
Täglich nimmt der Ukraine-Krieg an Dynamik und Härte zu.
Dabei stehen sich das unter Putin zu neuem Imperialismus erwachte Russland und die zum westlichen Interessensspielball avancierte Ukraine gegenüber.
Dass ein solches Szenario schon 2019 von hochrangigen US-Regierungsbeamten durchexerziert wurde, ist weitläufig unbekannt. Ebenso, dass sich einiges davon längst realisiert hat.
Das Schlimmste aber: Diese äußerst realistische Kriegssimulation führt letztlich zu einem verheerenden Atomkrieg mit einer Milliarde Toten!
Der Ukraine-Krieg ist Ausdruck des Kampfes der sogenannten alten gegen die neuen Werte. Vor allem die USA schürten bereits in der Vergangenheit diesen gewalttätigen Konflikt, unterstützten 2014 die Maidan-Aufstände in Kiew.
Der dortige Regime Change verlief erfolgreich. Nun soll dieser auch in Moskau vonstattengehen, um ebenfalls eine westliche Marionette zu installieren.
Der Weltöffentlichkeit unbekannt ist, dass es ein solches „Kriegsspiel“ bereits 2019 als „wissenschaftliche Simulation“ von einer Gruppe ehemaliger und gegenwärtiger hochrangiger US-Regierungsbeamter durchgespielt wurde.
Einer der Teilnehmer dieses „War Games“ war Harry J. Kazianis, Senior Director of Korean Studies am Center for the National Interest, einer politischen Denkfabrik in Washington, D.C.
Bei dem durchexerzierten Planspiel marschiert Russland ähnlich, wie drei Jahre später in der Realität, in der Ukraine ein: Und das unter dem Vorwand, die russischsprachige Bevölkerung zu schützen zu wollen, die von der faschistischen Kiewer Regierung unterdrückt wird. Der Ukraine gelingt jedoch ein Gegenschlag mit schweren russischen Verlusten.
Daraufhin will Moskau mit massiven Angriffen der Luftwaffe, mit Raketen und Marschflugkörpern die Ukraine entmilitarisieren. Bodentruppen folgen, die das Land besetzen. Jedoch kommt es durch eine fehlgeleitete Attacke zu zahlreichen toten Zivilisten im grenznahen Nachbarland Polen.
Daraufhin beschließt der Westen wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland sowie den Ausschluss aus dem internationalen Bankensystem. Putin antwortet mit einem Cyberkrieg gegen polnische Banken und gegen das dortige Stromnetz, wobei auch die baltischen Staaten miteinbezogen werden. Gleichzeitig werden Militäranlagen und Flughäfen rund um Lemberg bombardiert.

Polen erklärt den Bündnisfall, involviert so die NATO, die eine Flugverbotszone um Lemberg einrichtet und in die Ukraine einmarschiert.
Der militärische Konflikt eskaliert, bis Moskau taktische Atomwaffen einsetzt; auch gegen europäische Städte.
Die NATO übt Vergeltung auf dieselbe Art und Weise.
Das Ergebnis dieser internationalen Eskalation: Totale Verwüstung und eine Milliarde Tote!
Eine erschreckend realistische Simulation aus dem Jahr 2019, die sich 2022 zumindest schon teilweise so ereignet hat!
Was passiert, wenn eine Atombombe einschlägt?
Die Angst vor dem Einsatz von Nuklearwaffen kommt durch den Krieg gegen die Ukraine wieder hoch. Forschende zeigen, dass schon eine einzige in einer Großstadt detonierende Atomwaffe katastrophale Folgen mit sich brächte.
Auch wenn es nur eine Simulation ist: Was eine einzige Atombombe in einer Großstadt wie Berlin unmittelbar anrichten könnte, lässt sich mit wenigen Klicks in der interaktiven Karte „Nukemap“ erahnen.


Auf den Einschlag würde ein Feuerball folgen, der sich über zweieinhalb Quadratkilometer erstreckt. Eine Überdruckwelle, die sich rasant über sechs Kilometer Luftlinie ausdehnt und die Wohngebäude zum Einsturz bringt, die Glasfenster zum Zerbersten.
Es gäbe großflächig Brände und Feuer. Wer sich im Freien oder in zerstörten Gebäuden befände, würde während der Explosion erblinden und starke Verbrennungen auf der Haut erleiden.
Dann käme der radioaktive Staub und Schutt. Frühestens 15 Minuten nach dem Einschlag würde er aus mehreren Kilometern Höhe herunterregnen. Die Folge: Gravierende Gesundheitsprobleme bei den Einwohnern und Einwohnerinnen. Übelkeit, Schwindel und geschädigte Körperzellen machten sich unmittelbar bemerkbar, später auch Krebserkrankungen.
Bei besonders starker Strahlung wäre es auch möglich, innerhalb weniger Stunden zu sterben. Die Verletzten behandeln könnte vorerst niemand. Die Innenstadt samt Kliniken und ärztlichen Praxen wäre mit dem Einschlag einer Atombombe nahezu komplett zerstört.
Es wäre ein Szenario drastischen Ausmaßes: Rund 640.000 Tote und 1,3 Millionen Verletzte wären unmittelbar zu beklagen, wenn beispielsweise die „Topol SS-25″, eine Atomwaffe des russischen Raketenarsenals, in der deutschen Hauptstadt einschlagen würde.
Die Berechnung der Opferzahlen ist allerdings nur eine grobe Schätzung. Kalkuliert hat das der am Stevens Institute of Technology ansässige Historiker und Nuklearexperte Alex Wellerstein.
Der hatte das Onlinetool bereits 2012 konstruiert – und registriert seit dem Krieg gegen die Ukraine wieder vermehrt Besucher und Besucherinnen auf seiner Homepage. Die spielen mit der „Nukemap“ Effekte einer Atombombenexplosion für unterschiedliche Orte weltweit am Rechner durch.
Waren an einem normalen Tag ohne Krise bis zu 20.000 Menschen auf der Homepage, seien es nun mehr als 150.000, sagte Wellerstein Anfang März im Gespräch mit der US-Zeitschrift „The Atlantic“.

Grundsätzlich besteht seit dem Wettrüsten im Kalten Krieg aber immer die Gefahr, dass es in Konflikten zu atomaren Eskalationen kommen kann. Bislang wurden zwei Atomwaffen in einem Krieg abgeworfen – auf Hiroshima und Nagasaki in Japan.
Die US-amerikanische Regierung ordnete das im August 1945 an. Auch heute noch gibt es 13.080 Atomsprengköpfe weltweit, wie das Internationale Friedensforschungsinstitut Sipri festhält. Rund 90 Prozent davon befinden sich, Stand 2021, in den Händen Russlands und der Vereinigten Staaten.
Die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China – die größten Atommächte – haben auch einen Atomwaffensperrvertrag unterschrieben. Dieses Dekret beschreibt das Verbot der Verbreitung und die Verpflichtung zur Abrüstung von Nuklearwaffen. Momentan sieht es aber nicht danach aus, dass die Welt demnächst atomwaffenfrei würde. Die USA und Russland modernisieren ihre Nuklearwaffen und Trägersysteme in kostspieligen Programmen, China vergrößert sein Arsenal.
„Die Gesamtzahl der Sprengköpfe in den weltweiten Militärbeständen scheint nun zuzunehmen, ein besorgniserregendes Zeichen dafür, dass der rückläufige Trend, der die weltweiten Nukleararsenale seit dem Ende des Kalten Krieges kennzeichnet, ins Stocken geraten ist“, wird Hans M. Kristensen, einer der Leiter vom Sipri-Institut in einer Mitteilung von Mitte 2021 zitiert. Es sehe so aus, dass Russland und die USA den Atomwaffen in ihren nationalen Sicherheitsstrategien wieder mehr Bedeutung beimessen.
Zudem gibt es inzwischen weitere Staaten, die im Besitz von Nuklearsprengköpfen sind, und die Abkommen nicht unterschrieben haben: Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea. Pakistan und Indien sind dem Sipri-Institut zufolge je in Besitz von rund 160 Waffen dieser Art und bauen ihr Arsenal weiter aus. Israel hat 90 Sprengköpfe. Die Angaben, die es zu Nordkorea gibt, sind nicht offiziell bestätigt. Geschätzt wird, dass es rund 40 bis 50 Atomwaffen sein könnten.

Nuklearer Winter selbst bei regionalen Atomkriegen denkbar
Welche Konsequenzen ein globaler Atomkrieg wirklich haben könnte, ist schwer zu kalkulieren. Schließlich gab es so eine Katastrophe glücklicherweise noch nicht. Forschende weisen darauf hin, dass das von der Anzahl und Größe der Waffen, der Regionen, selbst des Wetters zum Zeitpunkt einer Explosion abhängt. Klar ist: Die Opferzahlen wären immens hoch.
Die Ereignisse in Hiroshima und Nagasaki haben gezeigt, dass allein die Explosionen von zwei Atombomben sofort mehr als 100.000 Menschen töteten. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen – in den nächsten Jahren kamen etliche weitere hinzu.
Fänden zahlreiche Atombombenexplosionen auf dem Globus statt, gäbe es nach der direkten Zerstörung und radioaktiven Strahlung in den Abwurfregionen noch ein weiteres Problem: den nuklearen Winter.
Ein Team um den Klimaforscher Alan Robock von der Rutgers University in New Jersey modellierte 2014 verschiedene Szenarien, bei dem hundert kleinere Nuklearwaffen in einem begrenzten regionalen Atomkrieg zwischen Indien und Pakistan eingesetzt werden.
Brächte jede Seite 50 15 Kilotonnen-Waffen in großen Städten zur Detonation, würden so große Mengen Asche und Staub aufgewirbelt werden, dass sich diese in der Stratosphäre über die ganze Erde verteilen, also hoch oben in der Atmosphäre.
Die Folge: Sonnenlicht käme nur noch erschwert durch die Wolkenschicht. Eis würde sich an vielen Orten weltweit auf Wasser und Land ausbreiten, landwirtschaftliche Nutzpflanzen absterben, Menschen hungern und frieren.
Die Asche in der Stratosphäre würde zudem großflächig die Ozonschicht zerstören. Die UV-Strahlung würde ungefiltert auf die Erde auftreffen – mit negativen Effekten für ganze Ökosysteme. Die Forschenden schätzen, dass eine Erholung von derartigen Effekten bis zu zwei Jahrzehnte brauchen könnte.
„Diese Ergebnisse veranschaulichen einige der schwerwiegenden negativen Folgen des Einsatzes von nur 100 der kleinsten Atomwaffen in modernen Megastädten“, betonen die Forschenden in ihrer Studie. Die USA, Russland, Großbritannien, China und Frankreich hätten Lagerbestände mit viel größeren Atomwaffen, die die 100 untersuchten aus Pakistan und Indien in den Schatten stellten.

Mit Blick auf die Gefahren für die menschliche Gesellschaft und andere Lebensformen auf der Erde, die von selbst einer geringen Anzahl von Atomwaffen ausgehen, sollten die Staaten „die dringende Notwendigkeit besser verstehen, diese Gefahr weltweit zu beseitigen“, schreiben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.
Allein sind sie mit ihrer Forderung nicht. 2013 wurde beispielsweise das Deep Cuts Projekt ins Leben gerufen. Experten und Expertinnen der Rüstungskontrolle und ehemalige Regierungsbeamte und Beamtinnen aus den USA, Russland und Deutschland erarbeiten darin konkrete politische Handlungsoptionen bei der nuklearen Waffenkontrolle für Politiker und Politikerinnen.
Das Gremium sieht auch gegenwärtig im Krieg gegen die Ukraine noch Spielraum. Bisherige Verträge und Vertragsentwürfe deuteten darauf hin, dass noch „Raum für Verhandlungen besteht“, um gegenseitige Sicherheitsbedenken auszuräumen, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Februar. Inhaltliche Diskussionen und Informationsaustausch böten einen Weg, die aktuelle Krise zu stabilisieren und die europäische Sicherheit längerfristig zu stärken.
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Quellen: PublicDomain/guidograndt.de/rnd.com am 05.04.2022
