Es brodelt am Vesuv: Supervulkan in Italien steuert auf neuen Ausbruch zu

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Neapel fürchtet den Vesuv. Doch der viel gefährlichere Magma-Gigant schlummert nebenan: die Phlegräischen Felder. Immer wieder rumort das riesige Vulkansystem. Jetzt warnen Forscher davor, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorstehen könnte. Es sei lediglich eine Frage der Zeit, schreiben sie.

Sie sind weniger bekannt als der Vesuv und doch ungleich gefährlicher für Neapel und ganz Europa als der berühmte unheilbringende Vulkan, der einst Pompeji unter sich begrab: die Phlegräischen Felder. Seit Jahren rumort es in dem riesigen Vulkansystem vor den Toren Neapels.

Forscher warnen jetzt davor, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorstehen könnte. Wie das Team um Francesca Forni von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich im Fachblatt „Science Advances“ erklärt, verdichteten sich die Hinweise auf einen baldigen Ausbruch.

Die Wissenschaftler hatten Gesteine im Umfeld des rund 150 Quadratkilometer großen Vulkans auf Veränderungen untersucht. Dabei fielen ihnen Komponenten auf, die denen im Vorfeld früherer großer Ausbrüche der Phlegräischen Felder sehr ähneln. So fand das Team zum Beispiel neue Hinweise auf bestimmte Vulkangase.

Auch der relativ hohe CO2-Anteil der derzeit aus dem Boden entweichenden Gase, deute auf eine baldige Eruption hin. Aufgrund dieser Faktoren postulieren die Forscher, dass das Vulkansystem der Phlegräischen Felder gerade in eine neue Aufbauphase gelangt ist, die zu einer großen Eruption des Vulkansystems führen könnte.

Der Zeitpunkt dafür sei allerdings nicht abzusehen, erklären die Experten: „Er wird in der Zukunft ausbrechen, aber das kann auch in Tausenden von Jahren sein.“ (Der gefährlichste Vulkan Mittelamerikas bricht aus – Unterwasser-Eruption im Indischen Ozean möglich (Video))

Schwarmbeben im Gange

Am 25. März ereignete sich am Vesuv (Italien) ein neuer Erdbebenschwarm. Die neapolitanische Website Meteovesuvio berichtet von mehr als 70 Erdbeben geringer Intensität. Auf der Website des INGV kann man bisher 38 Erdbeben ausmachen. Die Magnituden sind zum Teil noch nicht bestimmt.

Das Stärkste angezeigte Beben hatte eine Magnitude von 1,5 und lag in 630 m Tiefe. Auf dem Seimogramm des INGV ist auch ein längeres Signals sichtbar, dass an Tremor erinnert. Offizielles Statement des Observatoriums liegt noch nicht vor (Schwarmbeben an der US-Westküste und neue Erschütterungen unter Yellowstone (Video)).

Es ist der 3. größere Erdbebenschwarm seit Oktober 2018. Es sieht so aus, als würden sich diese Ereignisse häufen. In den letzten Wochen gab es auch mehrere kleinere Schwärme. Ohne weiter Daten wie Inflation, Gaszusammensetzung, Wärmestrahlung, lässt sich aber nicht sagen, ob die erhöhte Seismik Anzeichen eines langsamen Erwachens des Vesuvs ist. Zur Jahreswende waren diese Daten noch unauffällig (Vulkane: Tektonische Bewegung – Teneriffa driftet auf Gran Canaria zu).

26. März 2019: Es ereigneten sich noch 2 weitere schwache Erdstöße, so dass man von 40 Erdbeben ausgehen kann. Die meisten Beben waren von sehr geringer Magnitude. Nach bisheriger Auswertung hatten 7 Erschütterungen die Magnitude 1 oder größer. Die italienischen Medien berichten über das Ereignis, aber bisher ist ein Statement der Vulkanologen des INGV ausgeblieben. Dieses wird bestimmt im Laufe des Tages nachgereicht werden.

Was bereits jetzt gesagt werden kann: Es war von der Anzahl der Beben das stärkste Schwarmbeben der letzten Zeit. Auffallend ist eine Häufung dieser Events.

Eine Statistik von Meteovesuvio zeigt den Jahresverlauf der Erdbebenevolution am Vesuv und dort erkennt man eine Zunahme der Ereignisse, wobei es sich bei dem roten Balken für den aktuellen Monat, um eine Schätzung von Meteovesuvio handelt. Blaue Balken repräsentieren die offiziell registrierten Erdbeben (Mysteriös: Am 11.11. „läutete“ die Erde 20 Minuten lang wie eine Glocke und die Wissenschaftler können nicht erklären, warum (Videos)).

Die Auswertung dauert immer einige Tage, daher sind die aktuellen Erdbeben noch nicht im blauen Balken für den März enthalten. Interessanterweise verzeichnet man auch am Nachbarvulkan Campi Flegrei eine Zunahme seismischer Aktivität.

Ebenso interessant ist die Verteilung der Erdbeben mit der Tiefe: während sich an der Campi Flegrei die Hypozentren über den Jahresverlauf relativ gleichförmig verteilen, erkennt man am Vesuv eine Zunahme tiefer gelegener Erdbeben in den letzten Monaten (Der Vulkan Ätna rutscht – Mittelmeer-Tsunami droht – Zeitbombe La Palma).

Die Seismik könnte tatsächlich mit der Bewegung magmatischer Fluide zusammenhängen. Die Aktivitätszunahme ist allerdings nicht so stark, dass die Vulkanologen vor Ort Alarm geben werden. Einige Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass sich das Fördersystem noch in einer Abkühlphase befindet, wodurch die erstarrte Lava im Schlot schrumpft und sich zusammenzieht (Behördenwarnung: Katastrophale Vulkaneruptionen in Kalifornien „unvermeidlich“).

In diesen Fall könnten die Erdbeben durch Deflation verursacht werden. Der letzte Ausbruch des Vesuvs ereignete sich im Jahr 1944.

Literatur:

Die Erde im Umbruch: Katastrophen form(t)en diese Welt. Beweise aus historischer Zeit

Erde im Aufruhr

Vulkanismus

Quellen: PublicDomain/Focus/vulkane.net am 28.03.2019

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