
terra-mystica.jimdofree.com berichtet:
US-Wissenschaftler behaupten, sie hätten einen entscheidenden ersten Schritt bei der Entwicklung einer Behandlungsmethode gemacht, die es Menschen ermöglichen könnte, ihre fehlenden oder abgebrochenen Zähne nachwachsen zu lassen.
Laut der dazu im Fachjournal Developmental Cell veröffentlichten Studie haben Forscher der University of Washington in einem Labor ein Organoid (organähnliche Mikrostrukturen von menschlichem Gewebe) gezüchtet, das in der Lage ist, die Proteine zu produzieren, die den Zahnschmelz sowie die äußere Schutzschicht der Zähne – das härteste Material im menschlichen Körper – bilden.
Dies wurde mit Hilfe von Stammzellen erreicht, die dazu gebracht wurden, sich zu spezialisierten Zellen, sogenannten Ameloblasten, zu entwickeln, die bei der Zahnbildung den Zahnschmelz bilden.
Diese Zellen sterben nach Abschluss der Zahnbildung ab, so dass der erwachsene Körper keine Möglichkeit mehr hat, den dringend benötigten Zahnschmelz zu regenerieren.
Den US-Wissenschaftlern gelang es jedoch, im Labor künstliche Ameloblasten zu erzeugen, die beschädigte Zähne reparieren oder verlorene regenerieren können und einen entscheidenden ersten Schritt auf dem Weg zu dem langfristigen Ziel bilden, stammzellbasierte Behandlungen zu entwickeln. (Gesundheit: 9 Wege, um Fluoride (ein bekanntes Neurotoxin) aus deinem Körper zu entgiften)




Um den »Bauplan« für die Herstellung von Ameloblasten zu erhalten, musste sich das Team mit der komplizierten Genetik befassen, die der Zellbildung im Körper zugrunde liegt, denn die DNA ist wie ein Rezeptbuch, das die Anweisungen zur Herstellung aller Proteine in unserem Körper enthält.
Diese Anweisungen werden an die molekularen Maschinen (aus Makromolekülen zusammengesetztes Gebilde) übermittelt, die Proteine über RNA-Moleküle, sogenannte Messenger-RNA (mRNA), zusammensetzen.
In den zahlreichen Phasen der Gewebeentwicklung werden in jedem Stadium unterschiedliche Proteine benötigt, was durch das Aktivieren und Deaktivieren von Genen reguliert wird.
Entsprechend verwendete das Team ein Verfahren namens »Single-Cell combinatorial Indexing RNA Sequencing« (sci-RNA-seq), um das Stadium der Schmelzproduktion wiederherzustellen. Anschließend wurde ein Computermodell verwendet, um zu verstehen, wie das Muster der Genaktivität es schafft, Proteine zu kodieren, die undifferenzierte Stammzellen in vollständig differenzierte Ameloblasten verwandeln.

Das Endprodukt war ein komplexes Organoid: ein winziges, dreidimensionales, vielzelliges Miniorgan in einer Petrischale.
Dies könnte möglicherweise zur Entwicklung sogenannter »lebender Füllungen« führen, die wachsen und Hohlräume und andere Defekte reparieren könnten, wie Professorin Hannele Ruohola-Baker, eine weltweit führende Expertin für regenerative Medizin an der University of Washington und Leiterin der Studie, in einem Statement erklärt:
„Viele der Organe, die wir gerne ersetzen würden, wie die menschliche Bauchspeicheldrüse, die Niere und das Gehirn, sind groß und komplex. Es wird Zeit brauchen, sie sicher aus Stammzellen zu regenerieren. Zähne hingegen sind viel kleiner und weniger komplex. Es kann eine Weile dauern, bis wir sie regenerieren können, doch wir können jetzt die Schritte erkennen, die wir brauchen, um dorthin zu gelangen.“
Auch andere Studien haben schon große Fortschritte darin erzielt, beschädigte Zähne wieder nachwachsen zu lassen.
Erst vor wenigen Wochen hatten japanische Wissenschaftler bekannt gegeben, dass sie in 2024 mit der Erprobung eines neuartigen Medikaments am Menschen starten wollen, das Zähne nachwachsen lässt.
Wenn alles gut geht, könnte ihrer Ansicht nach schon 2030 eine Zahnregenerationstherapie für Menschen mit einem lückenhaften Gebiss zur Verfügung stehen.


Und bereits in 2014 stellten US-amerikanische Forscher haben in Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen ihr Verfahren vor, wie man zukünftig Füllungen, Kronen oder gar Zahnprothesen ersetzen könnte.
Mit Hilfe eines schwachen Laserlichtstrahls konnten die Forscher in ihren Experimenten Zahnsubstanz Dentin wieder wachsen lassen. Dentin ist ein hartes, knochenähnliches Gewebe, das sich unterhalb des Zahnschmelzes befindet und einen Großteil des Zahns bildet.
1
2
Dazu bohrten sie ein kleines Loch in die zu behandelnden Zähne und bestrahlten anschließend mit dem Laser die beschädigte Stelle sowie das weiche Gewebe darunter. Innerhalb von etwa zwölf Wochen nach der Behandlung bildete sich am Zahn neues Dentin.
Die Wissenschaftler glaubten, dass das Laserlicht wahrscheinlich einen bestimmten Signalstoff namens »Tumornekrosefaktor beta« aktiviert, der die Stammzellen dazu anregt, das Dentin zu bilden.
Da man die Experimente aber nur an Tieren erfolgreich durchgeführt hatte, sollten weitere Versuche an Menschen folgen, um zu prüfen, ob die Regeneration des Dentins auch bei uns funktioniert.

Doch leider gab es keine Updates zu ihren geplanten Testreihen – wie so oft bei vielen angekündigten angeblichen medizinischen »Durchbrüchen« …
© Fernando Calvo für terra-mystica.jimdofree.com 26.08.2023
