wie er aus­sieht. Denn die Art des Den­kens scheint tief im je­wei­li­gen Men­schen ver­an­kert zu sein. Wenn Sie es je­doch satt haben, sich stets selbst durch Ihr ne­ga­ti­ves Den­ken die Laune zu ver­der­ben, dann än­dern Sie das. Denn für Ihre ei­ge­nen Ge­dan­ken sind nur Sie selbst ver­ant­wort­lich.

3. Selbständig leben

Die­sen Punkt kann man nicht immer so gut be­ein­flus­sen, wie die üb­ri­gen drei. Denn oft än­dert sich die ei­ge­ne Le­bens­si­tua­ti­on von einem Mo­ment zum nächs­ten, etwa durch einen Sturz, einen Schlag­an­fall oder ähn­li­che Be­ge­ben­hei­ten. Mit Wil­lens­kraft, Kon­se­quenz und Op­ti­mis­mus ge­lingt es je­doch viel eher, wie­der in das frü­he­re Leben zu­rück­zu­fin­den. Geben Sie sich daher nicht auf!

Den­ken Sie nicht, dass Sie nun nie wie­der selbst für sich sor­gen kön­nen. Küm­mern Sie sich statt­des­sen in­ten­siv um Ihre Re­ha­bi­li­ta­ti­on und er­grei­fen Sie alle Mass­nah­men, die man Ihnen dazu zur Ver­fü­gung stellt! Schla­gen auch Sie selbst Dinge vor, die Sie ma­chen könn­ten, um schnel­ler wie­der fit zu wer­den.

Und wenn es doch nicht mehr geht, dann sehen Sie die Vor­tei­le eines Se­nio­ren­stifts. Dort gibt es viel Ab­wechs­lung und viele an­de­re Men­schen, mit denen man ge­mein­sam aktiv sein kann. Na­tür­lich kön­nen Sie sich auch im Se­nio­ren­stift noch immer eine ge­wis­se Selb­stän­dig­keit er­ar­bei­ten.

Die Mit­ar­bei­ter sind um jede Mit­hil­fe von Ihrer Seite dank­bar. Und ver­ges­sen Sie nie Punkt 2, denn Men­schen, die gut ge­launt sind, wer­den viel lie­ber um­sorgt und auch öfter be­sucht!

4. Unersetzlich sein

Viele äl­te­re Men­schen sind in ihrem Fa­mi­li­en- oder Nach­bar­schafts­ver­bund un­er­setz­lich ge­wor­den, auch dann, wenn sie sich selbst nicht mehr so gut be­we­gen kön­nen. Es gibt viele Auf­ga­ben, die man auch im Sit­zen er­le­di­gen kann.

Wer bei­spiels­wei­se gerne strickt, kann die Fa­mi­lie mit wun­der­ba­ren Win­ter­so­cken, Hüt­ten­schu­hen, Schals und Hand­schu­hen ver­sor­gen. Die selbst­ge­strick­ten Ac­ces­soires sind oft halt­ba­rer als die üb­li­che Tex­til­qua­li­tät.

Man­che Se­nio­ren haben sich auch vom Com­pu­ter­zeit­al­ter nicht ab­schre­cken las­sen und sind oft im In­ter­net un­ter­wegs. Sie kön­nen für an­de­re Äl­te­re aus der Nach­bar­schaft Sam­mel­be­stel­lun­gen in der On­line-Apo­the­ke auf­ge­ben. Das an­schlies­sen­de Ver­tei­len der Pro­duk­te ist dann wie­der ein will­kom­me­ner An­lass für ge­gen­sei­ti­ge Be­su­che.

Doch schon al­lein das Da­sein ist für man­che Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge wich­tig, z. B. für das Haus­tier, wenn alle an­de­ren aus­ge­flo­gen sind. Auch sind Oma oder Opa oft bes­se­re, weil ver­ständ­nis­vol­le­re Zu­hö­rer für Teen­ager als die El­tern – ein­fach des­halb, weil sie auf­grund ihrer Le­bens­er­fah­rung vie­les nicht mehr so eng sehen (Mediterrane Ernährung schützt Ältere vor Gebrechlichkeit).

  Medizinskandal Alterung  

Gesund älter werden – gesund essen und leben

Neben die­sen vier Punk­ten gibt es na­tür­lich noch wei­te­re As­pek­te, die dabei hel­fen, ge­sund und mun­ter älter zu wer­den. Be­son­ders wich­tig sind hier die ge­sun­de Er­näh­rung und eine rund­um gute Vi­tal­stoff­ver­sor­gung.

Auch an­ti­oxi­da­tiv wirk­sa­me Pflan­zen­stof­fe, wie z. B. das Asta­x­an­t­hin aus be­stimm­ten Algen, kön­nen dabei hel­fen, ge­sund älter zu wer­den.

Das Ge­heim­nis vom ge­sun­den Äl­ter­wer­den ist also gar kein wirk­li­ches Ge­heim­nis. Denn man kann­te es ja im Grun­de schon.

Das Ge­heim­nis ist je­doch, es nicht nur zu ken­nen, son­dern es auch in sei­nem ei­ge­nen Leben um­zu­set­zen!

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Literatur:

Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit

Mediale Medizin: Der wahre Ursprung von Krankheit und Heilung

Berührende Biologie – Befreiung aus der Zellprogrammierung (Dr. Bruce Lipton) Doppel-DVD

Bionische Regeneration: Das Altern aufhalten mit den geheimen Strategien der Natur

Quellen: PublicDomain/zentrum-der-gesundheit.de am 13.02.2018

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