Währungskrise: Iraner zahlen Miete mit Gold

Im Iran wird Gold zunehmend als tägliches Zahlungsmittel verwendet. In Teheran verlangt ein Vermieter für eine 95 Quadratmeter-Wohnung beispielsweise zwei Goldmünzen als Monatsmiete.

Die wiederaufgenommenen Sanktionen der USA haben den Iran in eine neue Währungskrise gestürzt.  Ähnliches sehen wir bereits seit einiger Zeit in Venezuela und zuletzt in der Türkei. Der Außenwert des eigenen Geldes bricht massiv ein. Das verteuert Importware, bringt Fremdwährungskredite in Gefahr und heizt die Inflation an.

Berichte aus dem Iran verweisen nun auf eine zunehmende Verwendung von Gold als tägliches, alternatives Zahlungsmittel hin. So schreibt das Nachrichtenportal Middle East Eye (MEE), Gold werde in den Metropolen des Landes zunehmend zur Begleichung von Mietzahlungen verwendet.

In den MME-Bericht heißt es: „Iraner sparen traditionell Goldmünzen für große Anschaffungen oder die Ausrichtung von Hochzeiten an. Dieses Verhalten verbreitet sich immer weiter. Und mit der Wideraufnahme der US-Sanktionen im August haben die Goldkäufe ein Vier-Jahres-Hoch erreicht“.

Der Preis für eine Goldmünze habe sich mittlerweile 49 Millionen Rial angenähert. Gemeint sind damit die iranischen Azadi-Münzen. Die 1-Pfund-Variante wiegt 8,136 Gramm bei einer Feinheit von 900/1.000 (7,32 Gramm Feingold).

„Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Bedingungen des Landes, wirken sich die Kursschwankungen am Devisenmarkt auch auf den Immobilienmarkt aus“, sagt Hesam Oqabai, der Vorsitzende der Real Estate Agents Union in Teheran (Iran, Russland, Türkei: Vereint in neuem Goldstandard?)

Der Immobilienmarkt repräsentiere 45 Prozent der wirtschaftlichen Aktivität im Iran. Und die Zentralbank des Landes schätzt, dass mehr als 35 Prozent der Haushaltseinkommen im Iran durch Vermietung bestritten wird. In einigen Gegenden hätten sich die Mieten in kürzester Zeit verdoppelt.

Allerdings bewegten sich die Löhne im Iran nicht annähernd in diesem Maße nach oben. Viele seien gezwungen aus der Hauptstadt wegzuziehen. Und jene die bleiben, müssten nun ihre Miete vielerorts mit Gold begleichen.

Vermieter hätten die Mietpreise nicht nur erhöht, sondern bestünden vielfach auf eine Zahlung in Gold. So verlangt ein Eigentümer im Stadtteil Varak derzeit zwei Goldmünzen pro Monat für ein 95 Quadratmeter großes Apartment.

Er sagt: „Ich weiß, dass sich das viele nicht leisten können, aber wenn ich sehe, was für eine Währung ich von den Mietern erhalte und wie das Geld zum Vormonat immer weniger Wert wird, dann habe ich keine andere Wahl“ (Russland: Putin als kluger Goldkäufer – Finanzwelt erwartet große Erschütterungen – endgültig den US-Dollar los werden).

Rechnet man den Wert des verlangten Goldes um (2 x 1 Pfund Azadi = 14,32 Gramm Feingold), dann kommt man bei einem Goldkurs von 1.030 Euro pro Unze umgerechnet auf 474 Euro.

Ein Professor an der Universität Teheran erklärt dazu: „Die Vermietung von Häusern gegen Gold ist eine Katastrophe. Es könnte zu einer Verschärfung der Situation und der Goldpreis-Fluktuationen kommen“.

Literatur:

Die Unersättlichen: Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Der Weg ins Verderben: Wie die Eliten die nächste Krise vorbereiten und wie Sie sich davor schützen können

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Quellen: PublicDomain/goldreporter.de am 02.09.2018

 

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