Digitalisierung der Schule: „Zum selbständigen Denken unfähig“

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Mit erstaunlicher Naivität verkündet Martina Muff in ihrem Artikel „Der Lautsprecher: Früh übt sich“, dass die Zukunft der Schule in zunehmender Digitalisierung läge. Da wird ohne hinreichende wissenschaftliche Grundlage und ohne dass sie selbst irgendeine pädagogische Erfahrung hätte, fröhlich von ihr hinausposaunt, dass eine vollständige Digitalisierung des Unterrichts notwendig sei und bald bevorstehe.

Dies möchte ich bezweifeln und möchte zugleich davor warnen, den Computer oder ähnliche Maschinen in noch größerem Ausmaß als bisher in der Schule zur Anwendung zu bringen.

Ich spreche aus Erfahrung, weil ich vierzig Jahre lang Lehrer war und die letzten Jahre die Digitalisierung des Unterrichts unmittelbar erlebt habe, und zwar in einem Land, das auf diesem Gebiet viel weiter vorgeschritten ist als Deutschland – ich betone: „vorgeschritten“, nicht „fortgeschritten“. Dieses Land ist Norwegen, das reichste Land der Welt.

Jeder Schüler in der Oberstufe hat seinen eigenen Laptop

Hier hat man den Computer schon vor zehn Jahren als festen Bestandteil des Unterrichts eingeführt, zunächst in eigens dafür hergerichteten Klassenzimmern. Inzwischen aber hat jeder Schüler in der Oberstufe seinen eigenen Laptop und hat ihn als unabdingbares Werkzeug zum Unterricht mitzubringen („Unsere Schulen produzieren leidenschaftslose Pflichterfüller“ (Video)).

Zahlreiche Lernprogramme stehen im Netz zur Verfügung und werden tagtäglich benutzt. Die schriftliche Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler geschieht über die Intranet-Plattform „it’s-learning“. Inzwischen sollen Tablets auch in der Grundschule und sogar schon im Kindergarten angewendet werden.

Darüber wird Martina Muff sich natürlich freuen, denn, so ihre Meinung:

„…auf dem Tablet Wischen und Schieben begreifen sogar Zweijährige“

Klar, begreifen sie es, aber die Frage ist doch, ob das gut für sie ist.

Ich möchte behaupten: nein!

Und da habe ich die Wissenschaft auf meiner Seite. Der Neurobiologe Manfred Spitzer hat in seinem Buch „Digitale Demenz“ eingehend dargelegt, dass es für Kinder viel wichtiger ist, die Welt durch die Sinne hindurch, greifend, tastend und sich im Raum bewegend, zu erfahren und verstehen zu lernen, als durch den begrenzten, verflachten und die Sinne korrumpierenden Schirm des Computers.

Natürlich sind intellektuelle Erfolge mit Hilfe des Computers möglich, aber auf die rein intellektuellen Fortschritte kommt es nicht an. Es kommt eben nicht auf oberflächliches Wiedererkennen und in Kategorien Einordnen an, sondern auf kreatives und produzierendes Erkennen, kurzum auf selbständiges Denken. Zu diesem liefern der Computer und sein Verbündeter, das Netz, kein hinreichendes Übungsmaterial, im Gegenteil.

Zum selbständigen Denken unfähig

Ich kann auf Grund eigener Beobachtung sagen, dass ich als Lehrer noch nie so viele Schüler, die zum selbständigen Denken unfähig sind, erlebt habe, wie in den letzten Jahren hier in Norwegen, also Schüler, zu deren Alltagsleben es schon seit einigen Jahren gehört, den Computer im Privatleben und in der Schule zu benutzen (Digitale Demenz: Wie wir uns um den Verstand bringen (Video)).

Zusätzlich erlebe ich einen weit geringeren Kenntnisstand, d.h. eine offenbare Schwäche der Memorierung, und des Weiteren eine Verarmung, was intellektuelle Strategien des Untersuchens und Forschens betrifft. Wenn es gilt, irgendetwas herauszufinden, sind die wenigsten zu mehr in der Lage als zu einer Suche in Wikipedia. Quellen, die es im Netz gibt, werden unkritisch akzeptiert. Ein Nachschlagewerk zu benutzen ist den meisten zu anstrengend, allein schon aus dem Grunde, weil sie seinen Aufbau nicht verstehen (Vom Rückschritt des Fortschritts: Digitaler Burnout, Smombies & Generation Head-Down (Video)).

Wenn es gilt, die eigene Arbeit zu organisieren oder ein schriftliches Erzeugnis zu strukturieren, zeigen die Schüler eine erstaunliche Hilflosigkeit. Hinzu kommt die Ermüdung, ein bekanntes Begleitphänomen des Lernens mit elektronischen Medien, wie der Informatiker Andrew Dillon schon 1992 beobachtet hat.

„Experten sind jedoch optimistisch und prophezeien einen radikalen Wandel des Lernens.“

behauptet Martina Muff. Ja, welche Experten denn? Meint sie Wissenschaftler oder meint sie die Vertreter der von ihr genannten Firmen, welche sich an dem Verkauf von Computern und Tablets im Zuge der Digitalisierung der Schule eine goldene Nase verdienen werden?

„Ganz schön schlau.“

nennt Martina Muff diese Firmen. Ja, natürlich, schlau sind sie, weil es in ihrem Geschäftsinteresse liegt. Es wäre aber naiv zu glauben, diese Firmen fühlten eine Art von pädagogischer Verantwortung oder würden sich sogar den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung unterwerfen. Im Gegenteil: Diese Firmen werden jene Untersuchungen finanzieren, welche ihren Interessen dienen.

Bislang gibt es faktisch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Benutzung elektronischer Medien das Lernen effektiver machen würde (Steve Jobs verbot seinen Kindern das iPad).

Es gibt aber zum Beispiel wissenschaftliche Evaluationen von Projekten in Peru und Uruguay, wo Schüler mit Laptops ausgerüstet wurden, welche zeigen, dass die Schüler mit Laptops nicht besser abschnitten als Schüler ohne Laptops und dass sie generell ihre Hausaufgaben weniger gern machten als ihre Schulkameraden, die keinen Laptop zur Verfügung hatten.

Hinzu kommt die Suchtgefahr. „In Südkorea beispielsweise, dem Land mit der höchsten Dichte von digitalen Medien in Schulen (Digitalisierung in Japan und Südkorea: Sklaven ihrer Smartphones)

, waren nach Angaben des dortigen zuständigen Ministeriums bereits im Jahr 2010 zwölf Prozent aller Schüler internetsüchtig“ (Spitzer 2014, S.75).

Zunehmende soziale Isolation

Der überwiegende Teil der empirischen Untersuchungen zu digitalen Medien kommt aus den USA. Auch dort hat sich gezeigt, dass ein Computer zu Hause zu geringeren Schulleistungen führt und dass das Vorhandensein von Computern in der Schule keinen positiven Einfluss auf die Schulleistungen hat (Spitzer 2014, S.85).

Neben der Suchtgefahr ist der negative Einfluss, der sich zum Beispiel in zunehmender sozialer Isolation bemerkbar macht, hinreichend wissenschaftlich belegt (Kraut 1998, Subrahmanyam 2000, Thalemann 2004).

Der angebliche Vorteil, den Martina Muff propagiert, nämlich die Individualisierung des Lernens, kann nicht durch den Computer geleistet werden. Das möchte ich auf das Stärkste betonen. Zur Entwicklung eines jungen Menschen gehört es unabdingbar hinzu, dass er von den Erziehern und Pädagogen als Individualität gesehen wird, was bedeutet: seelisch und geistig gesehen wird, in seiner Eigenart, seiner Art des Denkens und Fühlens, seinen Stärken und Schwächen. Das Band zwischen Erzieher und Kind ist durch nichts zu ersetzen. Eine Maschine – was der Computer immer bleiben wird – kann genau dies nicht leisten!

Darum hoffe ich, dass Deutschland nicht denselben Fehler macht wie Norwegen und dass auch übereifrige PR-Agenten der UMPR-Agentur für Kommunikation daran nichts ändern werden, zumal ihnen jegliche wissenschaftliche Grundlage für ihre Behauptungen fehlt. Die Agentur behauptet auf ihrer Website, dass sie die Trends der Zukunft erkenne (Schule zu Hause: Geht doch auch so (Videos)).

Wenn sie das wirklich täte, würde sie wissen, dass in den USA der neueste Trend ist, die Computer aus den Schulen wieder rauszuwerfen. Gut so! Da können wir uns dann hier in Deutschland diesen Umweg ersparen und viele Kinder und Jugendliche vor unnötigen Schädigungen und Verlusten an Wissen und Denkkraft bewahren.

Literatur:

Nebenwirkung Handy: Schaden Mobiltelefone unserer Gesundheit? von Erik R Huber

Die Lüge der digitalen Bildung: Warum unsere Kinder das Lernen verlernen von Gerald Lembke

Im Netz der Frequenzen: Elektromagnetische Strahlung, Gesundheit und Umwelt. Was man darüber wissen muß von Franz Bludorf

Mythos Mobilfunk: Kritik der strahlenden Vernunft von Werner Thiede

Quellen: PublicDomain/huffingtonpost.de am 02.02.2016

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