
terra-mystica.jimdofree.com berichtet: Der Physikstudent Germain Tobar hat eine mathematische Gleichung erarbeitet, die das Problem des sogenannten Großvater-Paradoxon löst, das bei Zeitreisen früher oder später auftreten kann.
Angefangen bei Klassikern wie »Die Zeitmaschine« über »Doktor Who« und »Zurück in die Zukunft« bis »Edge of Tomorrow« oder der Serie »Dark« erfreuen sich seit Jahrzehnten die Menschen an den Geschichten über Zeitreisen in Science-Fiction-Filmen und -Literatur.
Aber selbst wenn es tatsächlich möglich sein sollte, in die Vergangenheit oder Zukunft zu reisen, würde jeder Zeitreisende irgendwann zwangsläufig auf das sogenannte Großvater-Paradoxon stoßen: Der Zeitreisende könnte in der Vergangenheit seinen Großvater töten, bevor dieser seinen Vater zeugt. Folge dessen wird er nicht geboren und kann gar nicht durch die Zeit reisen, um seinen Großvater zu töten.
Da der Großvater also lebt, werden sein Vater und der Zeitreisende doch wieder geboren und es entsteht eine theoretische Zeitschleife, die wissenschaftlich eher unwahrscheinlich ist.
Nun glaubt der Physikstudent Germain Tobar von der University of Queensland (UQ) in Australien aber, dass er die notwendige mathematische Lösung entwickelt hat, um derartige Paradoxe grundsätzlich zu vermeiden.
Seiner auf Classical and Quantum Gravity veröffentlichte Studie zufolge zeigen seine Berechnungen, dass die Raumzeit tatsächlich in der Lage ist, sich selbst anzupassen und auf diese Weise grundsätzlich Paradoxa zu vermeiden, indem sie die Zeitachse korrigiert bzw. neu kalibriert.
In dem oben erwähnten Beispiel mit dem Großvater könnte die Korrektur so erfolgen, dass der Getötete in der neuen Zeitachse gar nicht der Großvater des Zeitreisenden wird und es so kein Paradoxon gibt. Demnach könnte ein Zeitreisender zwar Änderungen in der Vergangenheit vornehmen, doch es käme am Ende immer zu dem ursprünglichen Ergebnis.
„Die klassische Dynamik besagt, wenn man den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt kennt, kann uns dies die gesamte Geschichte des Systems erzählen“, wird Tobar auf der Webseite der UQ zitiert (Zeitreisen entschlüsselt: Forscher entwickeln erste Zeitmaschine)




„Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie sagt jedoch die Existenz von Zeitschleifen oder Zeitreisen voraus – wobei ein Ereignis sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft seiner selbst liegen kann – und stellt damit theoretisch die Lehre der Dynamik auf den Kopf.“
Natürlich ist dies alles rein hypothetisch doch Tobars Arbeit zu diesem Thema erweist sich zumindest als ziemlich überzeugend. Das findet auch der Physiker Fabio Costa, der Tobar bei seiner Studie unterstützte und sagt: „Die angewendete Mathematik ist stimmig – und die Ergebnisse sind der Stoff, aus dem Science-Fiction gemacht wird.“
© Fernando Calvo für terra-mystica.jimdofree.com am 07.09.2020
„Das Großvaterparadoxon kann immer umgangen werden, was ein sehr erstaunliches Ergebnis ist. Mit dem Nebenergebnis, dass es mehrere konsistente Lösungen gibt. Es gibt unendlich viele.“ Ämin Baumeler, Quantenphysiker aus Wien
Genau das zeigt auch die Arbeit des australischen Studenten. Egal, was ich tue, auch wenn ich meinen Großvater umbringe – das wird nichts an der Zukunft ändern. Das klingt unmöglich, aber rein mathematisch gesehen funktioniert das. Es gibt unendlich viele Wege, die am Großvaterparadoxon vorbeiführen.
Ich kann zwar versuchen, meinen Großvater umzubringen, aber ich werde damit niemals verhindern können, dass ich geboren werde. Weil es mir nicht gelingt, ihn umzubringen. Oder er den Angriff überlebt. Oder weil es gar nicht mein richtiger Großvater war. Am Ende passieren die Dinge so, dass sich am Ergebnis nichts ändert.
„Man kann sagen das Paradoxon tritt nicht auf. Also jede widersprüchliche Lösung wird nicht auftreten. Das ist ein logischer Widerspruch.“ Ämin Baumeler, Quantenphysiker aus Wien
Egal, ob ich in die Vergangenheit reise und dort eine Atombombe zünde oder mich von einer Klippe stürze, es kann die Zukunft nicht grundlegend verändern. Das klingt absurd und zeigt, wie theoretisch das alles ist. Und diese Theorie wird wahrscheinlich niemals auf den Prüfstand kommen (Die Geheimdienste, der Vatikan und Experimente mit der Zeit).

Denn in der Realität werden wir wohl niemals in der Lage sein, durch die Zeit zu reisen – Paradoxon hin oder her. Trotzdem sind diese Szenarien für die Wissenschaft interessant, sagt Ämin Baumeler.
Denn wer etwas außerhalb des Realisierbaren untersucht, der lernt auch etwas über das Realisierbare.
Literatur:
1
2
Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit
Bionische Regeneration: Das Altern aufhalten mit den geheimen Strategien der Natur
Das Holographische Universum: Ein Buch über Cyberkultur, Magick, Schamanismus, Quantenphysik, Künstliche Intelligenz und die Matrix
Wunderwerk Zirbeldrüse: Das Bewusstseinstor zu einer erweiterten Wahrnehmung
