Öl-Preis fällt auf Sechs-Jahres-Tief – Euro fällt auf Neun-Jahres-Tief zum Dollar

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Der Euro fiel am Dienstag auf den tiefsten Stand seit neun Jahren. Analysten setzten daher ihre Prognosen für die Kursentwicklung nach unten. Bereits für Ende 2016 wird eine Parität zwischen Euro und Dollar erwartet.

Am Dienstag fiel der Euro bis auf 1,1753 US-Dollar. Damit lag der Kurs knapp unter dem in der vergangenen Woche erreichten neunjährigen Tiefstand. Zuletzt erholte sich der Euro auf 1,1780 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1782 (Montag: 1,1804) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete 0,8488 (0,8472) Euro.

Die Analysten der Deutschen Bank haben am Dienstag ihre Prognosen für die Kursentwicklung weiter herabgesetzt. Danach erwarten sie nunmehr schon für Ende 2016 die Parität im Kursverhältnis Euro zu Dollar und für Ende 2017 einen Stand von 90 US-Cent. Bislang hatten die Prognosen noch fünf US-Cent höher – also bei 1,05 Dollar für 2016 und 0,95 Dollar für 2017 – gelegen.

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(Am Dienstag fiel der Euro bis auf 1,1753 US-Dollar. Damit lag der Kurs knapp unter dem in der vergangenen Woche erreichten neunjährigen Tiefstand)

Für Ende 2015 sagen die Experten einen Euro-Kurs von 1,10 (bislang 1,15) Dollar voraus. Damit hatten sie im Schnitt der meisten erst kürzlich von Reuters befragten Analysten gelegen. Auch Goldman Sachs hatte erst kürzlich die Prognosen heruntergeschraubt und erwartet ebenfalls für Ende 2016 die Parität und für 2017 einen Kurs von 90 US-Cent.

Die neue Prognose passe sich der Marktentwicklung an, hieß es in dem Kommentar der Deutschen Bank weiter. Schließlich sei der Euro schon jetzt – zu Jahresbeginn – nahe der Jahresend-Prognose. Am Dienstag notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,1754 Dollar auf dem niedrigsten Stand seit neun Jahren. Als Hauptgrund für die Euro-Schwäche gilt die wachsende Zinsdifferenz zwischen den USA und der Euro-Zone.

Öl-Preis fällt auf Sechs-Jahres-Tief

Der Öl-Preis der Nordsee-Sorte Brent ist am Dienstag auf ein Sechs-Jahres-Tief von 45,23 Dollar pro Barrel gefallen. Der Öl-Minister der Vereinigten Arabischen Emirate sagt, dass die OPEC-Staaten ihre Fördermengen trotz des Überangebots nicht drosseln werden. US-Investor Jeffrey Gundlach warnt davor, dass der fallende Öl-Preis Russland zu einer aggressiveren Haltung zwingen könnte.

Wegen des weltweiten Überangebots und einer schwächelnde Nachfrage hat sich die richtungsweisende Sorte Brent in den vergangenen sieben Monaten um 60 Prozent verbilligt. Mit 45,23 Dollar pro Barrel kostete Roh-Öl aus der Nordsee am Dienstag so wenig wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Und ein Ende des Preisverfalls ist – zumindest kurzfristig – nicht in Sicht. Am Nachmittag erholte sich der Öl-Preis und stieg auf 47,215 Dollar pro Barrel.

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(Das Überangebot an Öl lässt den Öl-Preis der richtungsweisenden Sorte Brent stetig absinken)

Auf einer Energie-Konferenz in Abu Dhabi sagte der Öl-Minister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Suhail bin Mohammed al-Mazroui, dass die Entscheidung der OPEC im November richtig sei. „Die Strategie wird sich nicht ändern“, zitiert die Financial Times den Minister. Zuvor hatte die OPEC verkündet, dass sie Ihre Fördermengen nicht drosseln werde. Es sollen weiterhin 30 Millionen Barrel pro Tag gefördert werden. Das Problem liege nicht bei den OPEC-Staaten. „Wir haben ein Überangebot an Schiefer-Öl. Das muss geändert werden“, so al-Mazroui.

US-Investor Jeff Gundlach hingegen sagt, dass der weltweite Verfall der Öl-Preise vor allem den russischen Präsidenten Putin unter Druck setze. Er könnte im eigenen Land zu einer aggressiveren Haltung gezwungen werden. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Putin in die Offensive geht (…) Die große Frage ist also, was in Russland passieren wird. Möglich ist zum Beispiel, dass die Oligarchen die Geduld verlieren und Putin beseitigen. Das wäre nicht der erste solche Coup in Russland“, so Gundlach.

Die Entwicklung belastete erneut den Rubel, der rund fünf Prozent an Wert verlor. Für einen Dollar mussten in Moskau 66,35 Rubel bezahlt werden – nach 63,17 Rubel am Montagabend. Der Euro entsprach 78,15 Rubel, nachdem es am Montagabend noch 74,68 Rubel gewesen waren.

Für Geschäfte mit dem Rubel sei der Rohölpreis weiterhin ausschlaggebend, erklärten Analysten von VTB Capital. Seit Jahresbeginn hat die russische Währung gegenüber dem Dollar bereits rund 16 Prozent verloren. Im gesamten vergangenen Jahr waren es etwa 41 Prozent.

Unter Druck gerät zunehmend auch Venezuela. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen auf „Caa3“ herab. Die Gefahr einer Staatspleite für den wichtigen Ölproduzenten sei „deutlich gestiegen“, erklärte Moody’s. „Hauptgrund“ für die Herabstufung sei der Verfall des Ölpreises wegen der Auswirkungen auf die Zahlungsbilanz und die Devisenreserven des Landes.

Venezuela, der Iran und Algerien haben bereits die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), in der sie Mitglied sind, zum Handeln aufgefordert. Bisher ist eine Drosselung der Fördermenge aber nicht abzusehen. Der Erdölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Masrui, sagte in Abu Dhabi, die OPEC könne den Ölpreis nicht mehr „schützen“. Die Überproduktion sei vor allem auf die Fracking-Industrie zurückzuführen, „und das muss korrigiert werden“, forderte er. Insbesondere die USA fördern mit der umstrittenen Fracking-Methode immer mehr Öl.

Der kuwaitische Ölminister Ali al-Omair erklärte ebenfalls, eine Senkung der OPEC-Fördermenge von derzeit 30 Millionen Barrel pro Tag würde den Preis nicht stabilisieren. Selbst eine Reduktion um 500.000 oder eine Million Barrel am Tag könne die Märkte nicht beruhigen, da die Überproduktion damit nicht ausgeglichen werde. Der Ölpreis werde weiter fallen, bis der Markt die Überkapazitäten aufgenommen und die Lage der Weltwirtschaft sich verbessert habe, sagte al-Omair voraus. Dies sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten.

Der Absturz der Ölpreise hält die Finanzmärkte und Weltwirtschaft weiter in Atem. Als Verlierer gelten nach wie vor Russland, der Iran und Venezuela.

Sie alle liegen mit der Supermacht USA im Clinch.

Quellen: format.at/Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten vom 12.01.2015

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