Russland warnt USA: Finger weg von unserem Gold!

Ein Mitglied des russischen Föderationsrates hat die USA davor gewarnt, im Zuge des „Skripal-Falls“ Auslandsvermögen Russlands einzufrieren. Dies werde als räuberischer Akt angesehen.

In Russland fürchten Politiker, im Zuge möglicher Sanktionen des Westens könnte auch Auslandsvermögen der Russischen Förderation eingefroren werden – inklusive Devisen und Gold.

Die Befürchtungen stehen in Zusammenhang mit den jüngsten Anschuldigungen im „Fall Skripal“. Für den Giftangriff auf einen ehemaligen russischen Doppelagenten und seine Tochter am 4. März in London wird Russland zumindest mitverantwortlich gemacht.

Vladimir Jabarov, stellvertretender Vorsitzender des russischen Föderationsrates erklärte nun laut pravdareport.com, der „Fall Skripal“ sei nichtig und könne nicht als Anlass für Sanktionsmaßnahmen gegen sein Land herangezogen werden.

Seinen Angaben zufolge habe der US-Botschafter John Huntsman damit gedroht, die USA könnten russische Vermögenswerte in den USA beschlagnahmen. Ähnliche Aussagen hatte es schon Ende vergangenen Jahres gegeben.

„Das ist es, was Diebe tun – sie greifen an und stehlen Besitz. Falls dies passiert, wird klar, dass die USA die Verletzung jeglicher Rechte zulassen. Es würde außerdem verdeutlichen, dass Investitionen in den USA nicht sicher sind, weil Vermögenswerte in den USA nicht geschützt wären“, so Jabarov.

Laut pravdareport.com-Bericht hält Russland ein Drittel seiner Währungsreserven in den USA. Obwohl offiziell nie bestätigt, dürfte zumindest auch ein kleiner Teil der russischen Goldreserven in den USA gelagert sein.

Der Publizist und Wirtschaftswissenschaftler Mikhail Khazin bezeichnete das mögliche Einfrieren russischer Vermögenswerte sogar als „kriegerischen Akt“ (Ungarn: Nächste Notenbank holt ihr Gold heim).

Warum hortet Russland Gold?

Die Vereinigten Staaten leiden unter einem anhaltenden Schuldenüberhang, es braut sich ein Handelskrieg zusammen. Das gibt in vielerlei Hinsicht Anlass zur Besorgnis, zumal gleichzeitig der Dollar an Wert verliert und die Staatsschulden explodieren.

Wie ist es in diesem Zusammenhang zu bewerten, dass die russische Zentralbank seit 2015 in großen Mengen Gold anhäuft? Ende 2017 lagen die Goldreserven bei insgesamt 1.828,56 Tonnen, damit zogen die Russen an China vorbei und sind nunmehr das Land mit den fünftgrößten Reserven weltweit.

Dass Russland seine Bestände dermaßen aggressiv aufstockt, hat einen Grund. Russland sieht, dass der US-Dollar als globale Leitwährung dominiert, deshalb arbeitet man nun mit China daran, die Vorrangstellung der USA zu durchbrechen (USA “isolieren”: Russland deckt sich massiv mit Gold ein – Iran stoppt Handel mit Dollar).

Bislang scheint die Strategie aufzugehen. Die Gerüchteküche brodelt und besagt, Russland und China stünden davor, durch Gold gedeckte Futures auf den Markt zu bringen, die ohne den US-Dollar auskommen. 

Die USA haben 1933 die Golddeckung ihrer Währung aufgehoben, seit einem Jahrzehnt haben sie ihre Goldreserven nicht mehr erhöht. Das zeigt die nachfolgende Grafik.

Angesichts der Spekulationen, wonach China und Russland an einer durch Gold gedeckten Währung arbeiten, scheint das Ziel der beiden Länder klar zu sein: Die Machtgewichte auf den Finanzmärkten sollen sich weg vom Westen in den Osten verlagern. Verkompliziert wird die Lage durch die aktuellen Spannungen zwischen Russland und Großbritannien (Steht die Einführung eines goldgestützten Finanzsystems weltweit kurz bevor?).

Auslöser war der angebliche Giftanschlag des Kremls auf den ehemaligen russischen Spion Sergei Skripal und dessen Tochter. Die britische Premierministerin Theresa May hat 23 russische Diplomaten des Landes verwiesen, das geopolitische Klima ist wieder einmal angespannt (False-Flag Operation: Skripal wurde von britischen Geheimdiensten vergiftet um Russland zu belasten).

Russland scheint sich bei seiner Wirtschaftspolitik nicht mehr von Das Kapital leiten zu lassen. Mit jedem Monat wird es wahrscheinlicher, dass die Russen eine goldgestützte Währung ins Leben rufen, aber nicht nur das: Im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts hat Russland seine Inflation deutlich gesenkt.

Und wichtiger noch: Russland arbeitet weiter am Schuldenabbau, während die USA gleichzeitig ihre Schulden auf den Rekordwert von 21.000 Milliarden Dollar gesteigert haben.

Mit seiner Finanzpolitik stärkt Russland seine Immunität gegen Schwankungen in der geopolitischen Weltlage. Russland ist nicht nur ein wichtiger Akteur auf dem Goldmarkt, sondern auch der drittgrößte Goldproduzent der Welt.

  

Die Produktion wird von der russischen Zentralbank aufgekauft. Über 2.000 Tonnen Gold hat Russland in den vergangenen zehn Jahren abgebaut, Schätzungen zufolge wird sich bis 2030 die jährliche Fördermenge um 400 Tonnen erhöhen.

Russland und China haben den Wert von echtem, greifbarem Gold erkannt. Die USA haben diese Lektion vergessen, dort suhlt man sich lieber in wertlosem Papiergeld.

Sollten Russland und China eine zu 100 Prozent durch Gold gedeckte Währung einführen, wird das natürlich die Gewichte verschieben und der Dollar wird weiterhin rasch gegenüber Gold an Wert verlieren.

Letzten Endes ist der Kampf, der hier ausgetragen wird, nicht ein Kampf zwischen Ost und West um die Vormachtstellung. Es ist vielmehr ein Kampf zwischen dem US-Dollar (also Fiatgeld) und Gold.

Vergessen Sie dabei nicht, was schon Voltaire gesagt hat: »Papiergeld kehrt irgendwann zu seinem inneren Wert zurück – Null.«

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Literatur:

Vom Großen Krieg zur permanenten Krise: Der Aufstieg der Finanzaristokratie und das Versagen der Demokratie

Der Weg ins Verderben: Wie die Eliten die nächste Krise vorbereiten und wie Sie sich davor schützen können

Der Draghi-Crash: Warum uns die entfesselte Geldpolitik in die finanzielle Katastrophe führt

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Quellen: PublicDomain/goldreporter.de/kopp-report.de am 03.04.2018

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