Der Crash zurück in die Steinzeit

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Schwarzmalerische Prognose, oder realistisches Szenario?

Investieren Sie nach dem Crash in Kaninchen und andere Grasfresser, in Hühner, in Handmühlen, in alle Arten von Handgeräten und Handkarren, Sägen, Sensen, Beile, Messer, Spitzhacken, Spaten, in Grabgabeln, in stabile Fahrräder, in Öfen, Körbe, Siebe, Eimer, Wannen, in Nägel und Schrauben, Draht, Seile, in Nadeln, in Salz, in Lederriemen, in Wolldecken, in Lagerraum und Wirtschaftsgebäude, in Rucksäcke, in Garten- und Survival-Bücher und vor Allem in Waffen… Warum komme ich auf so schräge Ideen?

Wie lange würde er eigentlich dauern, der Crash? Genau so lange, wie es dauerte, die Titanic wieder flott zu machen! Genau so lange wie es dauert, einen gefällten Baum wieder einzupflanzen. Genau so lange wie es dauerte Rom wieder aufzubauen (hunderte Jahre haben dort Schafe geweidet!).

Das Besondere am Crash wird sein, dass es danach KEINEN Wiederaufbau gibt!

Düstere Zukunftsaussichten

Die Grundlagen für einen Wiederaufbau sind dann nicht mehr gegeben. Mit jedem Tag ohne Zivilisation, wird es unmöglicher die Zivilisation wiederherzustellen. (So war es in Rom, so wird es bei uns…)

Zuerst crashen die Banken, dadurch der Zahlungsverkehr, dadurch die Wirtschaft, dadurch die Treibstoffversorgung und die Stromversorgung. Dadurch kollabiert die Landwirtschaft: die Tiere sterben sofort, die Höfe sind ohne Strom und Diesel tot und bleiben tot. Also kein Strom und kein Benzin mehr: Der Verkehr kommt zum erliegen. In den Krankenhäusern beginnt das Massensterben. Leichen können nicht mehr gekühlt werden. (Beerdigungen wie früher mit Hacke und Spaten? Viel Spaß!)

Ohne Treibstoff kommt niemand mehr nirgends hin, außer mit dem Rad. In diesen Tagen werden alle zu Radfahrern. (Nur Bundeswehr, Polizei und Feuerwehr werden dann (zunächst!) noch Fahrzeuge betreiben können.) Aber die Straßen werden komplett von liegengebliebenen PKW und LKW verstopft sein. Benzindiebstahl wird Volkssport in den ersten Tagen.

Tumult überall – Tendenz zunehmend

Vorsicht! Bei Verletzungen keine medizinische Versorgung mehr. Der entscheidende Punkt ist aber, ob die Regierung (wie lange wird sich eine Regierung dann noch halten können?) die Kernkraftwerke kühlen kann!!! (Übrigens auch die stillgelegten! Übrigens auch die französischen!)

Sollte das gelingen, (woran ich nicht glaube), gibt es hier so etwas Ähnliches wie eine „Zukunft”, sonst nicht. Kleine Wunden heilen bei einem Körper vom Wundrand her wieder zu, bei großen Wunden funktioniert das nicht. Ein kleiner Stromausfall kann durch nicht betroffene Gebiete wieder geheilt werden, ein europaweiter hinterlässt niemanden mehr, der den Netzaufbau wieder vornehmen könnte.

Die Welt sieht dann schon nach kurzer Zeit so aus:

Zu Hause funktionieren weder Licht, noch Wasser, noch Telefon, noch Kühlschrank, noch Fernseher, Radio, Computer, noch Heizung, noch Fahrstuhl, noch Toilettenspülung (!), noch Dusche, noch Garagentor (evtl.). Es gibt kein Benzin. Es gibt keine Busse, keine Bahn. Es gibt kein Geld. Es gibt keine Informationen (Sender fallen aus, Medienleute kommen nicht mehr zur Arbeit). Es gibt keine Polizei und falls doch, kann man sie nicht verständigen, sie hätte auch keine Zeit und könnte auch nicht vorbeikommen… Nichts und Niemand arbeitet mehr.

Es gilt dann sofort das Faustrecht. Es gibt keinerlei Möglichkeit irgendetwas zu kaufen (außer evtl. Zigaretten aus alten mechanischen Automaten). Diejenigen, die noch etwas zu verkaufen hätten, werden es unter diesen Umständen keinesfalls hergeben wollen. Es wird geplündert. Danach sind alle Geschäfte leer und jeder besitzt nur noch das, was er in seiner Wohnung hat.

Es gibt auch keine Medikamente mehr. Wer stirbt, kann nicht zum Friedhof gebracht werden (es sei denn auf einem Fahrrad?). Niemand kann sich telefonisch nach dem Befinden seiner Angehörigen erkundigen. Die Straßen stehen voller verzweifelter Leute. Großes Palaver allerorten. Nachbarn, die seit Jahren Tür an Tür gewohnt haben, lernen sich in diesen Tagen erst kennen. Das Gute und das Schlechte im Menschen kommt zum Vorschein.

Die Menschen beginnen ihre Notdurft im Freien zu verrichten. Wütender Hass der zugeschissenen Anwohner entlädt sich… Überall beginnt es bestialisch zu stinken (Kühlhäuser, Leichen, Exkremente usw.) Seuchengefahr. Cholera!

Durch die zigtausenden von Kerzen entstehen überall Brände. Gibt es dann noch eine Feuerwehr?

Jede Menge Selbstmorde werden verübt. Die Leute sind am Ende ihrer Nerven – und ein Leben ohne HANDY??? – wozu?

Der Hunger beginnt

Auf den Straßen treffen sich die Wütenden. Sie wollen jammern und demonstrieren. Die Ämter und Rathäuser, die Polizeistationen und Zeitungshäuser sind aber verlassen. Niemand interessiert sich für ihr Geschrei.

Der Krieg Aller gegen Alle beginnt. Erst wird gestohlen, dann wird geraubt. Erst wird geplündert, dann in Häuser eingebrochen. „Ich bin im Recht, ich habe schließlich Hunger!” wird die Parole. Niemand erfährt, was los ist, oder wie es weiter gehen soll und wenn ja, wann. Nur Gerüchte.

Auf den Straßen wird es zu gefährlich. Bewaffnete machen nun mit den Unbewaffneten, was sie wollen. Totale Anarchie. Frauen beginnen sich für Essen zu verkaufen. (Vorsicht! Pille gibt es auch nicht mehr!)

Die Menschen beginnen nachts zu leben. Im Schutz der Dunkelheit versuchen sie von A nach B zu kommen. (Wo höre ich einen Notstromgenerator? – Da gibt´s was zu holen!) Die Menschen kochen im Freien auf der Straße. Schutzgemeinschaften bilden sich. Das Leben verlagert sich aus den Wohnungen in Unterstände und Unterkünfte.

Bürgerkrieg breitet sich aus (Wir gegen sie – ihr wisst schon…)

Inzwischen haben viele kein Wasser mehr. Sie trinken aus Pfützen, Teichen usw.: Brechdurchfall, Fieber, Bauchkrämpfe… Das Sterben beginnt jetzt richtig (Pflegeheime, Alte, Kranke) Die Menschen müssen ungewohnte Dinge tun, verletzen sich dabei und bekommen Entzündungen (stark unterschätztes Risiko!). Das Feuer wird knapp. (Feuerzeuge gebunkert??!) Millionen sitzen im Dunkeln und können nicht mehr kochen.

Sollte es Winter sein, wird die Kälte zum mörderischen Problem. Sollte es Sommer sein, freuen sich schon alle auf den Winter… Nach zwei Monaten würde ein solches Szenario dann langsam in Zustände münden, die die Leningrader während ihrer Belagerung im WK II. erleiden mussten: Kannibalismus, Baumrinde und Gras essen, usw. (Doch – ich meine das ernst!). Nur würde unsere Belagerung nicht nach drei Jahren enden…

Wer soll aus diesem Chaos wieder Ordnung schaffen? Wie soll unter diesen Umständen Nachschub für Kraftwerke herangeführt werden? Wer kann nach einem solchen Stromausfall das gesamte europäische Netz wieder hochfahren? Das würde selbst unter idealen Bedingungen Wochen dauern.

Welche Kräfte kann die Regierung ohne Treibstoff und Telefon mobilisieren? (Alle Beamten müssten zunächst ihre eigenen Familien am Leben halten!) Es gibt keine Besatzer, die dafür sorgen, dass Ruhe und Ordnung herrscht und die wichtigsten Infrastrukturen funktionieren. Alle Länder der Erde werden gleichzeitig vom Crash ins Mittelalter versetzt. (wahrscheinlich eher in die Steinzeit?)

Liebe „Investoren”, Optimisten und Träumer! Nach dem Crash geht´s Tag um Tag und Jahr um Jahr nur noch um´s nackte Überleben und sonst nix. Außer: Es kommt doch anders.

***

Kommentar:

Das hier beschriebene Szenario ist sicherlich ausgesprochen düster. Ob es so kommt, kann nur die Zukunft zeigen, jedoch sind in der Spezies Mensch zwei entscheidende Eigenschaften zutiefst verwurzelt:

1. der Überlebensinstinkt und
2. das Bedürfnis nach sozialer Nähe/Liebe

Ersteres kann und wird im Fall des Totalzusammenbruchs sicherlich zu Handlungen führen, die sich jeder halbwegs zivilisierte Mensch heute nicht einmal ansatzweise vorzustellen vermag. Der instinktive Versuch irgendwie durchzukommen, wird zu Taten führen, die heute als unvorstellbare Gräuel empfunden werden. Jedoch werden die meisten Täter ungestraft davon kommen, denn das oben beschriebene Faustrecht wird sehr wahrscheinlich solange gelten, bis sich die Lage beruhigt hat und wer dann noch da ist, wird sicher besseres zu tun haben, als irgendwelche Fremden oder unbekannten zu jagen und der ‘Gerechtigkeit’ zuzuführen.

Allerdings bezweifle ich die Schlussfolgerung, dass diese Zustände über Jahre andauern werden. Es werden sich relativ schnell Strukturen abzeichnen, die der verbliebenen Bevölkerung Schutz anbieten werden – ob nun lokale, oder regionale ‘Warlords’, oder Walter Eichelburgs Kaiser. In jedem Fall werden sich Gruppen zusammenfinden, die die Ordnung – zur Not mit Gewalt – wiederherstellen.

Spätestens dann, wenn es wieder eine wie auch immer geartete Grundordnung gibt, rückt der zweite Aspekt in den Vordergrund. Es werden sich Gemeinschaften verschiedener Größe bilden, die zusammen füreinander einstehen und gemeinsam das Hauptziel Überleben verfolgen werden. Da werden vermutlich Menschen miteinander in Berührung kommen, die sich heute noch gar nicht kennen und es werden Bindungen miteinander eingegangen, weil die Liebe eben hinfällt, wo sie mag, oder schlicht weil sie zweckmäßig sind.

Ein Totalzusammenbruch der Finanzwelt, einhergehend mit Chaos und vorübergehender Anarchie, wird die Menschheit insgesamt auf eine harte Probe stellen, ja. Aber das in der heutigen Gesellschaft vorhandene Wissen, jeder nach seiner Couleur und jeder mit seinem persönlichen Beitrag, wird kaum vollständig verloren gehen und letztlich dazu führen, dass das vielfach prophezeite ‘Goldene Zeitalter’ – erst langsam, dann exponentiell – seinen Lauf nehmen wird.

Literatur:

Faszination Apokalypse: Mythen und Theorien vom Untergang der Welt von Thomas Grüter

Überleben in Krisen- und Katastrophenfällen: Ein Handbuch für jedermann. Das Survival-Wissen der Spezialeinheiten von Lars Konarek

Das grosse Buch der Überlebenstechniken von Gerhard Buzek

Survival-Guide. Dieses Buch könnte Ihr Leben retten von Colin Towell

Quelle: hartgeld.com/n8waechter.info vom 05.05.2015

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6 comments on “Der Crash zurück in die Steinzeit

  1. Tja… wer zu blöd ist sich selbst Elektrizität zu erzeugen… selbst schuld.
    Das ist nun echt keine Hexerei, oder benötigt ein höheres Ühysikstudium. Aber was red ich, die meisten wissen heute ja nichtmal mehr wie ein einfacher Stromkreis funktioniert.

  2. So, mal ein etwas hilfreicherer Kommentar. Weil ich es persönlich langsam leid bin, daß jeder nur rumjammert, und den Teufel an die Wand mahlt, aber sich keiner Gedanken über eine Lösung zu machen scheint.

    So hier ein möglicher Plan, für den Fall eines totalen Systemkolapses:

    Zu erst: Dieser Plan gilt für die Ausgangslage einer Kleinstadt mit Einwohnern zwischen 10 und 20000 Leuten und einer mehr oder weniger guten Infrastruktur.
    Bei kleineren Gemeinden muss man die Sache variieren, oder gegebenenfalls, in Zusammenarbeit mit de rnächtliegendne Gemeinde treten.

    1.: Führung:
    Wenn es wirklich so kommt, daß alles weg ist und so lalalala. Ist das erste wichtige, Führung.
    Wenn die Gemeindeverwaltung nicht selbst auf diese Idee kommt, gehen Sie in ihr Rathaus und treten sie ihr in den Arsch. Wenn da keiner mehr ist, machen sie es selbst. Versuchen sie die Leute zu einer Versammlung zu bekommen, und wenn sie sich auf dne Marktplatz stellen und eine Rede halten müssen. Scheiss egal. einer muss die Sache in die Hand nehmen und für koordination sorgen. Wenn Schlaumeier fragen: Warum Sie? Dann kann man sagen: Weil es sonst keiner gemacht hat. Später wenn alle släuft kann man ja einen demokratischen Anführer wählen. Hierbei ist es wichig gleich klarzustellen, daß man seine Position jederzeit a<bgeben würde wenn es jemand besseren gäbe oder die Gruppe das einstimming will. Sonst gibt es Neid und Feindschaft.
    Wenn diese Frage geklärt ist, machen sie dne Leuten klar das es nur 2 Optionen gibt: entweder man arbeitet bedingungslos zusammen und kann eventuell sein Leben halbwegs behalten wie es ist, oder verhungert im Winter, ich denke da werden die wenigsten den Egotripp wählen. Machen sie dne Leuten klar, daß es kein eld mehr gibt, es gibt also keinen Gehaltscheck, aber wie gesagt ein abgesichertes weiterleben.

    2.: Datensammeln.
    Wenn die Führung und Organisation eingeletiet sind, ist es wichtig die Möglichkeiten der eigenen Gemeinde auszuloten. Hierzu gehähren: vorhandene Rohstoffe, Vorhandene Fahigkeiten, Vorhandene Infrastruktur die unabhängig vom großen Systme funktionieren kann (Solarzellenenergie, andere eventuelle stromquellen, eigene Kläranlkage? eigenes Krankenhaus? Leute mit medizuinischen (speziell Arzneiherstellung) Kenntnissen? Schrottplatz? Menge des vorhandenen Treibstoffes in der Geminde (Ja am Anfang wäre es klug da sbezin aus nicht dringend notwenigen Fahrzeugen zu lagern, für Feuerwehr, Notstrom ect…)…). Für das Sammeln dieser Informationen wird man natürlich erste Helfer brauchen, hier sind Leute mit Organisationstalent oder Bürofähigkeiten gut geeignet.

    3.: Schutz der Resourcen.
    Einige werden sicher trotzdme den Arsch raushängen lassen und versuchen den eigenen vorteil zu bekommen (Sachen klauen, Plündern…) Um dies zu vermeiden, muss man gleich so fürh es geht, krtische Rohstofflager absichern (Supermärkte, Schrottplätze, Medizinische EInrichtungen….) Es gibt sicher einige in der Gemeinde die da helfen würden.

    4.: Umstellung der Infrastruktur.
    Als nähstes muss man die Infrastruktur soweit als möglich auf autarkie von der Aussenwelt umbauen. Was bedeutet: Sicherung der Stromversorgung für kritische Bereiche: Krankenhaus (oder Artzpraxis), Feuerwehr. Wenn ihre Gemiende eine eigene Kläranlage hat, haben sie die Möglichkeit die durch die Kompotierung der Überbleibsel entstehendne Gase und Abwärme für die Energiegewinnung zu nutzen (Stichwort Bioreaktor, oder Methangas). Dazu werden Umbauten nötig sein, die von Ortsansässigen Baufirmen und Ingenören gemacht werden können. (zusammenarbeit)
    Wenn sie eine Firma in der Gemeinde haben, die Solarzellen verkauft, sollten diese sofort der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, um eben bei krtischen Strukturen die Versorgung zu sichern. Wenn ihre Gemeinde landwirtschafftliche Betriebe hat, Müssen diese umgehend auf Lagerung für die unfruchtbare Jahreszeit umgrüstet werden, und ein Plan für die Versorgung der Leute ausgearbeitet werden. 3 Warme Mahlzeiten ist nichtmehr. Aber man sollte es wohl hinbekommen, daß keiner verhungern muss. Wenn ihre Gemeinde Autowerkstädten hat, kann man eventuell einige Fahrzeuge von ihrer Ölbasis befreien und sie auf Gas oder Elektro umrüsten. Das Metall, welches auf einem eventuellen Schrottplatz lagert muss recycelt werden und für spätere Umsrüst / Konstruktionszwecke aufbereitet werden.

    Wie sie sehen, gibt es durchaus Möglichkeiten so einen Systemkollaps zu überstehen, ohne in Mad MAx zustände zu verfallen.
    Ich würde mir mehr konstruktivität wünschen, und weniger Schwarzmahlerei.

  3. Sie haben etwa wichtiges vergessen.
    Kernkraftwerke, die abgeschaltet werden, müssen noch Monate gekühlt werden.
    Wenn der Diesel der Notstromaggregate nach einigen Tagen zu Ende ist, haben wir etwa 430 Fukushimas weltweit.
    Damit dürfte sicher gestellt sein, dass wir nicht an Hunger oder Seuchen sterben werden.
    Wer Lebensmittel bunkert, muss aber wenigstens nicht hungrig sterben, wenn er verstrahlt überhaupt noch etwas zu sich nehmen kann.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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