
Patienten in Deutschland nehmen häufig zu viele verschiedene Arzneimittel ein, die im Zusammenspiel ihrer Gesundheit mehr schaden als nutzen können. Jede sechste Verordnung birgt das Risiko von unerwünschten Wechselwirkungen mit einem anderen Medikament. Dies ist das Ergebnis einer Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK. Besonders betroffen sind ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen, vor allem Pflegeheim-Bewohner.
Bei der Auswertung von Daten der rund 24 Millionen AOK-Versicherten bundesweit aus dem ersten Quartal des vergangenen Jahres entdeckten die Wissenschaftler, dass die Ärzte in etwa drei von 1000 Fällen sogar einen Pillen-Mix verschrieben, der lebens-bedrohlich sein kann. Grundlage der Untersuchung waren insgesamt knapp 65 Millionen verordnete Verpackungen in diesem Zeitraum.
Als ein Beispiel nennt die Studie 120.000 Fälle, in denen der Blutdrucksenker Aliskiren mit anderen Blutdruck senkenden Präparaten gemeinsam verabreicht wurde. Für Patienten mit Diabetes oder Niereninsuffizienz könne diese Kombination tödlich sein. „Eines der verblüffenden Ergebnisse war, dass 80 Prozent der Fälle nur durch Ver-ordnungen von einem Arzt geschehen sind“, sagte Gisbert Selke, einer der Studien-Autoren. Die Wissenschaftler unterscheiden drei Stufen bei den Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Neben denen, die wegen ihrer Lebensbedrohlichkeit keinesfalls mit-einander eingenommen werden dürfen, fanden die Studienautoren 2,3 Millionen Fälle der zweiten Gefahrenstufe. Das entspricht etwa 3,5 Prozent der Verordnungen. Diese Arzneimittel-Kombinationen können „schwerwiegende gesundheitliche“ Folgen haben.
Nur die Kassen haben den Überblick – nicht
„Nicht jede Wechselwirkung schadet. Manchmal verordnen Ärzte auch bewusst Arzneimittel-Kombinationen, um eine Wirkung zu verstärken“, betonte Selke. Von diesen Fällen, die als „moderates Risiko“ eingestuft werden, zählte die AOK im ersten Quartal 2012 insgesamt 11,3 Millionen Fälle. Bei solchen Kombinationen müssten die Patienten „engmaschig“ überprüft werden, betonte Selke.
Das Problem gefährlicher Arzneimittel-Kombinationen können Kassen und Ärzte nur gemeinsam lösen, meint der Chef der AOK Hamburg/Rheinland, Günter Wältermann. Die AOK sucht wie eine Reihe anderer Krankenkassen auch inzwischen das Gespräch mit den Medizinern, wenn bedenkliche Verordnungen auffallen. Teilweise wüssten die Ärzte eben auch nicht von den Verordnungen der Kollegen. In solchen Fällen hätten nur die Kassen den Überblick über die Verschreibungen.
Wältermann sieht vor allem Handlungsbedarf bei der Versorgung von Pflegeheim-Bewohnern. „Dort werden teilweise Dosierungen und Kombinationen verordnet, die unter Körperverletzung fallen“, sagte der AOK-Chef unserer Zeitung. „So lange die Arzneimittelsicherheit nicht auf der elektronischen Gesundheitskarte verankert ist, laufen wir dem Problem leider hinterher“, sagte Wältermann. Erst wenn alle Arzneien auf der Karte festgehalten würden, könnten gefährliche Kombinationen besser vermieden werden. Zudem forderte Wältermann mehr Fortbildung der Ärzte im Bereich Pharmazie.
Organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen – wie Patienten und Verbraucher betrogen werden
Quelle: rp-online vom 28.01.2013
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