
Ein Terroranschlag in Berlin. Oder in Hamburg. Oder in München oder Köln – zum Glück, nur als Computerspiel. Und die Spieler schlüpfen in die Rollen von Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Helfern. Die Entwickler des Spiels hoffen auf ein Bombengeschäft damit.
„Ganz wichtig: Es ist kein Shooter, wo man auf Menschen ballert, sondern, wo man Menschen rettet“, sagt Entwickler Ralph Stock. Es ist bereits die 18. Auflage des Computerspiels.
Stock und seine Mitarbeiter bei seiner Softwarefirma Serious Games Solutions aus Potsdam haben es immer weiter entwickelt. „Es gibt unterschiedliche Rettungseinheiten: Feuerwehrleute, sind natürlich ganz wichtig, Ärzte, Rettungssanitäter, Technisches Hilfswerk, aber auch Polizei“, erklärt der Erfinder des Spiels „Emergency.“ (Bild: So sieht die M5 nach einem Terroranschlag aus)
Neu sei bei der jetzt, dass all diese Einsatzkräfte jetzt Seite an Seite gegen den Terror kämpften: „Spezialeinheiten der Polizei gegen die Terroristen, Feuerwehrleute kümmern sich um Brände und darum Leute zu retten.“
So könnten Polizisten sogar Terroranschläge im Vorfeld verhindern, indem sie illegalen Waffenhändlern das Handwerk legen.
Besonders stolz ist Stock auf die Realitätsnähe der Schauplätze. So könnte nachgespielt werden, wie am Brandenburger Tor in Berlin eine Bombe hochgeht. „Wir haben die vier größten Städte (Berlin, Hamburg, München, Köln, Anm. d. Red.) nachmodelliert, um hier auch Terroranschläge passieren zu lassen.“ (Bundeswehr soll im November für Terrorlage im Inland üben)

(Hier decken Polizisten den Handel mit einer radioaktiv-verseuchten Bombe auf)
Derzeit ist Stock mit seinem Team auf der Messe Gamescom in Köln unterwegs. Dort präsentiert er das Spiel „Emergency 17: Einsatz gegen den Terror“ (Bereiten sich Gemeinden heimlich auf künftige Blackouts im Stromnetz vor?).
Video:
„Die Resonanz hier ist positiv. Der Terrorismus beschäftigt derzeit viele Menschen. Die Leute sind froh darüber, dass wir uns diesem Thema auf positive Weise nähern. Man kann sich mit Hilfe des Spiels in die Terrorbekämpfung hineindenken.“
Laut Stock gibt es neben der normalen Variante von „Emergency 17“ auch eine Profi-Edition. Diese Variante richte sich an Kunden, die dazu da sind, virtuelle Krisenstäbe zu unterstützen. Oder an die Ausbilder zukünftiger Feuerwehrleute (Kinder verbringen heute weniger Zeit an der frischen Luft als Häftlinge).

Bei allen guten Absichten: In erster Linie ist das Spiel aber für Menschen gedacht, die sich damit unterhalten sollen. Oder soll die Bevölkerung langsam an den Terror – spielerisch – gewöhnt werden? (Katastrophenschutz bekommt neues Konzept: Bürger sollen Vorräte an Essen und Trinken anlegen)
„Emergency 17: Einsatz gegen den Terror“ soll Weihnachten zu haben sein und etwa 40 Euro kosten.
Das komplette Interview mit dem Entwickler Ralph Stock finden Sie hier:
Literatur:
Überleben in der Natur: Der Survival-Guide für Europa und Nordamerika von Lars Konarek
Das Prepper-Handbuch: Krisen überleben von Walter Dold
Was Oma und Opa noch wussten: So haben unsere Großeltern Krisenzeiten überlebt von Udo Ulfkotte
Quellen: PublicDomain/de.sputniknews.com am 18.08.2016