Wälder statt Gletscher

Anstelle von Gletschern werde es bald im südsibierischen Altaigebirge Wälder geben, meinen Wissenschaftler. Wegen Klimaveränderungen verringerten sich die Eismassive dort zügig. In den letzten 40 Jahren seien 77 Gletscher weggetaut. Diese Tendenz werde im nächsten Jahrzehnt fortbestehen, dieser Auffassung sind Fachleute der Staatsuniversität Altai.

Die Gletscher des Altais begannen schon Mitte des 19. Jahrhunderts zu tauen, und sind in dieser Zeit um anderthalb- bis zwei Kilometer zurückgewichen. In einem Jahr verschwinden etwa 10 bis 15 Meter Eis, erzählte der Stimme Russlands Oleg Ostanin, Dozent an der geographischen Fakultät der Staatsuniversität Altai:

„Das gilt für die größten Täler und Gletscher. Jedoch fangen die Gletscher in letzter Zeit an, mit einer höheren Geschwindigkeit wegzutauen. Beispielsweise taute der Gletscher Sofijski im Jahre 2008 mit einer Geschwindigkeit von 40 Meter im Jahr weg. Das ist ein recht hoher Wert.“

Nach Ansicht von Wissenschaftlern bestehe der Grund für das Zurückweichen der Gletscher in der globalen Klimaerwärmung. Die Durchschnittstemperatur hat sich im Altai innerhalb von hundert Jahren um anderthalb Grad erhöht. Dabei ist eine zunehmende Dynamik dieses Prozesses zu verzeichnen. Laut Prognosen wird sich das Zurückweichen der Gletscher in den nächsten zehn Jahren fortsetzen und sich sogar rascher als jetzt vollziehen. Wozu kann das Tauen der Gletscher führen? In erster Linie werde das den Zustand der Flüsse beeinflussen, erläutert Oleg Ostanin: „Das kann sich auf die Entwicklung der Landwirtschaft auswirken, denn die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind an Wasseradern gebunden. Und der Anteil der Gletscher ist gleichsam der Kernpunkt für diese Region. Einen großen Anteil trägt die Schneedecke, trägt das Tauwasser, tragen die Niederschläge bei, aber die Grundlage der Flüsse, ganz besonders der Flüsse im Hochgebirge, bilden die Gletscher.“

Die Angaben der Klimaforscher zeugen davon, dass es auf der Erde innerhalb der letzten 150 Jahre unentwegt immer wärmer wird. Zuvor war aber im Gegenteil eine Abkühlung zu beobachten. Eine solche „Klimaschaukel“, stellt der Wissenschaftler fest, sei für die Natur selbstverständlich. Beispielsweise sei vom 7. bis zum 12. Jahrhundert eine noch stärkere Erwärmung als jetzt zu beobachten gewesen. Unter den jetzigen Bedingungen werden die natürlichen Temperaturschwankungen jedoch durch den menschlichen Faktor, den anthropogenen Einfluss der Zivilisation, überlagert. Und deshalb verfolgt die Wissenschaft aufmerksam die Geschwindigkeit des Gletschertauens. Dieser Prozess habe nicht nur Nachteile, sondern auch seine Vorzüge, sagt Oleg Ostanin:

„Nach dem Zurückweichen der Gletscher beginnt die Obergrenze des Waldes, sich ebenfalls zu verändern. Die Waldmassive folgen nach und nach den Gletschern auf dem Fuße. Dementsprechend wird sich der Anteil der Waldmassive vergrößern. Und nach den Waldmassiven werden auch die anderen Landschaften nachrücken.“

Wie sich dieser Prozess entwickeln wird, dies zu prognostizieren, sind die Wissenschaftler noch nicht bereit. Übrigens sind sie sich dessen sicher, dass man solche Erscheinungen ständig im Auge behalten sollte. In der lebendigen Welt hängt alles bekanntlich miteinander wechselseitig zusammen: Die Veränderung eines Faktors wirkt sich unvermeidlich auf alle anderen aus.

Quelle: Stimme Russlands vom 08.05.2012

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