
Gerne wird in spirituellen Kreisen behauptet, das Licht, das Menschen in einer Nahtoderfahrung erleben, sei eine Falle, die dazu führe, dass man unnötigerweise wieder inkarnieren muss. Einer, der sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt hat, ist der in Großbritannien lebende Künstler und Astralreisende Jürgen Ziewe.
Er hatte zahlreiche außerkörperliche Erfahrungen und Erfahrungen mit dem Licht. Auf dem Kanal „Einblicke ins Jenseits“ berichtet Ziewe was er auf der anderen Seite erlebt hat, was es mit dem geheimnisvollen Licht auf sich hat und warum wir inkarnieren. Von Frank Schwede
Seit den 1970er Jahren meditiert der Künstler und Astralreisende Jürgen Ziewe mehrere Stunden täglich, um, wie er sagt, in einen höheren Bewusstseinszustand zu treten.
Mehrmals schon verließ Ziewe auf seinen Reisen seinen physischen Körper, um nichtphysische Welten zu besuchen, die seinen Worten nach ebenso real, wenn nicht sogar realer als unsere gewohnte physische Umgebung sind.
In der anderen Welt hat Jürgen Ziewe auch Bekanntschaft mit dem Licht gemacht, von den Menschen mit Nahtoderfahrung häufig berichten und von dem aus spiritueller Sicht behauptet wird, dass es eine Falle sei, die dazu führe, dass der Verstorbene wieder inkarnieren muss.
Der Künstler und Astralreisende klärt auf, dass es verschiedene Arten von Licht gibt. Beispielsweise wenn man von einer Bewusstseinsebene auf die andere steigt, etwa durch eine Nahtoderfahrung:
„Die Erde ist im Vergleich zu den höheren Astralebenen ziemlich dunkel. Wenn man in höhere Astralebene geht, ist das schon ein bisschen heller. Und auch das Bewusstsein erweitert sich langsam.
Das erste, was wahrgenommen wird, ist eine gewisse Helligkeit. Und wenn man in die Astralebene einsteigt, dann ist das wie ein Licht, bis man sich daran gewöhnt hat. Dann ist man in einer normalen Umgebung, die sicherlich viel schöner ist, als unsere irdische Umgebung.“
Allerdings ist es nicht das Licht Gottes, verrät Jürgen Ziewe. Außerdem ist das Licht nicht beständig, sondern eine astrale Helligkeit. Sobald man sich an die Helligkeit gewöhnt hat, verliert sie ihren Glanz, so der Künstler:
„Das ist, wie wenn man aus dem Keller ans Tageslicht tritt. Es ist in gewisser Weise nur eine spirituelle Umstellung und es ist keine Falle, wie gerne behauptet wird.“ (Nahtoderfahrung: Teenager stirbt und kündigt den Anbruch des „Neuen Zeitalters“ an (Video))

Jürgen Ziewe: „Eine Lichtfalle gibt es nicht!“
Laut Jürgen Ziewe ist das Licht lediglich eine Erweiterung des Bewusstseins, das uns aus die irdische Ebene in eine höhere geistige Ebene transportiert, die sich auf einer viel höheren Schwingung befindet:
„Die Idee, dass das eine Falle sein könnte, ist für mich unbegreiflich, weil ich diesem Licht schon mehrere Male begegnet bin; durch Tiefenmeditation und außerkörperliche Erfahrungen.“
Jürgen Ziewe glaubt, dass der Gedanke dahinter darin besteht, eine neue Religion zu schaffen, um eigene Glaubensüberzeugungen zu verbreiten. Wer die Wahrheit herausfinden will, sollte sich seiner Meinung nach ausgiebig mit dem Thema Reinkarnation beschäftigen.
Ziewe erklärt, was wir uns unter den Begriff Inkarnation vorzustellen haben:
„Die Inkarnation ist ein Vorgang, der genauso natürlich ist wie die Geburt und das Leben generell. Wenn wir sterben, dann sterben wir in der Regel mit verschiedenen Verhaltensweisen, Bedürfnissen, Wünschen und Problemen, die wir noch immer mit uns herumtragen.“
Diese Probleme werden nach Worten von Jürgen Ziewe nach dem körperlichen Tod auf der astralen Ebene behandelt:
„Es kann sein, dass wir irgendwelche negativen Gefühle haben, die werden auf der unteren astralen Ebene ausgelebt. Es kann vorkommen, wenn sich das mit unseren Wünschen und Bedürfnissen entfaltet hat, dass wir in einen zweiten Tod eintreten, der Tod unseres Egos.“


Wenn wir dann unser Verlangen und unsere Bedürfnisse abgelegt haben, dann treten wir in das Licht ein und gleichzeitig in eine höhere Bewusstseinsstufe auf unterschiedlichen Ebenen. Jürgen Ziewe :
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„Leute, die keine hochentwickelte geistige Einstellung haben und nicht durch das Herz und die Liebe leben, werden meistens von diesem Licht eingenommen. Weil ihr Bewusstseinszustand noch nicht reif genug ist, werden sie in eine Art Tiefschlaf versetzt, sodass sie das Licht nicht einmal bewusst erleben können.“
Menschen mit sowieso hohem Bewusstsein werden auf dieser Ebene einen noch höheren Bewusstseinszustand erlangen.
Das heißt, an diesem besonderen Ort erleben sie eine zusätzliche Erweiterung ihres Bewusstseins, um zu erkennen, was ihr wirkliches Selbst ist. Ziewe:
„Mystiker behaupten, dass es sich bei dem Licht um eine Quelle des Seins handelt. Leute, die schon eine Nahtoderfahrung hatten, bezeichnen dieses Licht als ein nachhause kommen.
Und das fühlt sich auch so an. Man fühlt sich wirklich zuhause. Eigentlich müsste man annehmen, jetzt sind wir wieder bei Gott in unserer wirklichen Seele und jetzt ist alles vorbei.“

Bekanntschaft mit höheren Selbst machen
Das ist ein großer Irrtum sagt, Jürgen Ziewe, weil die meisten Menschen in diesem Bewusstseinszustand mit ihrem wahren Selbst bekannt gemacht werden, denn das wahre Selbst ist nicht das Ego, das im Laufe des Lebens durch ein Konditionierungsprogramm auf gebaut wird, so Ziewe:
„Unser wahres Selbst geht viel weiter. Es umfasst sogar unsere früheren Leben und alle Dinge, die wir mit anderen Menschen geteilt und erlebt haben. Wenn man sich ein Bild davon machen will, dann müsste man sich am besten einen Körper vorstellen, der sich aus Hexagons zusammensetzt.“
Im Hinduismus wird dieser Körper als Indras Netz bezeichnet. An jedem Schnittpunkt befindet sich entweder ein anderes Leben, ein Problem oder ein Lebensabschnitt, der noch nicht aufgelöst würde. Jürgen Ziewe bezeichnet das Netz als riesiges Gehirn:
„Oder eine Galaxie, wo alles durch ein Netz miteinander verbunden ist. Das ist unser wirkliches Selbst. In diesem Netzwerk können wir erleben, was wir sind und warum wir so sind.“
Jürgen Ziewe hat bei seinen außerkörperlichen Erfahrungen feststellen können, dass man an den Schnittpunkten des Netzes frühere Leben finden kann und dass, wenn man sich auf einen dieser Schnittpunkte konzentriert, man das frühere Leben real betrachten kann. Ziewe sagt:
„Ich habe festgestellt, dass mein früheres Leben einen Bezug zu meinem jetzigen Leben hat. Durch meinen Besuch in Indras Netz, habe ich auch zum ersten Mal gemerkt, wie vielfältig mein Lebens ist.“
In seinen Büchern Der multidimensionale Mann und Blick in die Unendlichkeit hat Jürgen Ziewe fünf seiner Leben beschrieben, die sich alle auf die eine oder andere Weise auf sein jetziges Leben beziehen:
„Dadurch kann ich jetzt ablesen, wie das nächste Leben aussehen wird. Das nächste Leben besteht daraus, dass die Energien, die sich in diesem Netz befinden, miteinander interagieren und ein neues Leben und eine neue Persönlichkeit zusammenstellen.“

Die neue Persönlichkeit setzt sich aus neuen Energien und Eigenschaften und Verbindungen zu weiteren Energien zusammen, wodurch erst die neue Inkarnation zustande kommen kann, erklärt Jürgen Ziewe:
„Die Inkarnation kommt nämlich nur dadurch zustande, dass bestimmte Energien unseres höheren Selbst noch ungelöst sind und gelöst werden wollen. Das sind in der Regel Karma, Gewohnheiten, Talente und mentale Eindrücke.“
Ein neuer Geisteskörper wird zusammengesetzt
Das sind also die Zutaten, aus denen sich unser neuer Seelen- oder Geisteskörper zusammensetzt, mit dem wir in eine neue Inkarnation eintreten. Der Inkarnations- Prozess ist laut Jürgen Ziewe unvermeidlich:
„Das ist ein ganz natürlicher Ablauf, der sich nicht vermeiden lässt. Wir können zwar von unserem Ego aus den Wunsch äußern, wir wollen nicht ein weiteres Mal inkarnieren. Es ist aber letztendlich eine Entscheidung unserer Seele und nicht eine Entscheidung unseres Egos.“
Jürgen Ziewe erklärt, dass wir das nur dann beurteilen und entscheiden können, wenn wir das aus der Warte unseres wahren Ich sehen. Dass ist aber nur möglich, wenn wir in unsere Ur-Seele eintreten:
„Es ist sogar ganz natürlich, dass wir in diesen Prozess eintreten und keine Problem darin sehen, weil wir uns aus dem göttlichen Bewusstsein sehen und nicht aus dem Bewusstsein unseres Egos.“
Viele Menschen haben aufgrund von Schwierigkeiten in ihrem jetzigen Leben Angst vor einer weiteren Inkarnation, weil sie fürchten, dass die Probleme wieder von vorne beginnen könnten. Jürgen Ziewe verrät, was der richtige Weg ist, um aus dem Dilemma herauszukommen:

„Das ist ganz klar der Weg der Erleuchtung. Es geht darum, dass die Seele erleuchtet werden muss. Die ganzen Anspannungen, die sich angesammelt haben, müssen abgelegt werden. Das kann nur dadurch geschehen, dass wir uns über ein Leben hinaus langsam mit unserem göttlichen Wesen vertraut machen.“
Das kann nach Worten von Jürgen Ziewe nur durch eine bestimmte Einstellung der Liebe und der Weisheit geschehen. Doch am Ende kommt es auf jeden selbst an, wie er diesen Weg einschlägt.
„Das geschieht aber nicht von heute auf morgen. Bei mir hat das 50 Jahre gedauert, bis ich mich in diesen Zustand hineingefunden habe, wo ich jetzt weiß, dass ich diese Befreiung erfahren durfte und dass ich jetzt die Kontrolle über meine Inkarnation habe.“
Jürgen Ziewe sagt, dass Erleuchtung nichts mit dem Glauben zu tun hat, sondern es ist ein ganz natürlicher Ablauf, der schon seit Jahrtausenden von Hindus und Mönchen gelehrt wird.
Eine Inkarnation ist laut Jürgen Ziewe deshalb so wichtig, weil wir mit jeder Inkarnation neue Erfahrungen dazulernen und dadurch unser göttliches Bewusstsein und unsere Seele bereichern:
„Es geht darum, dass die Problemaspekte, die unsere Seele belasten, aufgelöst werden. Das kann nur geschehen, indem wir bestimmte Erfahrungen machen – und jede Seele sucht sich ihren ganz bestimmten Weg, um Erfahrungen zu machen.“

Das göttliche Bewusstsein hört nie auf
Das heißt, jede Seele wählt eine andere Perspektive, um das göttliche Bewusstsein zu entfalten. Das göttliche Bewusstsein hört nie auf und bringt ständig neue Seelen in die Welt, dass sie neue Erfahrungen machen können, verrät Jürgen Ziewe:
„Unsere individuelle Seele trägt nur einen ganz kleinen Teil dazu bei. Sobald die Seele die Erfahrung gemacht hat, die sie machen muss, um erleuchtet zu werden, wird sie Bestandteil der großen Seele oder des göttlichen Bewusstseins sein – und genau da fängt erst unser wirkliches Leben an.“
Wenn unsere Seele irgendwann diesen Zustand erreicht hat, dann sind wir wirklich frei. Erst dann haben wir die Kontrolle über unsere Inkarnation und können entscheiden, ob wir beispielsweise für immer als Engel leben wollen oder ob wir noch einmal inkarnieren. Das bleibt dann unsere eigene Entscheidung. Einen anderen Weg gibt es nicht.
Die Erleuchtungserfahrung geht nach Worten von Jürgen Ziewe über den Intellekt und über die Worte hinaus. Der Künstler sagt, dass wir noch immer in der Dunkelheit leben und uns erst an das Licht gewöhnen müssen, ähnlich, wie wenn wir uns in einem dunklen Wald oder in einem Raum ohne Licht befinden.
Wir stoßen uns an allen möglichen Ecken und Kanten, weil wir die Welt nicht verstehen und nichts wissen. Ganz langsam machen wir uns vertraut mit der physischen Welt, wie Kinder das tun, die merken, dass sie auch auf Widerstand stoßen und wütend werden.
So wachsen wir langsam als Menschen auf und verstehen nach vielem Hin und Her irgendwann die Welt. Ziewe:
„Wir sind eigentlich Kinder, die verschiedene Erfahrungen machen. Und diese Erfahrungen werden von unserem Urbewusstsein aufgenommen.
Das Bewusstsein dehnt sich immer weiter aus, mit neuen Menschen, mit neunen Erfahrungen und mit Tieren – es sammelt neue Erfahrungen in der materiellen Welt. Und so geht es immer weiter. Das ist das Spiel der Natur und der Realität.“

Jürgen Ziewe vergleicht das Bewusstsein mit einem Fluss, der eine Quelle hat und sich langsam durch die Landschaft schlängelt, bis er den Ozean erreicht hat.
Es ist seinen Worten nach der Urdrang des Bewusstseins nach Manifestation, um neue Erfahrungen zu machen:
„Und es ist noch nicht einmal gesagt, dass es nur einen Bewusstseinsstrom gibt. Es gibt vielleicht sogar Tausende. Jede Inkarnation hat einen tieferen Sinn.
Unser höheres Selbst entscheidet über die Inkarnation, unser Ego löst sich auf. Das Ego hat nämlich nichts mit unserem höheren Selbst zu tun.
Unser höheres Selbst ist ein Zustand der Glückseligkeit. Es sieht die Welt als Erfahrungsmöglichkeit, während wir auf der Erde nur einen ganz kleinen Ausschnitt unseres Lebens sehen.“
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Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 02.03.2025
