Experten: Staat Libyen wird Geschichte

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Es ist Moskaus Fehler gewesen, die libysche Übergangsregierung anzuerkennen, die den Zerfall des Landes nicht stoppen kann. So heißt es in einem Kommentar, den die russische Onlinezeitung „Wojennoje Obosrenije“ am Samstag veröffentlichte.

Allem Anschein nach werde bald der Staat Libyen nur in historischen Chroniken und auf veralteten geographischen Karten zu finden sein. Jeder Clan versuche, einen möglichst großen Teil des libyschen Territoriums unter seine Kontrolle zu bringen, hieß es.

Nach der Autonomie-Erklärung der östlichen Provinz Cyrenaika will sich auch die Mittelmeer-Stadt Misrata abschotten: Die Stadtverwaltung verweigert Menschen aus anderen Regionen die Einreise ohne spezielle Genehmigung, wie die Zeitung weiter schrieb.

Wahrscheinlich werde der Zerfall weiter gehen. Der Nationale Übergangsrat habe völlig versagt und werde von allen praktisch ignoriert. Dessen Präsident Mustafa Abdel Dschalil habe behauptet, dass die Separatisten von westlichen Ländern finanziell unterstützt würden. Der Übergangspräsident scheine vergessen zu haben, dass der Westen auch ihm den Rücken bei der Machtergreifung gestärkt habe.

Der Kommentator der Zeitung beschäftigt sich mit der Frage, ob Russland nun eine der politischen Kräfte in Libyen nun unterstützen sollte. Wahrscheinlich nicht, so die Antwort. Eher könne man sagen, dass der Kreml mit seiner Anerkennung der derzeitigen Übergangsregierung einen Fehler begangen habe. Da der Westen Libyen Zerfall provoziert habe, müsse er nun auch die Sorgen für eine Wiedervereinigung übernehmen, so das Kommentar.

Quelle: Stimme Russlands vom 11.03.2012

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