Der Vagusnerv: Aktivieren Sie Ihren Vagusnerv und bringen Sie Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht

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Der Vagusnerv ist der Schlüsselnerv für die Balance von Körper, Geist und Seele. Ruhelosigkeit und Stress verursachen beim Menschen viele körperliche und seelische Beschwerden. Wer unter Stress und anhaltender Erschöpfung leidet, läuft oft von einem Arzt zum nächsten, ohne dass ihm wirklich geholfen werden kann. Dabei kann eine einfache Beruhigung des Vagusnervs viele Erkrankungen, die aufgrund einer Überreizung entstanden sind, lindern und heilen.

Migräne, Tinnitus, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen, Ängste und Depressionen, innere Unruhe oder Burnout haben fast immer eine seelische Komponente. Am Anfang steht Stress, der nicht mehr abgebaut werden kann, oder eine Überforderung, für die es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Die Nerven sind überreizt und der Körper reagiert mit den bekannten Symptomen.

Wie wichtig der Vagusnerv tatsächlich ist, erkennen Sie daran, dass er nahezu alle Organe im Körper steuert. Über ihn laufen die Signale vom Gehirn zu allen wichtigen Organen und Muskeln und auch wieder zurück zum Gehirn. Somit steuert und beeinflusst er eine große Bandbreite an Körperfunktionen.

Ist die Funktion des Vagusnervs durch Überreizung gestört, kann sich auch der Körper nicht mehr erholen und zahlreiche Krankheiten sind die Folge.

Aktivieren Sie Ihren Vagusnerv. So finden Körper und Seele in ihre natürliche Balance zurück, in der die Selbstheilungskräfte ihre machtvolle Wirkung entfalten können.

Das Buch „Der Vagusnerv“ ist eine wahre Fundgrube an wissenschaftlich bestätigten Informationen und wirkungsvollen Übungen, die Sie benötigen, um sich die bemerkenswerten Heilkräfte Ihres Vagusnervs nutzbar zu machen und Ihre Selbstheilungskräfte zu stärken.

Leseporbe:

Was ist das vegetative Nervensystem?

Unser vegetatives Nervensystem ist eines der wichtigsten Systeme, das unsere Organe, unser Unterbewusstsein und damit auch unsere Gefühle und Intuition steuert. Der Vagusnerv spielt in diesem System die wichtige Rolle, uns zu Ruhe und Entspannung zu bringen. In diesem Kapitel gehen Sie auf eine interessante Reise zu Ihrem Ruhenerv! (Neue Studie: Meditieren verlangsamt das Altern des Gehirns)

Die Nervenautobahn

Eine Schlüsselrolle in der Wechselwirkung zwischen dem Gehirn und den Organen spielt das sogenannte vegetative Nervensystem. Es entzieht sich unserem Willen und damit der bewussten Beeinflussung.

Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei großen Nervensträngen, die man sich wie mächtige Datenautobahnen vorstellen kann: dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Neben dem enterischen Nervensystem – dem Nervengeflecht des Darms – gehört der Vagusnerv, den Sie in diesem Buch genau kennenlernen werden, zum Parasympathikus.

Auf den Autobahnen des vegetativen Nervensystems werden fortlaufend Impulse aus den tiefen Gehirnschichten zu den Körperorganen und wieder zurück gesendet. Dabei fungiert der Sympathikus als eine Art Beschleuniger: Mit der Freisetzung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin aktiviert er das Organgewebe, erweitert die Atemwege, beschleunigt den Herzschlag und treibt den Blutdruck in die Höhe.

Diese Sympathikus-Reaktion wird in der Natur benötigt, um Kampf- und Fluchtverhalten auszulösen und Mensch wie Tier Rettung aus Gefahrensituationen zu ermöglichen. Aber auch in alltäglichen Stresssituationen, etwa einer Auseinandersetzung mit dem Chef, einem drängelnden Autofahrer oder einem unerfreulichen Brief vom Finanzamt spielt das »Beschleuniger-System« des Sympathikus eine große Rolle, wie Sie später noch erfahren werden.

Der Parasympathikus ist quasi der Gegenspieler des Sympathikus und stellt für den Organismus so etwas wie eine Bremse dar. Er sorgt für Entspannung und Ausgleich. Sein Botenstoff Acetylcholin senkt die Herzfrequenz und damit den Puls, verengt die Atemwege und steigert die Bewegung des Darms, was einer Verdauung in Ruhe entspricht.

In jeder Sekunde regulieren diese beiden Systeme die vegetativen Vorgänge in unserem Inneren. Unter normalen Bedingungen besteht eine Ausgewogenheit zwischen ihren Aktivitäten – Sympathikus und Parasympathikus halten sich also die Waage und reagieren angemessen auf die Signale, die von außen kommen. Ein Reh hat so beispielsweise die Möglichkeit, kraft seines Sympathikus in Habachtstellung zu gehen, wenn es Gefahr wittert und nötigenfalls die Flucht zu ergreifen, um dann – parasympathisch gesteuert – wieder ruhig und gelassen der Futtersuche nachzugehen, wenn es keine Warnsignale mehr empfängt.

Bei den meisten Tierarten und sogar bei unseren Haustieren funktioniert dieses »Anspannungs- Entspannungs-System« noch perfekt. Vielen Menschen jedoch macht ein Ungleichgewicht der vegetativen Steuerungsfunktionen zunehmend zu schaffen, wobei die Aktivität des Sympathikus über die Maßen gesteigert ist und der Parasympathikus keinen Ausgleich mehr zu leisten vermag.

Woran liegt das? Wissenschaftler aus der Stressforschung machen vor allem die Lebensbedingungen unserer modernen Industrie- und Kommunikationsgesellschaft dafür verantwortlich: Hektik, Leistungs- druck, Konkurrenzdenken, Reizüberflutung, Überlastung, Einsamkeit, zu wenig Harmonie in den zwischenmenschlichen Beziehungen, zu viele Konflikte, immer weniger Geborgenheit in Familie und Partnerschaft, immer mehr Unsicherheit und Angst.

Hinzu gesellt sich noch eine stressauslösende Enge in U-Bahnen, auf den Straßen und in Wohnsiedlungen. Das alles wirkt sich auf die vegetative Steuerung in unserem Organismus so aus, als befände man sich ständig im Ausnahmezustand. Der Körper ist quasi in Daueralarmbereitschaft, auf Kampf oder Flucht programmiert so wie bei unseren Steinzeitvorfahren, wenn sie dem Säbelzahntiger zu entrinnen versuchten und auf den nächsten Baum flüchteten.

Das wirklich Gefährliche an dieser vegetativen Fehlregulation ist, dass es kaum noch »Entwarnung« gibt und die Zellen des Körpers unter einem adrenergenen Dauerbombardement stehen. Im schlimmsten Fall kann dies zur Entgleisung und zum völligen Zusammenbruch des Systems führen, was sich in bedrohlichen Krankheitsprozessen wie dem Burnout- Syndrom offenbart.

Doch es muss gar nicht erst dieser Worst Case eintreten: Auch schon in viel früheren Stadien zeigen sich oft schon die Folgen des vegetativen Ungleichgewichts – zum Beispiel, indem ein hoher Adrenalinspiegel und ständige Anspannung zu Gefäßverkrampfungen und Durchblutungsstörungen führen.

Die schlechtere Blutversorgung wirkt sich im gesamten Organismus negativ aus. Sie kann die Organe und das Immunsystem schwächen und viele Probleme wie Migräne, Rückenschmerzen, Rheuma, Allergien, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder sogar die Entstehung von Krebserkrankungen nach sich ziehen. Den Vagusnerv zu stärken, ist in der heutigen Zeit deshalb wichtiger denn je. Auf den folgenden Seiten lernen Sie Ihren Ruhenerv daher genau kennen.

Was genau ist der Vagusnerv?

Der Vagusnerv ist ein sehr langer, paariger Nervenstrang, der vom Hirnstamm ausgehend den ganzen Körper durchzieht. Seinen Namen verdankt er dem lateinischen Wort vagari. Dies bedeutet so viel wie »umherschweifen« oder »umherwandern«. Die Anatomen nannten den Nerv so, da er sich ihnen zunächst als eher unspezifisch präsentierte und sie seine vielfältigen Funktionen nicht genau zuordnen konnten. Heute weiß man aber sehr genau, welche Aufgaben der Vagusnerv an den verschiedenen Organen hat.

So stimuliert der Nervus vagus, der auch als zehnter Hirnnerv (N. X) bezeichnet wird, beispielsweise die Magensäure, kontrolliert die Darmbewegungen während der Verdauungstätigkeit, reguliert den Herzrhythmus und die Atemfrequenz und ist an verschiedenen anderen Funktionen wie der Schweißregulation, dem Hungergefühl, der Speichel- und Tränenbildung und der mentalen Verfassung beteiligt.

Intelligente Kommunikation zwischen Kopf und Körper

Um sich vorstellen zu können, wie der Vagusnerv all diese verschiedenen Aufgaben ausüben kann, unternehmen Sie hier einen kleinen Ausflug in die Welt des Gehirns und der nervalen Kommunikation. Das Gehirn eines Erwachsenen wiegt ungefähr 1,5 Kilogramm. 40 Prozent dieses Gewichts entfallen auf die tief gefaltete und gewundene Hirnrinde, den sogenannten Neokortex.

Die Hirnrinde fungiert als Zentrale zur Steuerung unserer Sinneswahrnehmungen sowie unserer Fähigkeit zu planvollem Denken und Handeln. Das Gehirn teilt sich in zwei Hälften, die Hemisphären. Sie sind durch den Hirnbalken verbunden, ein dichtes Nervenfaserpaket, das den lateinischen Namen Corpus callosum trägt. Über diesen Balken werden die Prozesse beider Hemisphären exakt koordiniert.

Im Inneren des Gehirns unter dem Neokortex befinden sich die primitiveren und älteren Hirnstrukturen. Im limbischen System mit dem Hypothalamus, Hippocampus und den Mandelkernen werden Gefühle und Triebe wie Hunger, Durst oder Sexualität verarbeitet und viele Körperfunktionen mitgesteuert.

In der sogenannten Medulla oblongata erfolgt die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen wie Herzschlag, Atmung oder Blutdruck. Hier befindet sich auch der Übergang vom Gehirn zum Rückenmark. Das angrenzende Kleinhirn im hinteren, unteren Abschnitt des Gehirns schließlich ist vor allem für die Koordination von Körperbewegungen und die Erhaltung des Gleichgewichts nötig.

Das kognitive und das emotionale Gehirn

Der französische Neurowissenschaftler und Autor David Servan-Schreiber (1961– 2011) unterteilt in seinem Buch Die Neue Medizin der Emotionen: Stress, Angst, Depression: – Gesund werden ohne Medikamente unser Gehirn in ein kognitives und ein emotionales Gehirn. Dabei bezieht er sich unter anderem auch auf die Forschungsarbeiten des bekannten amerikanischen Arztes und Hirnforschers António Damásio.

Dieser sieht unser psychisches Leben, die Gestaltung unseres Daseins, unser Verhalten und unsere Ausdrucksweise »als einen fortwährenden Versuch einer Symbiose zwischen den beiden Gehirnen«. Auf der einen Seite ist das kognitive Gehirn – bewusst, rational und der Außenwelt zugewandt. Ganz anders hingegen das emotionale Gehirn: »unbewusst, zuförderst aufs Überleben bedacht und vor allem – in engem Kontakt mit dem Körper«.

Die beiden Gehirne sind relativ unabhängig voneinander und beeinflussen auf sehr unterschiedliche Weise unsere Lebenserfahrung sowie unser Verhalten. Die Unterschiedlichkeit zeigt sich sogar im Nervengewebe selbst und nicht nur über dessen Funktion. Während im Neokortex, also der evolutionsbiologisch relativ jungen obersten Schicht unseres Gehirns, die Neuronenschichten komplex strukturiert und klar angeordnet sind, stellen die Nervenzellen des limbischen Systems sich eher wie verschmolzen und daher als viel rudimentärere Strukturen dar.

Im Übrigen verbindet diese primitivere Schicht die Menschen mit allen Tieren, ja, selbst mit den Reptilien. Denn alle Geschöpfe aus der Tierwelt – der wir Menschen biologisch gesehen auch angehören – verfügen über diese archaische Gehirnstruktur. Doch trotz seiner vergleichsweise einfachen Strukturierung laufen die Reaktionen im emotionalen Gehirn viel schneller ab und sind deshalb in höherem Maße für elementare Überlebensstrategien geeignet, so Servan-Schreiber.

»Aus diesem Grund kann beispielsweise im Halbschatten eines Waldes ein Stück Holz, das auf dem Boden liegt und einer Schlange gleicht, eine Angstreaktion auslösen«, erläutert er weiter. »Noch ehe das übrige Gehirn die Analyse abschließen und zu dem Schluss kommen kann, dass es sich um etwas Harmloses handelt, hat das emotionale Gehirn, ausgehend von sehr bruchstückhaften und oft sogar falschen Informationen, bereits die Überlebensreaktion ausgelöst, die ihm am geeignetsten erschien.«

Wir alle leben in einer Stressgesellschaft, die sich permanent auf der Überholspur befindet. Kein Wunder also, dass stressbedingte Krankheiten wie nervöse Verdauungs- und Herzbeschwerden Infektanfälligkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Ängste und Gereiztheit drastisch zunehmen. Bei nicht wenigen Stressgeplagten mündet das körperliche und seelisch-geistige Dauerungleichgewicht in einen Burnout. In diesem Zustand drohen ernsthafte Leiden wie Herzinfarkt, Krebserkrankungen oder Multiple Sklerose, die nicht ohne Weiteres heilen oder schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.

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Es gibt einen Schlüsselnerv, der für die Balance von Körper, Geist und Seele von eminenter Bedeutung ist: der Vagusnerv. Man nennt ihn auch ganz poetisch den Ruhenerv, der – wenn er gut arbeiten darf – dem ganzen Stress ein Ende bereiten kann und dem Körper wieder Harmonie und Ausgeglichenheit zurückgibt.

Es ist gar nicht schwer, den Ruhenerv zu aktivieren. Eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Bewegung in der Natur, Zeit für Pausen und entspannende Momente sowie Maßnahmen der Naturheilkunde sind bereits sehr effektiv. Wenn Sie dazu noch die 10 Selbstheilungsübungen in den Alltag integrieren, die wir Ihnen in diesem Buch vorstellen, werden Sie schnell merken, wie Sie zu neuer Frische, Vitalität und Balance finden und sich selbst grundlegend umstimmen. Auch Ihr Umfeld wird es Ihnen danken, wenn Ihr Partner, Ihre Kinder, Ihre Arbeitskollegen und Freunde Sie als heiteren, in sich ruhenden Menschen erleben, mit dem man gerne Zeit verbringt.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige zum Vagusnerv, seine Funktionsweisen und sein Zusammenspiel mit anderen Nerven im Körper. Sie erhalten interessante Informationen über die Krankheiten und Beschwerden, die mit einer Disbalance in unserem Nervensystem zusammenhängen und den Ruhenerv in Mitleidenschaft ziehen.

Im praktischen Teil finden Sie viele Tipps und Ratschläge für eine gesunde Lebensführung sowie die 10 Übungen, die Ihre psychische Widerstandsfähigkeit in Stresssituationen und somit Ihre Resilienz stärken.

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Literatur:

Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit

Das Achtsamkeitstraining: 20 Minuten täglich, die Ihr Leben verändern

Meditation: Meditieren Lernen für Anfänger: Der ultimative Guide wie du durch Meditieren Ängste, Stress und Übergewicht los wirst und neue Energie, Gelassenheit, Glück und Freude tankst.

Quellen: PublicDomain/Kopp Verlag am 10.09.2020

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