Spanien: Arbeitslosigkeit so hoch wie zuletzt unter Franco

Die Krise in Spanien trifft immer mehr Menschen. So hat die Arbeitslosigkeit im zweiten Quartal den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren erreicht. Die Quote stieg auf 24,6 Prozent, teilte das spanische Statistikamt am Freitag mit. Ein höheres Niveau hat es seit Einführung der Statistik 1976 – und damit ein Jahr nach dem Tod des langjährigen Diktators Franco – nicht gegeben. Im Vorquartal betrug die Quote noch 24,4 Prozent.

Zwar lag die Quote knapp unter den Erwartungen: Analysten hatten mit einer Arbeitslosenquote von 24,9 Prozent gerechnet. Doch es ist die höchste in der gesamten Europäischen Union. Vor allem Jugendlichen fehlt die Perspektive. Mehr als jeder zweite hat keinen Job.

Zwar ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Juni deutlich zurückgegangen; ein Rückgang im Sommer ist nicht ungewöhnlich, da im spanischen Tourismussektor zur Hochsaison viele Leute eingestellt werden. Doch dies hatte nur geringen Einfluss auf die enttäuschende Quartalsquote. „Die Daten sind ein weiterer Beleg dafür, in welch miserabler Lage die Wirtschaft ist“, sagte Analyst Ben May von Capital Economics. „Die Dinge werden nur noch schlechter werden“.

Spanien hat nicht nur Probleme mit einer hohen Zahl von Arbeitslosen, sondern auch mit der schwierigen Finanzlage des Landes. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Luis de Guindos kann die Regierung ihre Kredite dennoch weiter bedienen. Spanien sei auch mittel- und langfristig kreditwürdig und in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen, sagte Guindos am Donnerstagabend in Madrid. Auch kurzfristig könne man seine Verpflichtungen erfüllen.

Er habe niemals auch nur im Entferntesten daran gedacht, dass Spanien ein Rettungs-paket erhalten müsse, betonte Guindos. Das ist zwar richtig: Als Nation braucht Spanien – derzeit – keine Hilfe der Euro-Partner. Allerdings hat das Land ein 100-Milliarden-Euro-Paket erhalten, um seine schwer gebeutelten Banken zu unterstützen.

Spanien gilt als Sorgenland in der Euro-Zone, weil die Zinsen für Staatsanleihen am Markt in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sind. Zudem steckt das Land in einer tiefen Rezession. Ende 2011 und Anfang 2012 schrumpfte die viertgrößte Volks-wirtschaft der Euro-Zone bereits, für das abgelaufene zweite Quartal befürchtet die spanische Notenbank ein Minus von 0,4 Prozent.

Quellen: Reuters/SpiegelOnline/goldreporter.de vom 27.07.2012

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