
Wir schreiben das Jahr 2018, die ganze Welt wird von einem goldenen M beherrscht. Die ganze Welt? Nein, ein paar unbeugsame Länder leisten erbitterten Widerstand gegen das Plastik-Essen.
Kein Fast-Food-Konzern der Welt macht so viel Umsatz wie McDonalds. Fast 25 Milliarden US-Dollar waren es 2016. Das Netzwerk aus Big Macs ist weltumspannend – mit ein paar interessanten Ausnahmen.
Manche davon sind schlicht politisch bedingt, andere haben kuriosere Gründe. Hier sind – in alphabetischer Reihenfolge – alle Länder, in denen ihr keinen einzigen McDonalds findet.
Barbados
1996 eröffnete die erste McDonalds-Filiale auf der Karibikinsel unweit der USA. Doch schon ein halbes Jahr später machte sie wegen Erfolgslosigkeit wieder dicht. Das hatte mehrere Gründe.
Erstens essen die Einwohner von Barbados kaum Rindfleisch, zweitens erschien ihnen das Fast Food zu ungesund und drittens unterstützte die Inselregierung McDonalds kaum. Das Gebäude der Filiale steht heute noch. Drinnen sitzt jetzt eine Finanzberatung.
Bermudas
Die Bermudas verboten schon 1970 sämtliche ausländischen Fast-Food-Ketten auf ihrem Staatsgebiet. McDonalds fand aber eine Lücke im Gesetz und eröffnete seine Filiale 1985 kurzerhand auf einem US-Luftwaffenstützpunkt, dessen Boden technisch gesehen als US-Staatsgebiet zählt. Die Basis wurde aber 1995 dichtgemacht und mit ihr verschwand auch der einzige McDonalds von der Insel.
Bolivien
In dem südamerikanischen Land ist McDonalds seit 2002 nicht mehr vertreten. Zwar ist Fast Food generell hier nicht verboten, die Regierung bekämpft ausländische Ketten aber massiv. Sie argumentiert dabei meist mit den gesundheitlichen Folgen massenhaften Burger-Konsums. Das reflektiert die allgemeine Einstellung der Bolivianer, die deswegen auch kein Interesse an mehr Big Macs im Land haben (Lexikon der Lebensmittelzusatzstoffe).
Iran
Wenig verwunderlich finden sich im Iran keine Filialen von McDonalds. Die letzte machte im Jahr der Revolution 1979 dicht. Seitdem ist amerikanisches Fast Food ungern gesehen. Lustigerweise haben die Iraner aber ihre eigene Version von McDonalds: Mash Donalds.
Das sieht fast genauso aus wie das Original und bietet ein ähnliches Menü. Es gibt übrigens auch Pizza Hat und Burger House. Seit dem Atomdeal und dem Wegfall der Handelssanktionen wird aber gemunkelt, dass die amerikanischen Originale bald wieder ihr Comeback in Teheran feiern könnten.



Island
Bis 2009 gab es einen McDonalds in Islands Hauptstadt Reykjavik. Dann traf die Finanzkrise die Insel so hart, dass sich das Geschäft nicht mehr lohnte. Es war auch vorher schon schwierig. Die Isländer gelten als sehr gesundheitsbewusste Esser, bei denen selten Fast-Food-Burger auf dem Teller landen.
Jemen
McDonalds ist im Jemen nicht offiziell verboten, extremistische Gruppen in dem Bürgerkriegsland haben aber mehrfach angekündigt, jedes goldene M im Land mit Waffengewalt anzugreifen. Da bleibt der US-Konzern dem Land lieber fern. Selbst ohne diese Drohungen gäbe es aber wahrscheinlich keine Filiale im Jemen, weil McDonalds die Wirtschaft des Landes zu unsicher ist.
Kambodscha
Kambodscha ist ein Land, das sich gerade erst langsam gegenüber westlichen Konzernen öffnet. Burger King hat vergangenes Jahr seine erste Filiale dort eröffnet, die so gut lief, dass wenige Monate später eine zweite in der Hauptstadt Phnom Penh aufmachte. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis auch McDonalds sich im Land etabliert (Schock-Enthüllung: Das ist der Grund, warum Ihnen McDonald’s-Pommes schaden).
Mazedonien
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Eigentlich gab es schon sieben Filialen in dem kleinen osteuropäischen Land, doch mittlerweile sind sie alle still gelegt. Dahinter steckt ein Streit zwischen dem europäischen Hauptquartier von McDonalds und dem mazedonischen Franchise-Nehmer, der alle Filialen betrieb. Der dauert nun schon einige Jahre an – und so lange er nicht beigelegt ist, müssen die Mazedonier auf Chicken Nuggets verzichten.
Montenegro
Man kann weder McDonalds noch Montenegro vorwerfen, dass sie es nicht versucht hätten. 2004 testet die Kette einen mobilen Stand an einem Strand nahe der Hauptstadt Podgorica. Die Burger kamen an und so wollte McDonalds danach gerne ein richtiges Restaurant eröffnen.
Doch die Regierung lehnte ab, aus Angst, ausländische Ketten würden die kleinen, einheimischen Restaurants vertreiben. Seitdem gibt es keinen McDonalds mehr in Montenegro.
Nepal
Nepal taucht selten in Listen auf, in denen es um wirtschaftlich schwache Länder geht, aber die Heimat des Mount Everest ist kein reiches Land und macht es McDonalds aus verschiedenen Gründen schwer. Mit Ausnahme der Hauptstadt Kathmandu ist das Land zu dünn besiedelt, damit eine Filiale eine große Reichweite hätte.
Da die meisten Nepalesen Hindus sind, dürfte kein Rindfleisch serviert werden. Und die schwache Währung würde die Gewinne von Franchise-Nehmern stark mindern. So hat sich bisher noch niemand gefunden, der eine Filiale eröffnen wollte.
Nordkorea
Es gibt Dinge, die müssen wir nicht näher erklären, oder? Nein, natürlich gibt es keinen imperialistischen McDonalds im Kim Jong Uns Reich (McDonald’s Pommes Frites enthalten Zutaten, die in Tankdichtstoffen und Biodiesel verwendet werden).
Seychellen
Der traumhafte Inselstaat im Indischen Ozean ließ einst eine britische Taxi-Gesellschaft ins Land. Die senkte die Preise so stark, dass die lokalen Taxi-Fahrer nicht mehr mithalten konnten und pleitegingen.
Das wiederum erzürnte die Inselregierung so sehr, dass sie fortan alle internationalen Ketten aus dem Land verbannte. Also gibt es bis heute auch keinen McDonalds dort.




Simbabwe
Simbabwe steht bei uns jetzt einmal stellvertretend für viele arme Länder Afrikas, in denen McDonalds bisher keine Filiale eröffnet hat – meist, weil es sich finanziell nicht lohnen würde. Neben Simbabwe zählen dazu zum Beispiel auch der Niger, Tschad, Mali, der Sudan und Eritrea – quasi alle Länder rund um den Äquator sind in Afrika McDonalds-frei („Happy Meal“ des Grauens: So sieht ein McDonald’s-Menü nach sechs Jahren aus).
Syrien
Auch hier ist wohl keine nähere Erläuterung notwendig. In dem vom Westen destabilisierten Bürgerkriegsland gibt es keine Big Macs. Syrien war auch davor schon nicht erpicht auf die US-Kette, nachdem George W. Bush das Land 2002 zum erweiterten Kreis seiner „Achse des Bösen“ erklärte.
Vatikan
Im Kirchenstaat selber gibt – auch aus Platzmangel – bis heute keine McDonalds-Filiale. Die Fast-Food-Kette eröffnete aber 2016 ein Geschäft gleich außerhalb der Mauern des Vatikan und in Räumlichkeiten, die der Kirchenstaat vermietet. Die Aufregung unter den Gläubigen war groß, aber die Filiale hält sich bis heute.
Fast Food wirkt wie eine Infektion und hat fatale Folgen
Fast Food ist Lifestyle? Es wirkt im menschlichen Körper wie eine Infektion – sagen zumindest Immunologen über diese verbreitete Ernährungsweise. Und die Forscher warnen davor, dass das aktivierte Immunsystem sich schließlich auch gegen den eigenen Körper wenden kann – was sich in schlimmen Erkrankungen äußert (Fastfood: Ungesundes Essen macht unser Immunsystem aggressiv).
Dass Fastfood ungesund ist und zu Übergewicht führt, ist eine alte Leier. Auch dass infolge einer solchen Ernährung viele weitere Erkrankungen auftreten, hört man nicht erst seit gestern. Doch dass die westliche Ernährungsweise mit ihren vielen Fetten, Zuckern und wenigen Ballaststoffen selbst auf den menschlichen Körper wirkt wie eine Infektion, ist etwas Neues…
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Literatur:
Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit
Harte Kost: Wie unser Essen produziert wird – Auf der Suche nach Lösungen für die Ernährung der Welt
Taste the Waste – Warum schmeißen wir unser Essen auf den Müll?
Das Schweinesystem: Wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden
Quellen: PublicDomain/finanzen100.de/de.sputniknews.com am 22.01.2018
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