Wie Briten und Amerikaner die deutsche Luftwaffe stark machten

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Was nur wenige wissen: britische und amerikanische Firmen erwiesen dem Dritten Reich aktive Hilfe beim Aufbau der Rüstungsindustrie und der Wehrmacht. Ohne diese Unterstützung wäre ein Krieg undenkbar gewesen. In diesem Artikel behandle ich die britisch-amerikanische Unterstützung für die Deutschen beim Aufbau einer modernen Flugzeugindustrie und Luftwaffe.

(Foto: Eine Stuka wird bewaffnet)

William E. Dodd – damaliger US-Botschafter in Berlin – schrieb in seinem Tagebuch, dass am 19. September 1934 nach Deutschland erstklassige, in den USA hergestellte Ausrüstung für Flugzeugwerke im Wert von 1 Mio. $ (damals sehr viel Geld) geliefert wurde. Hjalmar Schacht, der damalige Reichsbankpräsident sowie Reichswirtschaftsminister, bestätigte dies in einem Gespräch mit Dodd. [1] Dies legte den Grundstein für die weitere Entwicklung der deutschen Flugzeugindustrie.

In dieser Zeit bekam Deutschland von den amerikanischen Firmen Pratt & Whitney, Douglas Aircraft Company und Bendix Aviation eine große Zahl von militärischen Patenten. So wurde der berühmte Junkers Ju 87 „Stuka“ nach amerikanischen Technologien gebaut. [2]

Laut dem britischen Handelsministerium (Board of Trade) wurden 1934 von verschiedenen englischen Firmen 96 Flugzeugmotoren geliefert und in den ersten 5 Monaten von 1935 89 Motoren für eine Summe von 199 369 Pfund Sterling. Dabei wurden nur die Motoren gezählt, die offiziell als nach Deutschland gehende Motoren registriert wurden.

Der tatsächliche Umfang der Lieferungen überschreitet die offiziellen Daten bedeutend. So wurden laut dem bekannten britischen Generalmajor, Militärhistoriker und Strategen J. F. C. Fuller in den ersten 8 Monaten von 1934 200 der neuesten Flugzeugmotoren Rolls-Royce Kestrel nach Deutschland geliefert. Im Mai 1934 soll Deutschland 80 Armstrong-Sidley-Motoren gekauft haben, ebenfalls das neueste Modell.

Nach Angaben des britischen Parlaments im Frühling 1935 bestellte Deutschland 3 000 Teile für Flugzeugmotoren, die für Militärflugzeuge bestimmt waren.

Darüber hinaus erwarb Deutschland bei den Briten Lizenzen für die Produktion von ausgereifteren Motortypen für militärische Flugzeuge. Beispielsweise kauften die Bayerischen Motorenwerke (BMW) eine Lizenz für den Bau des 600-PS-Motors Kestrel VI von Rolls-Royce.

Noch größer war der amerikanische Beitrag. Nach Hitlers Machtergreifung fingen die Lieferungen von Flugzeugen und Motoren aus den USA an, stark zu wachsen. Nach Angaben des amerikanischen Senate Special Committee to Investigate the National Defense Program unter Vorsitz von Gerald Nye, wuchs der Exporterlös amerikanischer Flugzeuge und Motoren nach Deutschland wie folgt:

1931 – 2 000 $

1932 – 6 000 $

1933 – 272 000 $

1934 – 1 445 000 $

Die Lieferungen amerikanischer Flugzeugtechnik wuchsen weiterhin.

Die führende Rolle bei den amerikanischen Lieferungen hatte die United Aircraft Corporation und seine Tochterfirma Pratt & Whitney. Im März 1934 wurden BMW 420 amerikanischer Motoren Hornet-D verkauft. Verstärkt versorgten auch andere große amerikanische Unternehmen Deutschland mit Flugtechnik – Curtiss Wright, Sperry Gyroscope, Douglas Aircraft Company u.a. Pratt & Whitney beispielweise verkaufte auch Lizenzen. Im Februar 1933 verkauften sie BMW Lizenzen für den Bau der Motoren Hornet-B. Für den Bau eines Motors sollten 200 $ an die Amerikaner gehen. Als Hitler aber anfing die Wehrmacht wirklich massiv aufzurüsten, machten die Nazis einen Deal mit Pratt & Whitney für über 50 000 $ jährlich, um, so erklärten sie, „sie nicht die genaue Zahl der gebauten Motoren offenlegen wollten.

Infolge von all dem waren 1935 11 von 28 deutschen Militärflugzeugtypen mit amerikanischen oder britischen Motoren der Firmen Rolls-Royce, Armstrong-Sidley, Pratt & Whitney u.a. ausgestattet. [3] Darunter z. B. Junkers Ju 52, Ju 86 und Ju 87, Messerschmitt Bf 109, Heinkel He 70 und Henschel Hs 122. Dazu kommen deutsche Motoren, die nach amerikanischen bzw. britischen Technologien gebaut wurden, wie der BMW 132.

Selbstverständlich, dass die Vertreter dieser westlichen Demokratien aus den lukrativen Geschäften mit dem Dritten Reich keine große Sache machten.

Am 2. Juli 1940 bestätigte der damalige Marineminister der Vereinigten Staaten und Zeitungsverleger Frank Knox dem US-Senat, dass Hunderte erstklassige, in den USA hergestellte Flugzeugmotoren an Hitler geliefert wurden. Der Senator Homer Bone stellte fest, dass amerikanische Industrielle mit der Einverständnis der US-Regierung frei Patente und Baurechte für Motoren der deutschen Regierung verkaufen konnten und somit die Amerikaner dafür verantwortlich waren, die deutsche Luftwaffe in eine Bedrohung zu verwandeln. Hier ein Ausschnitt aus dem Dialog:

Senator Bone: „Als gut informierter Zeitungsverleger muss Ihnen schmerzlich bewusst sein von dem riesigen Aufrüstungsprogramm in der Luft, mit dem Deutschland und Hitler nach seiner Machtergreifung anfingen.“

Knox: „Das ist richtig.“

Bone: „Hatten Sie Gelegenheiten dies zu kommentieren?“

Knox: „Ich tat es viele, viele, viele Male.“

Bone: „Haben Sie jemals in Ihren Schriften, redaktionell oder anderer Weise, die Amerikaner darauf aufmerksam gemacht, dass private amerikanische Flugzeughersteller Hitler bewaffnet haben und ihm die größte Luftflotte Europas verschafften?“

Knox: „Was gemacht haben?“

Bone: „Dass private amerikanische Flugzeughersteller Hitler die größte Luftflotte der Welt verschafften.“

Knox: „Ich weiß es jetzt.“

Bone: „Sie wussten es vorher nicht?“

Knox: „Nein. Ich nehme an, ich denke immer noch, dass ich Recht habe, dass die deutschen Flugzeuge deutscher Konstruktion sind.“

Bone: „Ich weise darauf hin, dass 1934 und 1935 Hitler mit Hunderten von den besten in diesem Land gebauten Flugzeugmotoren versorgt wurde.“

Knox: „Ich weiß, dass sie unsere Motoren kauften, ja.“

Bone: „Sie kauften Hunderte von ihnen.“

Knox: „Ich sah sie selbst in Deutschland.“

Bone: „Viele wurden über die Bayerischen Motorenwerke verkauft.“

Knox: „Ich sah ganze Zugladungen von ihnen.“

Bone: „Nicht nur das, Patentrechte, Baurechte für die Motoren wurden von den amerikanischen Herstellern frei an die deutsche Regierung verkauft mit der Einverständnis unserer Regierung.“

Knox: „Darüber wusste ich nicht Bescheid.“

Bone: „Haben Sie irgendwelche Zweifel darüber?“

Knox: „Ich wusste nicht über die Einwilligung der Regierung Bescheid, ich wusste, dass Motoren verkauft wurden.“

Bone: „Sie sind sich bestimmt bewusst, dass es unter dem Versailler Vertrag verboten ist, Deutschland auf diese Weise wieder zu bewaffnen.“

Knox: „Ja.“

Bone: „Wir sind also dafür verantwortlich, Hitler in eine Bedrohung in der Luft zu verwandeln. Ich wollte es lediglich deutlich machen.“

(Hier nachzulesen (S. 26 u. 27): klicken)

Die damals berühmten Kolumnisten Drew Pearson und Robert S. Allen schrieben über dieses Thema im vierten Teil ihrer The Merry-Go-Round-Serie, die in zahlreichen US-amerikanischen Zeitungen veröffentlicht wurde. Es lohnt sich diese Kolumne zu lesen: hier oder hier.

Nicht zu vergessen ist, dass ohne das Abkommen der Deutschen mit der amerikanischen Standard Oil zur Herstellung von Tetraethylblei (Antiklopfmittel) 1935, die deutschen Flugzeuge kaum in der Lage gewesen wären abzuheben.

Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs, ähnlich sah es auch in anderen Bereichen aus.

Verweise:

[1] Guido G. Preparata – Wer Hitler mächtig machte

[2] Nikolai Starikow – Wer zwang Hitler Stalin anzugreifen?

[3] Igor Pychalow: Der große, verleumdete Führer; Lüge und Wahrheit über Stalin.

Literatur:

Wall Street und der Aufstieg Hitlers von Antony C. Sutton

Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung von Hermann Ploppa

Quellen: PublicDomain/neopresse.com vom 04.08.2015

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