Glücksspiel: Fluch oder Segen für die zivilisierte Gesellschaft?

In der heutigen Zeit sind Spiele wie Poker, Black-Jack und andere Kartenspiele, aber auch Slotmachine-Spiele oder einfache Wetten Teil unseres Alltags. Wir begegnen ihnen täglich. Aber wann entstand diese Art des Spiels?

Wie konnten sie so eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung bekommen? Welchen Einfluss hat das Glücksspiel auf unsere Gesellschaft? Worin liegen die Vorteile und worin die Gefahren für unsere Gesellschaft. Das sind nur einige der Fragen die durch diesem Artikel beantwortet werden sollen.

Die ersten Glücksspiele

Glückspiel ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Schon in den frühesten Formen war es Teil des Kräftemessens zwischen Individuen. Sicherlich wurde schon in der Steinzeit darum gewettet welcher Jäger das beste Fell nach Hause bringt oder das größte Wild erlebt.

Sicher gab es auch einfache Ratespiele wie etwa in welcher Hand die Nuss versteckt ist oder ähnliche Spiele. Die ersten Arten von Wettspielen waren aber in jedem Fall meist sehr einfach, wurden mit Mitteln des täglichen Bedarfs veranstaltet und waren in dieser Zeit nur ein harmloser Spaß oder eine Möglichkeit um für etwas Abwechslung im Alltag der Jäger und Sammler zu sorgen. Das änderte sich erst mit dem entstehen der ersten frühen Hochkulturen.

Glücksspiel für den Lebensunterhalt

Durch die ersten Hochkulturen entstand innerhalb der Städte schnell der Wunsch nach Unterhaltung. Dieses wurde oftmals in Form von Tierdressuren, Akrobatik oder führenden Sängern geboten. Schnell wurde aber auch das Glücksspiel von fahrenden Schaustellern genutzt um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Die sogenannten Hütchenspieler gab es in fast jeder Stadt.

Die Veranstalter versuchten sich oft so mit einem ziemlich kargen Ertrag über die Runden zu bringen. Das zu diesem Zweck das Spiel in den wenigsten Fällen fair ablief dürfte auf der Hand liegen. Trotzdem erfreuten sich Wett- und Glücksspiele in den Städten der Hochkulturen großer Beliebtheit.

Diese Spiele fanden zum Teil sogar in aller Öffentlichkeit mitten auf Straßen und Plätzen statt. Das führte dazu, dass sich zum Beispiel der König Hammurabi dazu genötigt sah entsprechende Gesetze zu erlassen um dem allgegenwärtigen Glücksspiel Herr zu werden.

Auch von den ersten chinesischen Zivilisationen ist bekannt das sie das Glücksspiel reglementierten auch wenn unsere fernöstlichen Nachbarn in der Regel weit offener mit Glücksspiel umgegangen sind wie es in anderen Zivilisationen der Fall war.

Der Staat als ordnungsgebendes Organ

Überall wo Gewinne in größerem Umfang erzielt werden ist in der Regel auch relativ schnell der Staat zur Stelle um entsprechende Steuern zu erheben. Das war vor hunderten von Jahren nicht anders wie in heutiger Zeit.

Schon damals wurden vielfach entweder Steuern auf das Glücksspiel erhoben oder es wurde von der Kirche bzw. der jeweiligen Religion verflucht und somit dann verboten. Gerade in der Zeit des Mittelalters war dies in Mitteleuropa der Fall. Mit der Renaissance stiegen auch wieder die Freiheiten der Bürger. Die Kirche als moralische Instanz trat weitgehend in den Hintergrund.

Der Staat gewährte den Bürgern mehr Freiheiten was sich vor allem in den reichen Stätten zeigte. Somit stieg auch wieder die Verbreitung des Glücksspiels. Spiele wie die französische Version von 17 und 4 – besser bekannt unter dem Namen Blackjack – verbreiteten sich in dieser Zeit bei den Höfen der Adeligen.

Mit dem Aufkommen des Bürgertums fand das Glücksspiel dann seine Verbreitung unter der wohlhabenden Klasse der Bürger. Es entstanden erste exklusive Casinos die Spiele wie Roulette, Blackjack oder Poker anhören. Der Staat beschränkte sich in der Regel darauf auf diese Art von Gewerbe entsprechende Steuern zu erheben.

Auch in der heutigen Zeit führt der Staat mehr oder weniger effektive Kontrollfunktion aus und erhebt eine Steuer auf das Glücksspiel. Einzige Ausnahme bilden die große Lotterien, sie sind in Deutschland komplett unter staatlicher Kontrolle.

Die Folgen der begrenzten Kontrolle

Durch den Wegfall moralischer Instanzen, dem Rückgang der Kontrollfunktion durch den Staat und einer Vielzahl an technologischen Neuerungen erlebte das Glücksspiel im 20.Jahrhundert einen weiteren Boom. Es entstanden neben Casinos auch Wettbüros und Spielhallen.

Welche man heute in fast jedem größeren Ort sehen kann. Zudem bietet das Internet und Apps für Smartphones den Nutzern ebenfalls die Möglichkeit an fast jedem Ort und in jeder Form Glücksspiele auszuprobieren und zu nutzen.

Glücksspiel begegnet man mittlerweile in jedem Ort und bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten. Für unsere Gesellschaft hat das Vor – und Nachteile.

Vorteile:

  • Erhebliche Steuereinnahmen. Der Staat erhält durch die Vergabe von Lizenzen und durch die staatlichen Lotterien jedes Jahr Einnahmen von mehreren 100 Millionen Euro.
  • Schaffung von Arbeitsplätzen. Der Bereich des Glückspiels hat in Deutschland mittlerweile mehrere zehntausend Arbeitsplätze geschaffen.
  • Etablierung neuer Technologien. Gerade durch die Online-Casinos werden eine Vielzahl an neuer Technologien und technischen Möglichkeiten ausprobiert die so schnell eine umfangreiche Anwendung finden.

Nachteile

  • Steigende Zahl an Spielsüchtigen
  • Vermehrte Kriminalität. Gerade im Bereich der Klein bzw. Beschaffungskriminalität ist immer häufiger zu beobachten das gerade Spielsüchtige und regelmäßige Glücksspiele-Nutzer dazu tendieren in die Kleinkriminalität abzurutschen

Fazit

Letztendlich kann man es wohl als Fakt ansehen das das Glücksspiel mittlerweile ein fester – und in weiten Teilen auch akzeptierter – Teil unseres gesellschaftlichen Lebens ist. Realistisch betrachtet kann man das Glücksspiel nicht mehr verbieten und quasi wieder in den Untergrund drängen.

Wer will schon zehntausende von Arbeitsplätzen auf dem Gewissen haben? Nicht zu vergessen die direkten und Steuern. Auf der anderen Seite wird die Zahl der Spielsüchtigen in den nächsten Jahren wahrscheinlich deutlich steigen. Fairerweise sollte dabei gesagt werden das daran das reine Glücksspiel nur einen kleineren Anteil ausmacht.

Trotzdem ist das Problem der Spielsüchtigen etwas für das unsere Gesellschaft möglichst schnell eine zufriedenstellende Lösung finden muss. In einigen Staaten wie Südkorea ist Spielsucht mittlerweile eine anerkannte Volkskrankheit die jedes Jahr eine erhebliche Belastung für das gesellschaftliche Gemeinwesen darstellt und Milliarden von US-Dollar verschlingt.

Wollen wir verhindern das auch bei uns derartige Probleme auftreten ist die Politik aber auch die Gesellschaft aufgefordert schnell schlüssige Lösungsansätze zu finden.

Quellen: PublicDomain am 21.04.2018

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