Die Medien überschlagen sich mit Lob und Zustimmung für den ehemaligen Leiter der Gauck-Behörde. Jeder zweite Deutsche sei für einen Bundespräsidenten Gauck, dieser stehe für Rechtschaffenheit, Offenheit und schonungslose Aufklärung. Er genieße uneingeschränktes Vertrauen, so der Usus. Hier kann unserer Ansicht nach, ein Blick hinter die Kulissen eines Mitgliedes der Atlantikbrücke nicht schaden, welche mit einem Slogan der Freimaurer glänzt. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist zwar auch zum Wahlspruch der Franzosen geworden, dessen Ursprung liegt aber in den Logen des Grand Orient de France, noch vor der französischen Revolution.
Wir wollen hier das Terpe-Papier aufgreifen, welches ein weiteres Licht auf Joachim Gauck wirft und welches in der aktuellen Debatte fast komplett ausgeblendet wird. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre Gauck als Bundespräsident untragbar und auch die vergebenen Lorbeeren müssten erneut auf den Prüfstand.
Zunächst eine kurze Erklärung zu einigen Begriffen.
Die Abkürzung IM steht für inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Diese Behörde kürzt sich als MfS ab oder dem Begriff Stasi.
Ehemaligen Mitbürgern der DDR dürften diese Abkürzungen nur zu gut im Gedächtnis geblieben sein, auch wenn sich die BRD mehr und mehr anschickt der Stasi den Rang abzulaufen. Doch nun zurück zu dem Terpe-Papier und einigen weiteren Informationen.
Sowohl der damalige Minister des Inneren der DDR Peter-Michael Diestel als auch Lafontain sagten der Zeit zufolge, dass Gauck ein Stasi-Begünstigter gewesen sei.
Erstaunlich ist, dass die Terpe-Papiere ebenso unauffindbar sind, wie der Artikel der Welt dazu vom 23. April 1991. Leider begann auch archive.org erst 1996 mit der Aufzeichnung und so ist dort auch nichts zu finden. Vielleicht kann hier ja ein findiger Leser Abhilfe schaffen.
Streitig ist der Umstand der Einstellung des “Operativen Vorgangs” (OV) um Joachim Gauck. Die einen wähnen hier den Handfesten Beweis für die Konspiration Joachim Gaucks mit der Stasi, andere wiederum sehen es als Bestechungsversuch seitens Terpe.
Eine tatsächliche Aufklärung der Fragen dürften hier Zeitzeugen, die Terpe-Papiere und entsprechende Forschungen bringen. Ohne eine sachliche Aufarbeitung der Vorwürfe jedoch, würde das Massaker an Wulff wie ein sonniger Tag am Strand aussehen und das Amt des Bundespräsidenten in seinen Grundfesten erschüttert werden. Die Vorwürfe in Verbindung mit der Leitung der Gauck-Behörde und Gerüchten über abhandegekommene Akten von diversen Politikern etc, dürfen hier nicht ungehört verhallen. Weiterer Schaden von dem höchsten Amt der Republik muss zwingend ferngehalten werden. So gebietet die bisher massiv unterdrückte Diskussion, eben jene schonungslose Aufklärung, für welche Joachim Gauck ja selbst eintritt.
Sollte also Herr Gauck tatsächlich für das Amt kandidieren, ist Aufklärung Staatsräson. Die Leser sind hier gebeten, den Artikel mit entsprechenden Hinweisen, egal ob für oder gegen diese Theorien, aufzuwerten. Leider kann ich selbst mir aus Mangel an Dokumenten kein abschließendes Urteil erlauben und wünsche mir somit nur eine sachliche Aufarbeitung der Thematik.
Quelle: iknews.de vom 19.02.2012
