Arktis: Melting Pot – Schmelztiegel

So wenig Eis war noch nie: Das Meereis der Arktis schmilzt. Im September bedeckte es noch eine Fläche von rund 3,4 Millionen Quadratkilometern zwischen Franz-Josef-Land und Grönland. Das ist weniger als die Hälfte des Durchschnittswerts der vergangenen 30 Jahre. Der Rückzug der Eisschicht eröffnet neue Wege, auch im Run auf die Rohstoffe.

Die Kühlung im Norden stottert und das hat Folgen für das Klima. Insbesondere bei uns in Europa. Denn der arktische Eispanzer hat bisher für größere Temperaturunterschiede zwischen dem hohen Norden und den gemäßigten Breiten gesorgt, und damit auch für mehr Wind.

Künftig werden die Westwinde, die so wichtig sind für das Klima in Europa, immer mal wieder einschlafen. Extreme Hitze oder Kälte kann sich so länger halten. Der Meeres-spiegel allerdings steigt durch das schwindende Eis in der Arktis direkt nicht an. Das geschieht erst durch das Schmelzen der großen Festlandeismassen auf Grönland oder durch die Eisschmelze auf der gegenüberliegenden Seite der Erde, in der Antarktis.

Erdöl und Erdgas unter dem Eis

Wo das Eis schwindet, wird der Weg frei zu gewaltigen Rohstoffvorkommen, die im Boden des Polarmeers schlummern. Die Geologische Gesellschaft der USA schätzt, dass im Nordpolarmeer ein Viertel aller noch nicht entdeckten Vorkommen an Öl und Gas lagern. Die technischen und ökologischen Risiken der Förderung sind jedoch erheblich.

In der Animation ist der Rückgang des arktischen Eis von 1980 bis 2010 zu sehen.

Gebietsansprüche geregelt

Anders als gemeinhin angenommen sind die meisten Gebiete klar verteilt, die Gebiets-ansprüche geregelt. Wo es Konflikte gab, etwa zwischen Norwegen und Russland, hat man sich kürzlich überraschend geeinigt.

Eine ökologische Katastrophe droht noch aus einer weiteren Richtung: Seit Jahren schon lässt die russische Eismeerflotte ausgediente Atom-U-Boote in der Barentsee verrotten. Einige Schiffe sind inzwischen so marode, dass in absehbarer Zeit Radioaktivität auszu-treten droht.

Link zum Radiobeitrag

Quellen: USGS/Wikipedia/wissen.dradio.de vom 28.09.2012

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