Der „schlafende Prophet“ Edgar Cayce und Lemuria

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In den Readings des Edgar Cayce, der gerade aufgrund seiner Atlantis-Visionen weltbekannt wurde, finden sich ebenfalls diverse Aussagen über das umstrittene Ur-Pazifikreich Lemuria.

William Hutton, ein esoterischer Autor, Geologe (!) und Cayce-Kenner, stellt diese wenig bekannten „Channelings“ in seinem beachtenswerten Artikel EVIDENCE OF LEMURIA, OR MU vor, aus dem wir zunächst einige Zitate vorstellen wollen, da dieses Material im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannt ist.

(Titelbild: Nach Cayce hatten die Menschen auf Lemuria noch nicht ihre „perfekte körperliche Form“, sondern konnten als halbmaterielle Seelen noch „direkt auf die materielle Welt einwirken.“)

Hutton schreibt über diese Lemuria-Berichte des ‚Schlafenden Propheten‘: „Die Cayce-Readings beziehen sich unter verschiedenen Namen auf einen verschollenen Kontinent im Pazifik, aber am häufigsten wird er Lemuria genannt.

Andere Namen sind Mu, Zu, Lu, und möglicherweise Oz [sic; bb]. Einige davon könnten sich auf Provinzen des Kontinents beziehen, oder auf Teile, die nach einem größeren Zusammenbruch des Landes übrig blieben.“

Im ersten dieser drei Readings „…finden wir die Entität in jenem Land, das heute als das amerikanische bekannt ist, während der Perioden, in welchen Lemuria oder die Lande von Mu und Zu sich im Aufruhr ihrer Vernichtung befanden.(Lemuria: Ein Blick auf den anderen versunkenen Kontinent)

Und die Entität war unter jenen, welche […] in [der Gegend], die nun nicht weit entfernt von jenem Land ist, in welchem die Entität bei diesem Aufenthalt erstmals das Licht erblickte [die Frau, die das Reading angefordert hatte, war in der Gegend von Santa Rosa/Petaluma, Kalifornien, geboren worden; W.H.]. […Sie] richtete einen Tempel zur Anbetung derjenigen ein, die den Erschütterungen der Erd-Verschiebung während dieser bestimmten Periode entronnen waren. Die Entität etablierte unter dem Namen Oeueou in der Nähe der Gegend, die heute Santa Barbara heißt, den Tempel der Sonne und des Mondes; da der Satellit des Mondes noch nicht verschwunden war….<“

Hutton´s Fragen dazu sind bezeichnend: „Welcher >Satellit des Mondes?< Wie >verschwand< er? Durch seinen Impakt im Mond? An welcher Stelle? War dies ein natürlicher oder ein von Menschen gemachter Satellit? Sofern er künstlich war, wozu diente er? Navigation und/oder Kommunikation? Für wen und durch wen? Waren Aliens involviert?“

Dann lässt er das zweite und dritte Beispiel für die zahlreichen Cayce-Readings folgen, die den verschollenen Kontinent Lemuria erwähnen: „Vorher finden wir, dass die Entität in jenem Lande war, das als Mu bekannt war, oder als das verschwundene Land des Pazifik, des Friedvollen; während jener Perioden als viele von jenen zu Macht gelangt waren, da dort jene Ausweisungen und Vorbereitungen zur Erhaltung getroffen wurden; da sie gewusst hatten, dass das Land bald zerbrechen würde.“(Die Legenden von Lemuria, Atlantis und Mu und was sie uns über die Sehnsucht nach einer besseren Welt verraten)

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Weiter heißt es bei Cayce: „Zuvor finden wir, dass die Entität sich in jenem Land aufhielt, das als Zu, oder Lemuria, oder Mu bezeichnet wurde. Dies war vor der Anwesenheit der Menschen in perfekter körperlicher Form; ehe sie, man könnte sagen, fähig dazu wurden – während jener Entwicklungen dieser Periode – innerhalb oder außerhalb des Körpers [zu sein] und materiell zu agieren.

Im Geiste oder im Fleisch machten sie jene Dinge, jene Einflüsse, welche die Zerstörung brachten …“ [Wir bemerken die Kompatibilität mit den Szenarien der Theosophen und Anthroposophen; bb] „Hier haben wir“, so Hutton, „einen Bezug auf eine Zeit, als Seelen direkt auf die materielle Welt einwirken konnten. Dieser Aspekt der Verweise in den Readings auf Lemuria findet seine Resonanz in dem Buch >Atlantis to the Latter Days<.“

Dessen Autor Randall-Stevens hielt sich, auch was den Äonen späteren Untergang Lemurias und Atlantis´ angeht, weitgehend an Cayces Konzept. Ihm zufolge, „ereignete sich die eigentliche Zerstörung von Lemuria über eine Periode von vielen tausenden von Jahren hinweg. Sie >kam zustande als das Ergebnis einer Serie vulkanischer Störungen, welche allmählich die Substrata unterminierten, wobei sie die Fundamente jenes Kontinents in Gefahr brachten.“ [8]

Der eigentliche Kataklysmus stellte für Randall-Stevens, der ebenso wie Cayce Christ war, das Ergebnis des sündigen Treibens vieler Lemurier dar. Hutton zitiert ihn dazu: „Das Desaster kam aufgrund der Macht zustande … die vom Teufel und seiner Gefolgschaft [sic!] ausgeübt wurde.

Randall-Stevens stellt weiter fest: >Schwarze Magie war überall, und die Lage derjenigen, die noch fest auf der Seite der göttlichen Evolution standen, war fast hoffnungslos … Während vorausgehender Perioden bekamen all jene [Lemurier], die auf Atlantis [überleben] sollten, den Befehl, sich auf jenen Kontinent zu begeben.<

Randall-Stevens schreibt, dass die endgültige Vernichtung Lemurias sich vor etwa 30 000 Jahren ereignete.“ Hutton synchronisiert nun einzelne Cayce-Readings zu Lemuria und Atlantis: „Der Untergang von Lemuria muss weltweite geophysikalische Konsequenzen gehabt haben. Die Datierung auf 30 000 v.d. Gegenwart stimmt mit der zweiten Zerstörungs-Periode auf Atlantis überein, als >in einem Großteil des Landes kleine Kanäle [entstanden].<

Doch die Lektüre von Reading 364-4 scheint zu implizieren, dass das endgültige Verschwinden von Lemuria sich möglicherweise nur 10 700 Jahre vor der finalen Zerstörung von Atlantis ereignete, also vor 22 600 Jahren<.“

Die geophysikalischen Vorgänge, die Hutton hier anspricht, mögen Teil seiner empirischen Argumentation für die Historizität der Inhalte von Cayces Readings sein; der ‚Schlafende Prophet‘ dürfte selber eher Probleme mit einer naturwissenschaftlichen Ausdeutung seiner Trance-Protokolle gehabt haben.

Das Cayce´s Teminologie nicht immer (grenz-)wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird, zeigt folgender Auszug, den wir ebenfalls bei Hutton entdeckt haben: „… die Variationen [in den spirituellen, materiellen und kommerziellen Aspekten von Atlantis; W.H.] erstrecken sich, wie wir feststellen, über eine Periode von etwa zweihunderttausend Jahren – das heißt Lichtjahren [sic!] – wie sie heute bekannt sind – und dass es VIELE solche Veränderungen der Oberfläche dessen gab, was wir heute die Erde nennen.“ Cayce erwähnt zudem, dass es während dieses ungeheuren Zeitraums mehrere Pol-Sprünge und -Wenden gegeben habe und dass die letzte derartige Veränderung vor etwa „zehntausend-siebenhundert (10700) Lichtjahren oder Erdenjahren in ihrem derzeitigen Zustand erfolgte, wie er von Amilius – oder Adam – festgesetzt wurde.“

Wer Derartiges ernst nimmt, der kann auch phantastische Romane zu historischen Quellen umdeuten. So beruft sich Hutton auch auf F.S. Olivers – zum Gähnen langweilige – Story von ‚Phlylos dem Tibetaner‘: „Als nächtstes haben wir die Geschichte von Phylos, einem reinkarnierten Meister, die von F.S. Oliver 1883 gechannelt wurde. […] Was auch immer man über Edgar Cayce’s mediale Readings denken mag, so wurde Phylos in einem davon als zuverlässige Quelle [sic!; bb] betrachtet. In seinem Buch spricht Phylos von einem früheren Leben auf Lemuria.

(Diese Karte zeigt außer Atlantis auch ein kontinentales Mu (nach E. Cayce), wie es sich viele Esoteriker vorstellen, oder wie es in etwa den Überlieferungen der Hopi Nordamerikas entspricht)

Er beschreibt >seltsame kleine Pferde, die drei Zehen an jedem Fuß und hohe Schultern haben<, ein >großes Haus, das aus Stein gebaut ist<, und einen dunklen, braunhäutigen Mann, >mit krallenartigen Händen<. Solche Informationen indizieren eine frühestens spät-miozäne Zeit – bis zu neun Millionen Jahre her – und einer früheren Menschenrasse.“

Erneut muss auffallen, dass der Esoteriker und Cayce-Anhänger Hutton um eine wissenschaftlich nachvollziehbare Auslegung der Cayce-Readings sowie korrespondierender, übersinnlicher und okkulter, „Informationen“ bemüht ist.

Tatsächlich ignorieren oder verneinen keineswegs alle Esoteriker die Möglichkeit und Notwendigkeit rationaler Beweisführung in der Atlantis- und Lemuria-Forschung. Bisweilen wird sogar geradezu die Synthese esoterischer und naturwissenschaftlicher Elemente gefordert.

Dabei können einzelne Autoren – wie Hutton, bei dem es sich immerhin um einen professionellen Geologen handelt! – bisweilen höchst interessante Hinweise, Indizien und Evidenzen in den Diskurs um versunkene Landmassen im Atlantik und Pazifik einbringen.

Im Großen und Ganzen jedoch hat die okkult/esoterische Suche nach Atlantis und Lemuria – wie zu zeigen war – empirischer und naturwissenschaftlich orientierter Forschung kaum etwas zu bieten.

Quellen: PublicDomain/atlantisforschung.de am 29.04.2022

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