Die 4 Fastenkuren nach Hildegard von Bingen

Fasten ist ein ganzheitliches Universalheilmittel. Es wirkt positiv auf Körper, Geist und Seele. Fasten ist der bewusste Verzicht auf bestimmte Lebensmittel für einen begrenzten Zeitraum und hat nichts mit Hungern zu tun. Hungern ist ein ungewollter Zustand, der bei längerer Dauer krank macht.

Fasten hingegen ist eine gewollte Situation, die viel mehr ist, als ein paar Tage auf`s Essen zu verzichten. Fasten reinigt Körper, Geist und Seele und wirkt wohltuend, heilend, vitalisierend und inspirierend.

Eine, die sich sehr gut auskannte mit dem Fasten, war Hildegard von Bingen (1098 – 1179). Schon mit 10 Jahren trat die berühmte Benediktinerin ins Klosterleben ein. Zu ihrer Zeit gab es circa 150 Pflicht-Fastentage pro Jahr, deren Nichteinhaltung sehr streng bestraft wurde.

Das Fasten gehörte somit zu den normalen Ernährungsgewohnheiten und Hildegard von Bingen konnte bei sich und ihren Mitmenschen zahlreiche Erfahrungen sammeln – nicht nur, wie das Fasten bei Gesunden wirkte, sondern auch welche Auswirkungen es bei Krankheiten hatte. Denn einst war die medizinische Versorgung der Bevölkerung fast ausschliesslich über die Klöster gegeben.

Hildegard hatte eine sehr ausgeprägte Beobachtungsgabe sowie zusätzlich Visionen über die Heil- und Wirkkraft bestimmter Pflanzen und anderer Dinge. Diese Gabe wurde 1148 von Papst Eugen III. als echt anerkannt und so galt Hildegard von Bingen von diesem Zeitpunkt an als offiziell anerkannte Prophetin.

Sie entwickelte ihre eigene “Hildegard-Medizin”, mit der sie schon zu Lebzeiten berühmt wurde und die sie glücklicherweise in zahlreichen Büchern niederschrieb. Diese blieben bis heute erhalten und so können auch wir noch aus ihrem Erfahrungsschatz und ihren Heilmethoden schöpfen (Gesundheit: Fasten gegen Krebs).

Die Heilmethoden der Hildegard von Bingen

Die Hildegard’schen Heilmethoden basieren auf fünf Säulen:

  1. Ernährung: Ihre Ernährungsregeln dienen vor allem der Gesunderhaltung und Vorbeugung von Krankheiten.
  2. Heilkräuter: Hinzu kommt die tägliche Verwendung von Heilkräuten in verschiedensten Formen wie Tee, Gewürz, Salbe oder Tinktur.
  3. Edelsteintherapie
  4. Ausleitung: Verschiedene Ausleitungsverfahren wie Aderlass, Schröpfen und vor allem das Fasten dienen der Behandlung von Krankheiten und zur Entgiftung und Reinigung des Körpers.
  5. Seelische Reinigung: Und schliesslich kommt es Hildegard von Bingen auch auf die seelische Reinigung durch Liebe, Hoffnung, Gebete, Musik und Meditation an. Denn sie erkannte schon früh, dass völlige Gesundheit nur ganzheitlich erreicht werden kann, indem Körper, Geist und Seele gleichermassen genährt, gehegt und gepflegt werden müssen.

Die Vorteile und Auswirkungen des Fastens

Durch ihre zahlreichen Fastenerfahrungen kam Hildegard von Bingen zu der Erkenntnis, dass das Fasten eine stark reinigende und entgiftende Wirkung hat – und zwar auf allen Ebenen. Fasten ist ein ganzheitliches Universalheilmittel für Körper, Geist und Seele, das dem Menschen hilft, Probleme, Sorgen, Konflikte, Krankheiten und Laster zu überwinden.

 

Entschlackung und Gewichtverlust

Der Körper kann sich durch das Fasten von Giftstoffen und Schlacken befreien – und auch von überflüssigem Gewicht. Denn bei jeder Fastenart muss der Körper von seinen Fettdepots zehren, in denen viel Energie gespeichert ist, weil er beim Fasten weniger Energie von aussen zugeführt bekommt.

Stärkung des Immunsystems

Auch das Immunsystem wird gestärkt und je nach dem, auf welche Art und wie lange gefastet wird, können viele Krankheiten heilen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass schon ein freiwilliger Fastentag pro Woche die Krankheitsanfälligkeit signifikant verringert und dauerhaft Gewicht reduziert.

Klärung des Geistes

Der Geist wird beim Fasten klar und achtsam. Geistiges Fasten ist eine Reinigung von geistigem Müll, also von negativen Nachrichten aus den Medien, von Klatsch und Tratsch und von allen negativen Sichtweisen, die uns einschränken und uns nicht gut tun. Das schärft die Wahrnehmung, die Gedanken werden zielgerichteter.

Vorhaben sind leichter umzusetzen und neue Sichtweisen ermöglichen Lösungswege für Probleme, die unlösbar schienen. Entscheidungen können klarer und bewusster getroffen werden. Auch das setzt ungeahnt viel Energie frei und gibt neuen Antrieb.

Lösung von seelischen Blockaden

Die Seele kann beim Fasten Verdrängtes wieder ins Bewusstsein holen. Ängste, Sorgen oder traumatische Erlebnisse können aufgearbeitet werden. Das kann durch intensive Träume geschehen. Das Träumen ist dabei schon eine Art des Verarbeitens.

Auch tief sitzende Blockaden können gelöst werden. Das kann sich durch scheinbar grundloses und heftiges Weinen äussern. Das Weinen ist eine für die Seele sehr wichtige Art der Reinigung. Danach können Sie das für Sie Wesentliche und Wichtige wieder erkennen. Das kann die Chance für eine persönliche Weiterentwicklung oder manchmal auch eine vollkommene Neuorientierung sein.

Die 4 Fastenkuren der Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen erkannte, dass jeder Mensch individuell ist in seiner körperlichen Verfassung, seinem Charakter, seinen Stärken und Schwächen und eben in seiner ganzen Persönlichkeit und infolgedessen nicht alles gleich wohltuend für jeden Menschen ist.

Deshalb hat Hildegard von Bingen vier verschiedene Arten des Fastens entwickelt:

  1. Das Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten,
  2. die Dinkel-Reduktionskost,
  3. das Dinkel-Brot-Fasten und schliesslich
  4. das Strenge-Hildegard-Fasten oder auch das Hildegard-Saft-Fasten genannt.

1. Das Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten

Für Hildegard von Bingen ist der Dinkel das wichtigste und heilsamste Grundnahrungsmittel überhaupt. Er kann zu Mehl, Brot, Teigwaren, Flocken, Brei, Suppe und sogar zu Dinkelkaffee verarbeitet werden. Gegenüber anderen Getreidearten ist der Dinkel reicher an Eiweiss, reicher an vielen Vitaminen und hat auch einen höheren Mineralstoffgehalt als beispielsweise Weizen.

Hildegard von Bingen hat nahezu jedem Essen Heilkräuter als Gewürze hinzugegeben, um die Gesundheit zu fördern. Ihre liebsten Heilgewürze waren Galgant, Zimt, Bertram, Quendel (wilder Thymian), Muskatnuss und Beifuss.

Wo immer es möglich ist, sollten Sie Ihre Speisen mit diesen Gewürzen verfeinern. Galgant und Zimt zum Beispiel wärmen den Körper. Bertram hilft, Schlackenstoffe auszuleiten, Quendel unterstützt die Hautreinigung, Muskatnuss macht fröhlich und Beifuss sorgt für eine gute Verdauung.

Beim Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten bilden Lebensmittel aus Dinkel wie Dinkelbrot und Dinkelflocken mit Obst und Gemüse die Ernährungsgrundlage. Es wird lediglich auf Fleisch und tierische Fette verzichtet. Es ist somit die leichteste Fastenart und kann von jedem durchgeführt werden, theoretisch auch zeitlich unbegrenzt. Wichtig ist jedoch – wie bei jeder anderen Fastenart auch – viel Bewegung an der frischen Luft, ein täglicher, kurzer Mittagsschlaf von maximal 20 Minuten Dauer und das bewusste und liebevolle Verrichten von notwendigen Arbeiten.

 

Beginnen Sie Ihre Dinkel-Obst-Gemüse-Fastenkur zum Beispiel so:

Frühstück

Beginnen Sie den Tag mit einem Dinkel-Müsli. Kochen Sie dazu 3 EL Dinkelflocken, 2 EL Dinkelvollgries und einen in Stücke geschnittenen Apfel mit 150 ml Wasser auf (Habermus). Sie können den Apfel auch roh reiben und nach dem Aufkochen unter das Mus heben. Würzen Sie mit Zimt, Galgant und Bertram. Alternativ können Sie 1-2 Scheiben Dinkelbrot mit Quittengelee oder Johannisbeergelee (ohne Butter) frühstücken.

Mittagessen

Zum Mittagessen könnten Sie Dinkelrisotto (mit Dinkelreis (Bioladen) zubereiten. Würzen Sie es mit je 1 Prise Galgant, Bertram, Quendel und Griechenklee, ansonsten bereiten Sie es wie das Grundrezept für Risotto zu.

Sie können auch weichgekochte Dinkelkörner mit Gemüse und Salat oder Gemüse-Dinkel-Bratlinge mit Salat geniessen. Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, Hauptsache Sie bereiten etwas mit Dinkel und Gemüse zu und verzichten auf jegliches Fleisch und tierische Fette.

Abendessen

Auch zum Abendessen steht der Dinkel wieder an erster Stelle. Wie wäre es mit einer Dinkelgriesssuppe? Dazu müssen Sie nur 1-2 EL Dinkelgriess in einer Pfanne trocken ohne jegliche Fettzugabe anrösten, dann mit 500 ml Wasser aufgiessen und sofort gut umrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Gewürzt wird mit je 1 Prise Salz, Galgant, Bertram und Quendel. Nun lassen Sie die Suppe 10 Minuten köcheln. Zum Schluss verfeinern Sie Ihre Suppe noch mit frischen gehackten Kräuter nach Belieben.

Alternativ können Sie auch 1-2 Scheiben Dinkelbrot mit etwas Olivenöl beträufelt und mit dünn aufgeschnittenen Tomatenscheiben belegt geniessen. Obendrauf etwas Salz, Galgant, Bertram oder Quendel. Fertig ist das Hildegard-Abendbrot.

Oder Sie kochen eine leckere Kürbissuppe (oder jede andere Gemüsesuppe – Hauptsache, Sie lassen Fleisch und tierische Fette wie Butter, Schmalz und Speck weg).

Bärwurz-Birnenhonig – für die Verdauung und zur Entgiftung

Morgens vor dem Zähneputzen auf nüchternen Magen und abends nach dem Zähneputzen vor dem Zu-Bett-Gehen werden bei allen Hildegardfastenarten ein bis zwei Teelöffel Bärwurz-Birnenhonig eingenommen. Das gibt sowohl morgens als auch abends den entscheidenden Reiz zur Verdauung und Entgiftung und unterstützt beim Fasten die Ausleitung von Gift- und Schlackenstoffen.

Zur Herstellung dieses Bärwurz-Birnenhonigs benötigen Sie 1 kg Birnen, die sie entkernen und mit etwas Wasser weichkochen, dann fügen Sie 6 EL Honig, 25 g Bärwurzpulver, 20 g Galgantwurzelpulver, 15 g Süssholzwurzelpulver und 10 g Bohnenkrautpulver hinzu. Vermischen Sie alles gut miteinander und pürieren Sie das Ganze zu einem feinen Brei.

Die Gewürze in Pulverform gibt es in Drogeriemärkten, Reformhäusern und im Internet einzeln oder bereits als fertige Bärwurz-Birnenhonig-Mischung zu kaufen. Füllen Sie den Birnenbrei in Einmachgläser, verschliessen Sie diese fest und bewahren Sie alle kühl auf. Sie können die Gläser, die Sie gerade nicht benötigen, einfrieren und immer erst bei Bedarf auftauen, bis Ihre Fastenkur beendet ist.

2. Die Dinkel-Reduktionskost

Die Dinkel-Reduktionskost ist ebenfalls eine milde Fastenmethode, die über einen langen Zeitraum (bis zu sechs Monate) hinweg angewendet werden kann. Sie hilft bei Bluthochdruck, Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und Fettsucht. Bei dieser Fastenart isst man jeden zweiten Tag dreimal täglich Dinkelbrot, und zwar nur so viel, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt.

Die Brotration am Mittag kann durch einen Dinkel-Kopfsalat ersetzt werden. Das ist eine Portion Kopfsalatblätter mit 3 EL weichgekochten Dinkelkörnern und einem Dressing aus 1-2 TL Sonnenblumenöl, 2 TL Weinessig und je einer Prise Salz und Galgant.

Es ist wichtig, jeden Bissen sehr gut zu kauen. Dazu und zwischendrin wird Fencheltee getrunken. Jeden anderen zweiten Tag ernährt man sich normal, das heisst für Hildegard von Bingen allerdings nach ihren Ernährungsregeln:

  • viel Gemüse und Obst
  • viel Dinkel in jeder Form
  • etwas Fisch
  • wenig Fleisch; kein Schweinefleisch
  • keinen Zucker (ein wenig Honig zum Süssen ist erlaubt)
  • keinen Alkohol

Ihre Dinkel-Reduktionskost-Fastenkur könnten Sie so gestalten:

1. Tag:

Normale Ernährung nach den Hildegard’schen Ernährungsregeln.

2. Tag (Reduktionstag):

Zu den drei Mahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendessen nur so viel Dinkelbrot essen, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Dazu Fencheltee, Dinkelkaffee oder Kräutertee trinken.

Es ist interessant, die Reduktionstage nur mit Dinkelbrot zu bestreiten, denn es entsteht kein Hungergefühl und der Genuss von Brot allein bietet ganz neue und intensive Geschmackserlebnisse. So, als würden auch die Geschmacksknospen gereinigt werden und dadurch wieder intensiver und feiner schmecken.

Da es an diesen Tagen überhaupt keine Zufuhr von Fetten für den Körper gibt, greift er auf seine eigenen Fettdepots zurück, sodass diese mit der Zeit immer kleiner werden und Sie dauerhaft überflüssige Pfunde loswerden.

Sollte Ihnen das Dinkelbrot allein jeden zweiten Tag doch zu langweilig werden, dürfen Sie durchaus etwas Abwechslung hineinbringen in Form anderer Dinkelgerichte wie zum Beispiel Dinkelflockenmus, weich gekochte Dinkelkörner mit Gemüse und Dinkelgriesssuppe.

Wichtig ist am Reduktionstag, dass der Dinkel bei jeder Mahlzeit im Vordergrund steht, gedünstetes Obst und Gemüse ohne Zugabe von Fetten darf gerne als Begleitung dabei sein. Wenigstens ab und zu, aber zu Beginn sind die reinen Dinkelbrottage unbedingt empfehlenswert.

 

3. Das Dinkel-Brot-Fasten

Die dritte Stufe des Hildegardfastens ist das Dinkel-Brot-Fasten. Hierbei isst man drei Mal täglich zwei Tage altes, am besten selbst gebackenes Dinkelbrot und trinkt viel Kräutertee. Es wird auch hier nur so viel Brot gegessen, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt.

Diese Fasten-Form können Sie mehrere Wochen lang durchführen. Zwei Tage vor Fastenbeginn, den so genannten Entlastungstagen, soll die Ernährung fettarm, fleischlos und ohne Hartkäse sein.

Wie bei jeder Hildegard-Fastenart ist auch hier die morgendliche und abendliche Bärwurz-Birnenhonig-Einnahme Pflicht. Der Körper erhält somit als erstes und letztes Verdauungssignal “Entschlacken durch Birnenbrei”. Hildegard von Bingen war der Auffassung, dass durch den Birnenbrei die schlechten und krank machenden Säfte den Körper verlassen und die guten Säfte dem Körper erhalten bleiben.

4. Das Hildegard-Saft-Fasten

Die letzte Stufe des Hildegardfastens ist das Hildegard-Saft-Fasten. Hier wird für maximal acht bis zehn Tage auf feste Nahrung verzichtet. Statt dessen wird sehr viel Flüssigkeit in Form von Kräutertee, klarer Brühe, eventuell auch Brühe mit püriertem Gemüse sowie frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte zu sich genommen. Die zu trinkende Mindestmenge richtet sich nach dem Körpergewicht. Pro Kilogramm Körpergewicht sollen mindestens 35 Milliliter Flüssigkeit getrunken werden. Bei 70 kg sind das etwa 2 ½ Liter.

Bei dieser Fastenart wird mit zwei Entlastungstagen begonnen. Das heisst, es wird als Vorbereitung auf das strenge Fasten auf sämtliche Genussmittel wie Nikotin, Koffein, Alkohol, Zucker, Fett und Fleisch verzichtet. Diese Empfehlung gilt auch für die anderen Fastenarten, aber bei der strengsten Fastenart ganz besonders. Zusätzlich beginnt man morgens und abends die Bärwurz-Birnenhonig-Kur.

Am dritten Tag startet dann das Hildegard-Saft-Fasten:

  • Zum Frühstück gibt es am besten Fencheltee, der in kleinen Schlucken getrunken werden soll.
  • Das Mittagessen kann eine klare Brühe oder eine Brühe mit püriertem Gemüse sein.
  • Das Abendessen besteht aus Fencheltee gemischt mit Apfel-, Trauben- oder Johannisbeersaft.

Bei dieser Fastenart ist ein sanfter Ausklang des Fastens nötig, vor allem wenn das Fasten länger als eine Woche dauert. So, wie Sie zwei Vorbereitungstage für den Einstieg hatten, sollten Sie auch zum Ausklang zwei Tage einplanen.

Der 1. Ausklang-Tag:

Zum Frühstück geniessen Sie gedünstetes Obst. Zum Beispiel gebratene Quitte oder Apfel.

Zum Mittagessen darf es bereits eine Dinkel-Gemüse-Suppe mit einer Scheibe Dinkelbrot sein oder gedämpftes Gemüse ohne Fettzugabe.

Zum Abendessen gibt es Dinkelgriesssuppe und Fencheltee.

Der 2. Ausklang-Tag:

Morgens ein Habermus-Frühstück mit gedünstetem Obst, mittags ein leichtes Gemüsegericht und abends darf es schon eine Scheibe Dinkelbrot mit Frischkäse sein.

Am dritten Tag steigen Sie langsam wieder in eine normale Ernährung ein, wobei die Faustregel lautet: “Weniger ist mehr, und einfacher ist besser”.

Generell sollten Sie bei allen Fastenarten auf einen sanften Ein- und Ausstieg achten. Das heisst, der Beginn und das Ende der Fastenkur sollten schrittweise erfolgen. Gewöhnen Sie Ihren Körper langsam an die Umstellung.

 

Die Vorbereitung auf die Fastentage

Ohne eine gründliche Vorbereitung sollten Sie Ihre Fastenkur nicht starten. Beantworten Sie sich daher zunächst die folgenden Fragen:

  • Welche Fastenart passt am besten zu Ihnen?
  • Wie lange möchten Sie fasten?
  • Welche Hindernisse könnten auftauchen (aus Ihrem privaten und beruflichen Umfeld) und welche Lösungen fallen Ihnen hierzu ein?
  • Werden Sie vor, während und nach Ihrer Fastenkur medizinisch begleitet? Das ist besonders empfehlenswert, wenn Sie bereits wegen chronischer Krankheiten in ärztlicher Behandlung sind.
  • Können Sie sich einer Fastengruppe anschliessen oder haben Sie zumindest einen Fastenpartner, wenn auch nur telefonisch erreichbar?
  • Besorgen Sie sich ein Fastenheft, in das Sie all Ihre Gedanken, Gefühle und Empfindungen schreiben können, die Ihnen während des Fastens in den Sinn kommen. So sehen Sie nach der Fastenkur, wie viel das Fasten bewirkt hat – körperlich, geistig und seelisch.
  • Kaufen Sie schon vorher alle benötigten Zutaten und Gewürze ein, damit Sie während der Fastenkur nur noch frisches Obst und Gemüse besorgen müssen. Am besten ganz frisch vom Marktstand, so werden Sie gar nicht erst von all den Supermarktangeboten in Versuchung geführt.
  • Was könnten Ihre persönlichen Fastenkrisen werden, was stresst Sie, welche negativen Gedanken begleiten Sie ständig? Und was können Sie in solchen Situationen tun, um durchzuhalten?
  • Organisieren Sie konkret die tägliche Bewegung an der frischen Luft, den 20-minütigen Mittagsschlaf und positive Beschäftigungen des Geistes (zum Beispiel Lesen, Singen, Malen oder andere freudvolle Betätigungen).
  • Planen Sie auch mehr Zeit für die Körperpflege ein, da die Haut eines der grössten Entgiftungsorgane ist und während der Fastentage Ihre Unterstützung in Form von Massagen, Wechselduschen, Bädern, Peelings und pflegenden Hautcremes sehr zu schätzen weiss.

Je intensiver Sie sich auf das Fasten vorbereiten, desto besser werden Sie das Fasten durchhalten können und umso erfolgreicher wird das Fasten für Körper, Geist und Seele für Sie sein (Übersäuerung: Ursache für Krankheit, Siechtum, Krebs).

 

Ein Dinkel-Fastentag pro Woche

Übrigens ist auch schon nur ein Dinkel-Fasten-Tag pro Woche eine Wohltat. Erstens können Sie sich auf diese Art und Weise ganz allmählich mit der Vielfalt der Dinkelspeisen vertraut machen. Und zweitens ermöglichen Sie Ihrem Körper damit längst überfällige Reinigungsarbeiten und die Bewegung an der frischen Luft.

Sie können für Ihren Geist einen positiven Ausgleich schaffen, in dem Sie an Ihrem Fastentag bewusst auf Fernsehen und Nachrichten aus sämtlichen modernen Medien verzichten und ihre private Kommunikation auf Gespräche zwischen Ihnen und anderen anwesenden Personen beschränken.

Nur für einen Tag in der Woche keine Unterhaltungen über die sozialen Netzwerke oder Apps. Eine Stunde Lesen, Meditieren, Musizieren oder dergleichen anstatt fernzusehen, ist ebenfalls eine tolle und positive Abwechslung für Ihren Geist.

Für Ihre Seele erlauben Sie sich, an diesem Tag Ihren Tagträumen nachzuhängen, vielleicht während Sie am Abend ein gemütliches Vollbad geniessen.

Reservieren Sie sich doch Ihren freien Tag in der Woche für Ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden!

Literatur:

Hildegard von Bingen: Der Mensch im Einklang mit der Natur von Gisela Muhr

Fasten mit der heiligen Hildegard: 40 Impulse für Leib & Seele von Hildegard Strickerschmidt

Der Hildegard-Fastenbegleiter: Wie die Seele gesundet und der Körper heilt von Wighard Strehlow

Verweise:

  • Brigitte Pregenzer, Brigitte Schmidle: Hildegard von Bingen – Einfach Fasten, 3. Auflage 2010, Tyrolia-Verlag
  • Wighard Strehlow: Hildegard-Heilkunde von A-Z – Gesund von Kopf bis Fuss, 11. Auflage 2000, Droemer-Knaur-Verlag
  • Günther H. Heepen: Das Heilwissen der Hildegard von Bingen: Naturheilmittel – Ernährung – Edelsteine, 2. Auflage 2015, Gräfe und Unzer Verlag GmbH
  • Hildegard von Bingen: Gesundheit für Körper und Seele, 5. Auflage 2002, Ullstein-Verlag
  • Krista A Varady et al.: „Alternate day fasting for weight loss in normal weight and overweight subjects: a randomized controlled trial“, November 2013, (Abwechselndes Tagefasten zur Gewichtsabnahme bei normalgewichtigen und übergewichtigen Probanden: eine randomiserte kontrollierte Studie), (Quelle als PDF)

Quellen: PublicDomain/zentrum-der-gesundheit.de am 24.01.2017

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