Wie das russische Fernsehen über den mysteriösen Tod des Gründers der Weißhelme berichtet

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Das russische Fernsehen hat sich in der Sendung „Nachrichten der Woche“ mit dem mysteriösen Tod des Gründers der Weißhelme beschäftigt. Natürlich unterscheidet sich der Bericht von dem, was man in der westlichen Presse lesen kann.

Der Tod von James Le Mesurier wirft viele Fragen auf und die Weißhelme, die er gegründet hat, sind eine mehr als dubiose Organisation, die offen von westlichen Staaten, die gegen Assad gekämpft haben, mit dreistelligen Millionenbeträgen unterstützt wurde. Von Thomas Röper.

Trotzdem wurde der westlichen Öffentlichkeit verkauft, es handele sich dabei um eine neutrale und humanitäre Organisation. Dass eine von einer Kriegspartei mit viel Geld unterstützte Organisation per se nicht neutral sein kann, ist den „Qualitätsjournalisten“ im Westen nie in den Sinn gekommen.

Daher unterscheidet sich die Berichterstattung zu dem Thema in Russland massiv, von allem, was wir in Deutschland von den Medien vorgesetzt bekommen. Das ist auch der Grund, warum die diesen Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Mysteriöser Tod eines ehemaligen britischen Geheimdienstoffiziers in Istanbul. Wem war Gründer der Weißhelme im Weg?

James Le Mesurier hat nie türkische Zeitungen gelesen. Obwohl er drei Jahre in Istanbul gelebt hatte, hat er die Sprache nie gelernt und sogar im Café im ersten Stock des Hauses, in dem er lebte, klopfte der dem Kellner nur auf die Schulter und bat ihn, ihm „wie gewohnt“ Kaffee ohne Zucker zu bringen. Am Montag war das Café geschlossen und türkische Zeitungen schrieben: In Istanbul wurde die Leiche eines ehemaligen britischen Spions gefunden.

Er lag anderthalb Meter von seinem Haus entfernt und wurde am Morgen von Passanten entdeckt. Seine Frau schlief zu dem Zeitpunkt tief und fest. Sie wurde von der Polizei darüber informiert, dass sie nachts zur Witwe geworden ist. Auf eine Tasse Kaffee kommt James Le Mesurier nicht mehr ins Café.

Die Polizei hat den Kellnern verboten, mit Reportern über den Mann zu sprechen. Nur der Koch des Kebab-Cafés verstößt gegen das Verbot. Er sagt, der Brite habe die östliche Küche nicht gemocht. Er hat immer Toast mit Käse für fünf türkische Lira bestellt (Türkei marschiert in Syrien ein – Was bedeutet das geopolitisch?).

„Er hat immer ein wichtiges Gesicht gemacht. Manchmal bestellte er Tee oder Toast bei uns. Er sagte Hallo. Aber wir verstanden einander nicht: Er konnte kein Türkisch, wir konnten kein Englisch“, erinnert sich der Küchenchef.

James kannten sie persönlich. Aber was er tut, haben sie nie gefragt. Er lebte unauffällig in einem grauen Haus gegenüber der Moschee. An der Tür war eine Gegensprechanlage installiert, die Tür wurde mit Fingerabdruck-Sensor geöffnet, kein Fremder konnte hinein.

Sein Tod sieht seltsam und geheimnisvoll aus. Türkische Experten stellten fest, dass im Blut des Verstorbenen eine solche Dosis von Schlaftabletten gefunden wurde, dass er den Schritt aus dem Fenster im dritten Stock im Schlaf gemacht hat, er verwechselte das Bett und den Balkon. Nachdem er auf dem Asphalt aufgeschlagen ist, beginnt James noch zu kriechen, als ob er Rettung suche. Die Version des Selbstmordes erinnert an einen englischen Mord aus einem Krimi.

Sein Haus ist im Blick von Überwachungskameras. Aber in dieser schicksalhaften Nacht hat keine von ihnen gearbeitet. Das Video könnte klären, wer an diesem Abend bei Le Mesurier war und ob er selbst aus dem Fenster fiel oder nachgeholfen wurde.

„Die türkische Polizei besteht darauf, dass es sich um Selbstmord handelt. Wäre er geschubst worden, hätte er nicht auf den Knien landen können, er wäre anders gefallen“, sagte Nazif Karaman, Chefredakteur von Sabah.

Aber Mord wird auch in Betracht gezogen. Und die Witwe Emma Winberg ist eine Verdächtige. Sie wurde bereits zweimal verhört und mit einem Ausreiseverbot belegt.

2016 lernte sie James in der Türkei kennen. Emma Winberg arbeitete hier im britischen Konsulat. James Le Mesurier beim britischen Geheimdienst.

„Vielleicht hat er für die britische Aufklärung oder den britischen Geheimdienst gearbeitet. Deshalb haben ihn die britischen Geheimdienste als die richtige Figur angesehen, als kompetente Person, um die Organisation der Weißhelme zu schaffen“, sagte Marcus Papadopoulos, Herausgeber und Chefredakteur von Politics First.

Den Zeitungen zufolge sollte die Nichtregierungsorganisation der syrischen Zivilbevölkerung humanitäre Hilfe leisten. Aber tatsächlich arbeiteten sie eng mit den Terroristen zusammen. Rettungsarbeiten, über die in den westlichen Medien berichtet wurde, haben die „Weißhelme“ ausschließlich auf der Seite der Militanten durchgeführt.

„Wir hatten Mitarbeiter, die gleichzeitig auch militante Kämpfer waren. Wir erhielten 100 Dollar zusätzlich im Monat, um zu kämpfen“, sagte Abduljabar Bodaka, ein ehemaliges Mitglied der Weißhelme.

Die „Weißhelme“ haben Fake-Propaganda abgeliefert. Sie machten inszenierte Videos von chemischen Angriffen, die es nicht gab. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Deutschland, die Niederlande und Kanada sponserten diese eklatanten Lügen.

„Die berühmteste Provokation der Weißhelme war eine Provokation in der Stadt Duma, eine gefakter chemischer Angriff, der als Vorwand für die Aggression der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs diente, einen illegalen Raketenangriff unter Verletzung aller internationalen Normen durchzuführen“, sagte Maxim Grigoriev, Direktor der Stiftung für das Studium der Demokratie.

Am 7. April 2018 veranstalteten die Weißhelme ein Spektakel: Zivilisten wurden ins Krankenhaus gebracht. Sie fingen an, sie mit Wasser aus Schläuchen zu bespritzen, die meisten waren Kinder. Im Bild war der Junge Hassan Diab. In dem Video wurde er als Opfer eines chemischen Angriffs dargestellt. Aber in Wirklichkeit war es so:

„Wir saßen zu Hause, als auf der Straße Reifen brannten. Der Rauch drang ins Haus ein und wir gingen nach draußen, um atmen zu können. Dort wurden wir von Leuten mit den Emblemen der Weißhelme gepackt. Meine Brüder und ich wurden in ein Zimmer gebracht, wo sie uns mit Wasser übergossen haben und das filmten“, erinnert sich Hassan (Wie die USA versuchen, in Syrien ihren Krieg unter „Falscher Flagge“ fortzusetzen und was das für den Weltfrieden bedeutet).

Für die Teilnahme an dieser Inszenierung erhielten die Kinder Kekse und dann wurden alle nach Hause entlassen. Genau eine Woche später – am 14. April – feuerten die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich 103 Raketen auf Syrien ab. Diese Angriff wurde durch das inszeniertes Video der Weißhelme provoziert.

„Die „Weißhelme“ waren hier hochgestellt, sie wurden unterstützt. Sogar die Kinder wussten, dass sie unter dem Schutz der Anführer der islamistischen Banden standen. Es war anstrengend, mit ihnen zu tun zu haben“, sagte Hassans Vater.

Anderthalb Jahre sind seit diesen Ereignissen vergangen. Hassan und sein Vater leben noch immer in Duma. Der Junge geht in die vierte Klasse, am liebsten spielt er Fußball. Nie hat sich eine internationale Organisation für sie interessiert. Im Westen will man die Provokationen der „Weißhelme“ nicht untersuchen.

„Offiziell hat die britische Regierung ihren Bürgern und dem Rest der Welt gesagt, dass die Weißhelme eine wohltätige Organisation sind. Aber in Wirklichkeit war es eine Propagandaeinheit für eine terroristische Organisation“, sagte Marcus Papadopoulos.

Die Russische Stiftung für Demokratieforschung hat die Verbindung zwischen den Weißhelmen und Terroristen bewiesen. Sie konnten mit ehemaligen Mitgliedern der Organisation und einfachen Syrern sprechen. Die „Weißhelme“ übernahmen medizinische Zentren und Krankenhäuser. Sie wurden verwendet, um Militante zu behandeln. „Die Weißhelme waren weit von Menschlichkeit entfernt“, sagten die Menschen.

Es gab keine Freiwilligen bei den Weißhelmen, nur Söldner. Sie erhielten Gehälter in Dollar, nannten es jedoch „Gabe der Dankbarkeit“ für das Ausheben von Gräben, den Transport von Militanten, die Lieferung von Munition und inszenierte Provokationen.

Gefördert wurden wurden sie von den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, den Niederlanden und Kanada. In fünf Jahren sind mehr als zweihundert Millionen Dollar an die Weißhelme geflossen. Und der verstorbene Le Mesurier hatte natürlich Zugang zu diesem Geld. Das ergibt ein weiteres mögliches Motiv für einen Mord.

„Die Weißhelme“ bekamen unglaubliche Mittel. Es ist natürlich ein erheblicher Teil dieser Mittel in dunklen Kanälen versickert. Und es ist durchaus möglich, dass es bei dem Tod Le Mesuriers um einen primitiven, absolut zynischen Streit um die Aufteilung der Mittel ging“, glaubt Maxim Grigorjew.

Zusätzlich zu dem vielen Geld hatte James unbegrenzten Zugang zu Informationen. Und das war gefährlich für seine eigenen Kuratoren. Nicht weit vom Hauptquartier der Weißhelme befindet sich das britische Generalkonsulat. So war Le Mesurier immer unter Aufsicht und hätte durchaus im Fadenkreuz stehen können – er wusste zu viel.

All die Provokationen der Weißhelme sollten Russland daran hindern, Terroristen zu bekämpfen und den Vereinigten Staaten ermöglichen, ihren eigenen Krieg in Syrien zu führen. Der britische Agent hatte seine Rolle offensichtlich schon ausgespielt.

Aber die britische Presse hat am Tag von Le Mesuriers Tod, die Polizei hatte ihre Untersuchung gerade erst begonnen, Moskau bereits die Schuld gegeben: Sie schrieben, dass dies die Rache Russlands sei. Die Hysterie dauerte mehrere Tage. Aber weder Beweise, noch ein logisches Motiv wurden präsentiert.

„Sein Tod wurde durch das Blutvergießen der Weißhelme in Syrien ausgelöst. Vielleicht haben einige Syrer entschieden, sich an James Le Mesurier zu rächen. Ich vermute, dass der britische Geheimdienst die Ermittlungen in dem Fall eingestellt hat, weil James kein humanitärer Arbeiter war. Wir werden nie erfahren, wie er gestorben ist“, sagte Marcus Papadopoulos.

Seine Witwe Emma Winberg erzählt ausführlich vom letzten Tag in James‘ Leben: Sie waren auf der Insel, sie haben dort ein Haus, dann kehrten sie nach Istanbul zurück, ihr Mann fühlte sich schlecht. Am Abend kam ein enger Freund zu ihm. Sie haben lange über etwas gesprochen. Und danach konnte Le Mesurier keine Ruhe finden, er war nervös.

„Er hat Antidepressiva genommen und aufgrund einer Krise beging er Selbstmord. Das ist die offizielle Version. Aber man muss sagen, dass solche Figuren selten durch Zufall oder auf natürliche Weise sterben, weil er wirklich viel wusste“, sagte Boris Dolgov, Senior Fellow am Center for Arab and Islamic Studies am Institut für Orientalistik.

Die Version des Selbstmordes ist für Winberg ideal, um Verdächtigungen gegen sich selbst abzuwehren, denn in einer ehemaligen britischen Diplomatin kann man auch eine Agentin vermuten. So mussten keine Fremden ins Haus kommen, um James Le Mesurier zu beseitigen.

Ende der Übersetzung

Thomas Röper – www.anti-spiegel.ru

Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt insgesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Thomas Röper ist Autor des Buches „Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?“

Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru am 18.11.2019

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