
Bargeldverbote in der EU und für uns rücken näher. Der BITCOIN schien ein Ausweg. Werden Kryptowährungen jetzt zur Falle?
An sich sind Kryptowährungen freies Geld. Jeder kann seine eigene Währung erzeugen. Am bekanntesten ist der BITCOIN, der gnadenlos in die Höhe gestiegen ist. Diese Kryptowährungen werden elektronisch „geschöpft“.
Daher der Begriff „minen“, der in der Bitcoin-Welt kursiert. Die Währung selbst wird auf Rechnern in einem Netzwerk erzeugt und dann gespeichert. Es gibt keine „Zentralbank“ wie beim Euro.
Sie können theoretisch mit dem Bitcoin ganz normal handeln. Alle Handelspartner, die mitmachen, werden die Währung annehmen. Der Tausch findet im elektronischen Netzwerk statt und wird öffentlich in einem Protokoll verzeichnet.
Die Menge produzierter Bitcoins (und anderer Kryptowährungen) ist daher öffentlich bekannt, Bitcoins werden zudem nicht einfach künstlich vom Markt genommen.
Das Risiko
Allerdings ist der Bitcoin in den vergangenen Wochen und Monaten immens gestiegen. Was bedeutet das?
Das Misstrauen in die herkömmlichen Währungen ist groß, dies ist das erste Signal. Zum zweiten aber zeigt sich, dass der Bitcoin wie andere Kryptowährungen kein richtiges Geld ist.
Geld hat in der herkömmlichen Volkswirtschaft drei Funktionen:
- Tauschmittel
- Wertvergleichsmaßstab
- Wertaufbewahrungsmittel
Der Bitcoin ist offensichtlich kein Wertaufbewahrungsmittel. Je wertvoller die „Währung“ wird, desto mehr Spekulanten zieht sie derzeit an. Wenn eine Währung so massiv steigt, kann sie keine Werte „aufbewahren“. Sie wird sie vervielfachen und/oder vernichten.
Dementsprechend ist der Bitcoin auch kein Wertvergleichsmaßstab. Wenn die Währung selbst in ihrem Wert nicht halbwegs stabil ist, dann wird sie als Maßstab nicht funktionieren. Sie können Uhren, Brötchen und Autos nicht in Bitcoin bemessen und über mehrere Wochen hinweg einen identischen „Wertabstand“ annehmen.
Wenn die Währung massiv wertvoller wird, dann wird der Abstand zwischen Brötchen und Autos sich vervielfachen. Deshalb ist diese Funktion beim Bitcoin nicht vorhanden.
Damit entfällt auch die dritte Geldfunktion, das Tauschmittel. Eine Währung, die keine Vergleiche über die Zahlungskraft zulässt, ist auch kein geeignetes Tauschmittel.
Welcher Händler sollte sich dauerhaft mit einer Währung bezahlen lassen, die jederzeit im Wert immens schwanken kann? Die Mehrheit der Kaufleute wird dies dauerhaft ablehnen.
Dennoch: die Staaten wollen Kryptogeld
Dennoch werden Banken und danach Staaten versuchen, eigenes Kryptogeld einzuführen. Banken planen dies schon. Warum ist dies für Staaten interessant?
Der Bitcoin und andere Kryptowährungen sind bargeldfrei, jedenfalls in der Praxis so weitgehend bargeldfrei, dass dies der nächste Schritt zur Bargeldabschaffung ist. Wenn die Menschen sogar freiwillig elektronisches Geld akzeptieren, wie es beim Bitcoin-Hype ist, dann ist der Schritt nicht mehr weit, nur noch elektronisches Geld zur Verfügung zu stellen.
Staatliches Kryptogeld wäre weniger schwankend, dafür kann der Staat sorgen. Nur: Dann hat der Staat unmittelbar Zugriff auf die Teilnahme jedes Bürgers am Leben. Wer kein Bargeld mehr abheben kann, ist darauf angewiesen, dass der Kontenzugriff funktioniert.
Jederzeit kann Ihr Konto gesperrt, teilgesperrt oder abgeräumt werden. Wer einmal seinen Zugriff verliert, bekommt in einem bargeldlosen Staat nichts. Keinen Strom, kein Wasser, kein Brot.
Nebenher lassen sich alle Aktivitäten bestens aufzeichnen. Staatliches Kryptogeld ist genau das, wonach sich Merkel, Schäuble, Schulz und Co. sehnen.

Erster Testlauf: Estland
Das wird sich in Deutschland nicht so schnell durchsetzen lassen. Dies wissen alle, dafür sind wir in Deutschland zu kritisch. Jetzt aber prescht das EU-Land Estland vor. „Estcoin“ heißt die Idee, die jetzt in aller Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Auch in Großbritannien – außerhalb der (künftigen) – EU gibt es entsprechende Planungen. In Deutschland arbeitet die Bundesbank an einer entsprechenden Währung.
Vorsicht – Kryptowährungen sind der eleganteste Weg, uns in die bargeldlose Zukunft zu führen.
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Literatur:
Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört von Markus C. Kerber
2018: Das Ende des Bargelds? – Die kommende Transition: Das Ende der Freiheit der Völker nähert sich von Robin de Ruiter
Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung von Paul Schreyer
Achtung! Bargeldverbot! von Michael Brückner
Quellen: PublicDomain/watergate.tv am 24.09.2017
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