Turbo für die Synapsen: Experten warnen vor technischem Gehirn-Tuning

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Mit Elektro-Impuls-Geräten aus dem Internet soll sich die Denkleistung steigern lassen. Die Apparate zeigen in der Tat Wirkung – doch nicht immer bringen sie Nutzern auch die gewünschten Vorteile.

Die Gehirnleistung mit ein paar simplen Stimulationstechniken steigern? Kein Problem, versprechen etliche Anbieter im Internet und versuchen ihre Geräte an den Mann oder die Frau zu bringen. Was die vermeintlichen Heilsbringer jedoch nicht verraten, sind die möglichen schädlichen Nebenwirkungen der Apparaturen. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Oxford hat jetzt genau diese Nebeneffekte aufgezeigt.

Hirnstimulatoren sind leicht zu bedienen und lassen sich auch simpel selbst konfigurieren. Die Zahl der Menschen, die sich für den „Boost“ der Hirnfunktion begeistern können, steigt. Doch den meisten ist vermutlich nicht klar, dass sie sich auf ein großes Experiment einlassen, dessen Ausgang noch weitestgehend ungewiss ist. Neurowissenschaftler raten daher vom Kauf solcher Gerätschaften ab.

Britische Forscher haben nun die Methode der „transcranial direct current stimulation“, also das Setzen leichter Stromstöße durch die Kopfhaut, im Bereich der präfrontalen Großhirnrinde bei Studenten getestet. Die Stimulation wurde beim Lösen von Matheaufgaben angewendet und brachte erstaunliche Ergebnisse.

Ängstliche Testteilnehmer wurden ruhiger

Probanden, die bei Matheaufgaben in Stress geraten, wurden durch die Stimulation ruhiger und kamen schneller zu den Lösungen. Für normale Studenten brachten die 30-sekündigen Stromimpulse jedoch einen gegenteiligen Effekt: Sie lösten die Aufgaben schlechter als ohne Stimulation.

Messungen des Stresshormons Cortisol brachten eine Erklärung für die unterschiedlichen Ergebnisse: Während die erste Gruppe durch die Impulse ihre Ängste vor dem Mathetest in den Griff bekam, störten sie die entspannten Studenten beim Lösen der Aufgaben.

Eine Folge-Studie zeigt ebenfalls bedenkliche Resultate: Bei einer völlig anderen Aufgabenstellung brachte eine Hirnstimulation bei allen Versuchsteilnehmern schlechtere Leistungen. Im Test war die Konzentrationsfähigkeit gefordert. Studenten sollten auf einem Monitor die Richtung von Pfeilen erkennen, während störende Einblendungen die Aufgabe erschwerten.

Das Fazit ist demnach klar: Einige Personen können für bestimmte Aufgaben von Hirn-stimulationen profitieren. Doch in zahlreichen Fällen bringen „Hirnbooster“ nichts oder können sogar die Leistungsfähigkeit senken. Neurowissenschaftler mahnen daher zu intensiveren Forschungen im Bereich der Hirnstimulation und lehnen einen freien Verkauf entsprechender Geräte ab.

Quellen: dpa/n24.de vom 16.12.2014

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