Digitale Demenz: Wie wir uns um den Verstand bringen (Video)

titelbild

Wer bis ins hohe Alter im Kopf fit bleiben will, muss sein Gehirn trainieren. Doch die schöne digitale Welt – mit Smartphones, Apps und Navigationssystemen – erleichtert uns den Alltag. Doch unser Verstand will mit Daten gefüttert werden, denn sonst verkümmert er.

„Das Gehirn kann eines nicht: nicht lernen“ (Prof. Dr. Manfred Spitzer)

Vor einigen Jahren bemerkten Ärzte in Südkorea bei jungen Männern, die Computer und Internet intensiv nutzten, Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie emotionale Verflachung und allgemeine Abstumpfung. Sie nannten das Krankheitsbild „Digitale Demenz“. In der Medizin bezeichnet Demenz ganz allgemein die Abnahme geistiger Leistungen, also geistigen Abstieg, und wie bei jedem Abstieg dauert dieser umso länger, je höher man beginnt: Von einer Stranddüne hat man sehr rasch Meereshöhe erreicht, während man vom Mount Everest sehr lange absteigt und sich zugleich auf großer Höhe befindet.

Das menschliche Gehirn unterliegt einem beständigen Neubau, Umbau und auch Abbau: Wenn Neues gelernt wird, entstehen neue Verbindungen, sogenannte Synapsen, zwischen den Nervenzellen. Werden sie nicht gebraucht, werden sie weggeräumt. Dies ist die eigentliche Aufgabe der Synapsen. Das Gehirn enthält eine Million Milliarden Synapsen, die sich in Abhängigkeit vom Gebrauch permanent ändern. Das Gehirn kann daher eines nicht: nicht lernen.

Sehr viele Menschen arbeiten mit digitalen Helfern, weil diese uns geistige Arbeit abnehmen – ähnlich wie Rolltreppen, Fahrstühle und Autos uns körperliche Arbeit abnehmen. Die Folgen mangelnder körperlicher Tätigkeit für Muskulatur, Herz und Kreislauf sind bekannt: Abbau und Minderfunktion. Dass es sich mit unserem Geist ganz ähnlich verhält, haben wir dagegen noch nicht begriffen.

Betrachten wir zwei Beispiele: Wer ein Satellitennavigationsgerät im Auto hat, lagert das Navigieren aus seinem Gehirn aus. Entsprechend haben schon sehr viele Menschen verlernt, sich mit Karte und ihrem gehirneigenen Navigationsmodul zu orientieren. Bei Londoner Taxifahrern, die 25.000 Straßen und ein paar Tausend weitere Orte kennen müssen, um ihre Lizenz zu bekommen, wurde schon vor mehr als einem Jahrzehnt ein vergrößertes Navigationsmodul im Gehirn festgestellt, denn es wächst bei ihnen im Laufe der Ausbildung.

Die Misere mit den sozialen Netzwerken

Auch unser Sozialverhalten wird von mehreren Gehirnmodulen gesteuert. Bei Affen, die in Kindheit und Jugend entweder allein oder in Käfigen mit zwei bis sieben Tieren gehalten wurden, zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Größe der Gruppe, in der die Tiere gelebt hatten, und Modulen des sozialen Denkens und Handelns: je größer die Gruppe, desto größer das soziale Gehirn. Studien haben ergeben, dass digitale soziale Netzwerke unsere Kinder und Jugendlichen eher einsam und unglücklich machen.

Man mag sich gar nicht ausmalen, was langfristig mit den noch in Entwicklung befindlichen sozialen Modulen geschieht, wenn die zu ihrer Entwicklung notwendigen Nervenverbindungen wegen fehlender realer Sozialkontakte gar nicht erst entstehen können. Wie sollen Acht- oder 13-Jährige Empathie oder das Dekodieren von Mimik, Gestik oder Sprachmelodie auf den affektiven Gehalt hin erlernen, wenn bei virtuellen Sozialkontakten niemand da ist?

Was für das Navigieren im Raum und zwischen den Menschen gilt, trifft auf geistige Leistungen ganz allgemein zu: Das Gehirn bildet sich in Auseinandersetzung mit der Welt – der wirklichen Welt. Das Resultat dieses in den ersten beiden Lebensjahrzehnten stattfindenden Prozesses nennen wir Bildung. Wie wichtig Bildung, das heißt die Ausbildung von Strukturen im Gehirn durch Lernen ist, zeigt folgendes Beispiel: Wer zweisprachig aufgewachsen ist und zeitlebens die zweite Sprache spricht, bekommt die Symptome einer Alzheimer-Demenz mit einer Verspätung von 5,1 Jahren. Dabei ist es nicht so, dass die krankheitsbedingten Gehirnveränderungen später auftreten; vielmehr verfügt ein gut gebildetes Gehirn über mehr Reserven, also mehr vorhandene Verbindungen, die es nutzen kann, wenn die Hardware langsam kaputt geht.

516eBnuxTfL

Diese Studie zeigt die Auswirkungen geistiger Tätigkeit auf einen späteren geistigen Abstieg, das heißt eine sich entwickelnde Demenz, sehr klar. Es gibt übrigens kein Medikament, mit dem sich das Auftreten einer Demenz auch nur annähernd so gut verzögernließe, wie dies für Zweisprachigkeit nachgewiesen ist.

Wie wichtig die Gehirnbildung für den Verlauf des geistigen Abstiegs im Alter ist, zeigte eine der bedeutendsten Studien über das Altern, die jemals durchgeführt wurde. In einer Längsschnittstudie wurden 678 Ordensschwestern im Alter von 76 bis 107 jedes Jahr untersucht und getestet. Nach ihrem Tod wurden die Gehirne wissenschaftlich untersucht. Eine der Besonderheiten dieser Studie bestand darin, dass die Teilnehmerinnen alle in jungen Jahren dem Orden beigetreten waren und eine sehr einfache und vor allem sehr ähnliche Lebensweise aufwiesen.

Die Archive der Klöster boten Einblicke in die Lebensläufe der Nonnen und in ihre geistigen Aktivitäten vor Jahrzehnten. So konnte man zeigen, dass diejenigen Schwestern, die ihren (im Alter von 22 Jahren geschriebenen) Lebenslauf besser formuliert hatten, im Alter weniger dement waren. Schwester Maria beispielsweise war bis ins Alter von 84 Jahren als Lehrerin tätig und, bis sie mit 101 Jahren an einem Tumorleiden verstarb, geistig noch immer sehr rege. Auch die im Jahr vor ihrem Tod gemachten Tests zur Ermittlung der intellektuellen Leistungsfähigkeit zeigten keinerlei krankhafte Auffälligkeiten. In krassem Gegensatz dazu war jedoch ihr Gehirn voller Veränderungen, wie sie für Alzheimer-Demenz typisch sind.

519vJz7DyEL

Das Gehirn ist flexibler als jedes andere Organ

Krankhafte Veränderungen bei Alzheimer-Demenz werden also durch geistige Tätigkeit nicht verhindert. Vielmehr kann ein gebildeter Geist deutlich kränker sein als ein schwacher Geist, ohne dass man das merkt. Man kann sich die Zusammenhänge genauso vorstellen wie im körperlichen Bereich: Ein Gewichtheber, der an Muskelschwund erkrankt, wird über längere Zeit noch kräftiger sein als die meisten anderen Menschen, die nicht an einer Muskelkrankheit leiden. Bei der geistigen Leistungsfähigkeit verhält es sich im Prinzip genauso, nur ist hier der Effekt deutlich größer. Denn das Gehirn ist flexibler als jedes andere Organ in unserem Körper, einschließlich der Muskeln.

Daher wundert nicht, dass Folgendes mittlerweile zweifelsfrei wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte: Wer schon als Kleinkind viel Zeit vor Bildschirmmedien verbringt, zeigt in der Grundschule vermehrt Störungen der Sprachentwicklung und Aufmerksamkeitsstörungen. Eine Playstation verursacht nachweislich schlechte Noten im Lesen und Schreiben sowie Verhaltensprobleme in der Schule. Ein Computer im Kinderzimmer wirkt sich negativ auf die Schulleistungen aus, und im Jugendalter führen Internet und Computer zu einer Verringerung der Selbstkontrolle und zur Sucht.

Halten wir fest: Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Dies birgt immense Gefahren, insbesondere für die sich noch entwickelnden Gehirne von Kindern. Die hierzu bereits vorliegenden Forschungsergebnisse sind alarmierend: Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert.

51ARMqlpPUL

Zu den Folgen gehören auch Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht und Gewaltbereitschaft.

Diese Entwicklung ist bedenklich und erfordert vor allem bei Kindern Konsumbeschränkungen, um den Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechnik entgegenzuwirken!

Video: „Digitale Demenz“ im Zeitalter neuer Medien – Prof. Dr. Dr. Spitzer

Der Autor Prof. Dr. Manfred Spitzer ist Hirnforscher, Psychiater undAutor zahlreicher Bücher, darunter „Digitale Demenz“. Sein neues Buch „Cyberkrank!“ erscheint im November 2015 (beide Droemer Verlag).

Literatur:                                   

Nebenwirkung Handy: Schaden Mobiltelefone unserer Gesundheit? von Erik R Huber

Die Lüge der digitalen Bildung: Warum unsere Kinder das Lernen verlernen von Gerald Lembke

Im Netz der Frequenzen: Elektromagnetische Strahlung, Gesundheit und Umwelt. Was man darüber wissen muß von Franz Bludorf

Mythos Mobilfunk: Kritik der strahlenden Vernunft von Werner Thiede

Quelle: 3sat.de November 2015

Weitere Artikel:

Wie wir betrogen werden: Die unbekannte Gefahr der Mobilfunk-Technologie!

Was Geheimdienste mit Smartphones alles anstellen (Video)

Nobelpreisträger: Handys verursachen Dauerstress – „Butt Dials“ belasten Notrufzentralen

Wenn Handy und Mikrowellen krank machen (Videos)

Verbannen Sie die Mikrowelle!

Drahtlose Kommunikation: Klare Verbindung – auch zu Krebs und Ärzte warnen vor Tablets, Smartphones und Co. für Kinder

Wenn eine Mikrowelle läuft, sollten Sie das Weite suchen

Neugeborene unter dem Einfluss von TV und Handy

Handy aus der Hose! Mobiltelefone gehen Männern auf die Hoden (Video)

Handynacken droht zum neuen Volksleiden zu werden – Verschleiss der Bandscheiben

Smartphones: Unerkannte Gefahr in Kinderhand! (Video)

Was das Handy kann, bietet ein geübter Geist auch

Wissenschaftler aus 39 Ländern warnen vor Gesundheitsgefahren durch Handys

Mehr Elektrosmog durch neue Sendeanlagen

Unfallursache Smartphone: Auch Fußgänger leben gefährlich (Videos)

Die Lüge der digitalen Bildung: Warum unsere Kinder das Lernen verlernen

Google statt Grips: Smartphones machen denkfaul

Mobilfunk: Ärztekammer empfiehlt vorsichtigen Umgang – Hohe Tumorraten durch elektromagnetische Felder (Video)

Elektro-Smog: Die unsichtbare Bestrahlung

Radar: Eine lautlose, unterschätzte Gesundheitsgefahr

Digitalisierung in Japan und Südkorea: Sklaven ihrer Smartphones

Bundesamt warnt Schulen vor WLAN-Netzen – Drahtlos-Netzwerke in Kitas in Frankreich verboten

Verbietet euren Kindern Smartphones! 10 wissenschaftliche Gründe

Gesundheit: Strahlengefahr weit unterschätzt (Video)

Smartphone, Handymasten, WLAN & Co.: Das unsichtbare Glühen (Video)

Nur aufs Smartphone geachtet: Mann verpasst Erlebnis seines Lebens

Computer, Tablets und Smartphones als Schlaffresser

Leben vor dem Bildschirm

Bildung: Siegeszug der Dummheit – Die menschliche Intelligenz geht rasant zurück

Steve Jobs verbot seinen Kindern das iPad

“FOMO”: Digitale Demenz und unser gefährliches Experiment (Video)

Kämpfer gegen den Elektrosmog bei Groß und Klein

Fernsehen macht Kindern oft Angst (Videos)

Prävention Mobilfunkstrahlung: Blick auf dunkle Seite des Handys

Das Ende der Konversation

Eine unerträgliche Geschichte der Zeit

Rückversicherer stuft Mobilfunkstrahlung als höchstes Risiko ein

Schlaf: E-Books und Co. stören die innere Uhr

WhatsApp mit Lesebestätigung: Sie Nutzersklaven

Bildung: Siegeszug der Dummheit – Die menschliche Intelligenz geht rasant zurück

Handy-Strahlung total egal? Das Design ist wichtiger

Generation Y und Maybe: Die Jugendlichen von heute wirken wie Zombies

Volkskrankheit Analphabetismus als Bildungsziel

Mobilfunk, Elektrosmog, Handy-Strahlung – die verschwiegene Gefahr (Videos)

Gesundheitsgefährdung durch windradgenerierten Infraschall

Hirntumor-Risiko steigt durch Handystrahlung

Spätfolgen für Kinder: Drahtlose Geräte verursachen Krebs und Gehirnschäden

Schulen verbieten Handys auf dem Pausenhof

Apple iPhone, Samsung, HTC & Co.: Hirntumor-Risiko steigt durch Smartphones

Selbst schwacher Elektrosmog stört Orientierung von Zugvögeln

“Look Up” – gemeinsam vereinsamen mit der “Generation Smartphone” (Video)

«Smartphone-Zombies» leben gefährlich

Hybriden der Zukunft: Kreuzungen von Mensch und Tier

Künstliche Intelligenz

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Smartphones schädigen Kinder an Geist und Körper

Finger weg, giftig! Gesundheitsgefährdende Stoffe in Tastatur, Maus, Handy…

Mysterium am Bahnhof: Ein Mann starrt ins Leere

Idiotenkiste: Wie Fernsehen uns alle in Zombies verwandelt (Videos)

Paare gucken Streitverhalten aus TV-Serien ab – Hoher TV-Konsum fördert unsoziales Verhalten

Unsoziale Netzwerke: Geht unser Nachwuchs daran kaputt?

Das unheimliche Mikrowellen-Experiment 

Busen und Handy sind inkompatibel – Mobilfunkgeräte verursachen Brustkrebs

Krebs und Tumore durch Handy-Strahlung: Forscher finden alarmierende Spuren im Speichel

Naturschützer warnen vor der Gefahr des Mobilfunks

Studie bringt mehr als 7000 Krebstote mit Strahlung von Handymasten in Verbindung

Mobilfunkstrahlung: Pflanzen keimen nicht in Nähe von Netzwerk-Routern

Organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen – wie Patienten und Verbraucher betrogen werden

Gesundheit: Mobilfunk und Medien – Funkstille über Strahlungsschäden

Zaubergesang: Frequenzen zur Wetter- und Gedankenkontrolle

Gesundheitliche Beschwerden – Smartphones unter der Schulbank

Urlaubsziele für Allergiker & elektrosensible Menschen: Auszeit von der Triefnase & Strahlung

Glauben Sie immer noch nicht an HAARP? Dann sind Sie Konspirationstheoretiker/in! (Video)

Opfer von Mobilfunkstrahlung? Pfarrer in Ruhestand begeht Selbstmord

Handystrahlung: Erhöhte Mutationswerte im Labortest – Belgien verbietet Verkauf & Werbung an unter 7-jährige

LTE führt zu Anstieg von Mobilfunkstrahlung

Mobilfunkantenne – Angst vor Strahlen

Meinungsmache: Rothschild Presse in Deutschland seit 1849 (Videos)

Mobilfunk, ein “Trojanisches Pferd” im Körper

Die Folgen von Mobilfunk, Zerstörung des Erbguts, Wirkung auf Organismus von Mensch und Tier

Mobilfunk während Schwangerschaft kann zu Verhaltensstörungen des Nachwuchses führen

Sieg vor Gericht: Handy ist für Tumor verantwortlich

Mikrowelle: Unerkannte Gefahr für Nahrung und Haushalt

Bevölkerungskontrolle: Die Machenschaften der Pharmalobby – Von den IG Farben der Nazis zur EU und den USA

Massen-Hypnose durch Kino und Fernsehen (Video)

Das HAARP-Projekt (Videos)

Was Putin verschweigt, sagt sein Berater: Deutschland steht unter US-Okkupation (Video)

About aikos2309