USA erhöhen Präsenz, Iran testet Raketen und bereitet Gesetz zur Schließung der Straße von Hormus vor

Die Minenräumboote der USA sind schon da. Schritt für Schritt hat Washington in den vergangenen Wochen seine Militärpräsenz im Persischen Golf erhöht. Die Minenräumboote sind das sichtbarste Zeichen dafür, dass es Washington sehr ernst ist im Konflikt mit Iran um die Meerenge von Hormus, die als wichtigste Schiffsroute für Öllieferungen nach Westeuropa und die USA gilt – und als das Nadelöhr des Ölhandels. Durch die nur 50 Kilometer breite Wasserstraße laufen rund 35 Prozent des per Schiff abgewickelten Ölhandels weltweit. Zahlreiche Golfstaaten sind vom Ölexport über diese Meerenge abhängig.

Inzwischen liegen acht Minenräumboote in der Region, damit haben die USA laut einem Bericht der „New York Times“ die Zahl ihrer Schiffe verdoppelt. Und das ist längst nicht alles: Zuletzt verlegte Washington demnach Kampfflugzeuge vom Typ F-22 und F-15C in die Region, die Navy schickte zudem ihr Schiff „Ponce“. Es wurde zuletzt zu einer Operationsplattform umgerüstet und soll als Basis für den Einsatz von Sondereinheiten dienen.

Iran setzt in dem Streit offenbar auf Eskalation: Der in Teheran einflussreiche Parlamentsausschuss für nationale Sicherheitsfragen und Außenpolitik legte am Montag einen Gesetzentwurf zur Blockade der Wasserstraße von Hormus vor. Danach soll sie für Tanker gesperrt werden, die Öl in Länder transportieren wollen, die Sanktionen gegen die Islamische Republik mittragen. Bis Sonntag hätten 100 der 290 Parlamentarier den Entwurf unterzeichnet. Der Abgeordnete Ibrahim Agha-Mohammadi sagte, das Vorhaben sei eine Reaktion auf die Sanktionen, die Iran im Atomstreit zum Einlenken zwingen sollen.

„Denkt gar nicht erst darüber nach, die Straße von Hormus zu schließen“

Washington ist der „New York Times“ zufolge sehr entschlossen, entschieden gegen eine mögliche Blockade der Schiffsroute vorzugehen. „Unsere Botschaft an Iran ist: Denkt gar nicht erst darüber nach“, sagte ein namentlich nicht genannter Vertreter des US-Verteidigungsministeriums der Zeitung. Und weiter: „Denkt gar nicht erst darüber nach, die Straße zu schließen. Wir räumen die Minen. Denkt gar nicht erst daran, eure Schnellboote zu schicken, um unsere Schiffe oder kommerzielle Transporter zu bedrängen. Wir versenken sie.“ Wenn US-Präsident Barack Obama sage, dass neben Verhandlungen alle Optionen auf dem Tisch liegen würden, sei dies auch so gemeint.

Raketentest in der Wüste

Auch Iran lässt kaum eine Gelegenheit aus, um klare Botschaften Richtung Westen zu senden – nach Inkrafttreten des Ölembargos der EU. Einheiten der iranischen Revolutionsgarde haben am Dienstag bei einer groß angelegten Übung unter dem Namen „Der große Prophet 7“ mehrere Raketentypen getestet, berichtet die iranische Agentur Isna.

Der Agentur zufolge wurden Dutzende Raketen verschiedener Reichweiten, darunter die ballistischen Modelle Shahab 1, Shahab 2 und Shahab 3, auf Übungsziele abgefeuert.

Vertreter des Kommandos der Revolutionsgarde hatten zuvor mitgeteilt, dass die Raketen auf Modelle von Militärstützpunkten angenommener Gegner abgefeuert werden sollen. Diese befänden sich in einer Wüste in der Provinz Semnan im Norden des Landes.

Laut westlichen Medienberichten hat der Iran mit den Shabab-3-Raketen, deren Reichweite etwa 2000 Kilometer beträgt, die Möglichkeit, militärische Schläge gegen Israel und US-Luftwaffenstützpunkte im Nahen Osten zu führen. Die Reichweite der übrigen Raketen, die bei der Übung am Dienstag getestet wurden, liegt zwischen 200 und 750 Kilometern.

Die Übung „Der große Prophet 7“ begann am Montag und soll am Mittwoch zu Ende gehen.

Es wird erwartet, dass am Mittwoch während der Übung Flugzeuge und unbemannte Flugkörper (Drohnen) der iranischen Luftwaffe zum Einsatz kommen werden.

Quellen: PRAVDA-TV/dpa/Der Spiegel/Ria Novosti vom 03.07.2012

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