Das dunkelste Geheimnis des D-Days (Videos)

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Wir alle kennen die Geschichte des D-Day, der Landung der Alliierten an den Stränden der Normandie am 6. Juni 1944. Doch am 27. und 28. April 1944 wurde vor der Südküste Englands bei Slapton Sands eine groß angelegte Generalprobe der D-Day-Landungen zu einer Katastrophe, die fast den gesamten Einmarsch in der Normandie in Gefahr brachte.

Bis zum heutigen Tag steht die offizielle Zahl der Todesopfer vom 28. April bei 749 getöteten Männern. Der Historiker Richard Bass untersucht das Geheimnis, die Geheimhaltung und die Kontroversen um die »Übung Tiger« nun genauer. Seine Forschung enthüllt Beweise, daß die Zahl der Todesopfer womöglich viel höher ist, als die offizielle Schilderung angibt.

→ Video 1: Secret D-Day Disaster – part 1/2
→ Video 2: Secret D-Day Disaster – part 2/2

Während der 40. Jahrestag des D-Day naht (Anm.: Verfasst am 8. Mai 1984), erinnern sich die Engländer an das »dunkelste Geheimnis« der Invasion, die Nacht, als deutsche Torpedoboote in eine nebelverhangene Bucht an der englischen Kanalküste schlüpften und drei Landungsboote torpedierten, die für den Angriff in der Normandie übten. (Anm.: In Amerika wurden die feindlichen deutschen Schnellboote »torpedo boats« genannt.)

Mindestens 749 GIs wurden getötet, mehr als die Zahl, die fünf Wochen später bei der echten Landung starben, als ihre Einheiten auf (Anm.: einem französischen Küstenabschnitt mit dem Decknamen) »Utah Beach« an Land stürmten.

Der Angriff war so verheerend, daß General Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der Alliierten, anordnete, ihn geheim zu halten. Die Opfer wurden in Massengräbern verscharrt und ihre Familien erfuhren die Wahrheit erst nach dem Krieg.

Es war kurz nach Mitternacht am 28. April 1944, als der Konvoi der Landungsboote an der Küste von Devon langsam in die Bucht Lyme tuckerte.

An Bord waren Soldaten der 4. US-Division, vor allem Ingenieure mit schweren Rucksäcken, die in den frühen Morgennebel spähten. Das Ziel Slapton Sands wurde wegen seiner Ähnlichkeit mit »Utah Beach« gewählt.

Um ca. 1:30 Uhr fuhren zwei kleine Flotten feindlicher deutscher E-Boote, wie die Torpedoboote genannt wurden, in die Bucht und ließen auf den Konvoi eine Reihe von Torpedos los. (Anm.: In England wurden die feindlichen deutschen Schnellboote »E-boats« genannt, »enemy boats«.) Während die E-Boote wendeten und flohen, gab es Blitze, Gedröhne und Schreie (flashes, booms and shouts).

Drei Landungsboote wurden getroffen. Zwei sanken.

»Mindestens 1000 Meter achtern von uns konnte man einen Jeep durch die Luft fliegen sehen«, erinnert sich Manny Reuben, ein Signalmann (signalman) der US-Marine auf einem der Schiffe.

»Am Rande davon konnte man schwarze Punkte sehen, die, wie wir wußten, Männer waren. Es war wie die Hölle, wie der Alptraum jedes Seemanns.«

Diejenigen, die nicht in den Explosionen getötet wurden, ertranken unter dem Gewicht der Ausrüstung oder verbrannten, als sich brennendes Benzin über das Wasser ergoß.

»Als es heller wurde, kam für uns der schrecklichste Anblick«, sagte Reuben. »So weit man ins Meer blicken konnte, schwammen da Männer — Leichen.«

Aufzeichnungen der US-Armee zeigen einen Verlust von mindestens 749 Männern, doch der Rechercheur, der sie in einer Akte anlegte, sagte, »sie sind womöglich nicht unvollständig«.

Gordon Harrison sagte 1951 in »Cross-Channel Attack«, seiner offiziellen D-Day-Geschichte der US-Armee, das Fiasko der »Übung Tiger« (»Exercise Tiger«) war »im Hinblick auf den allgemeinen Mangel an Landungsbooten besonders kritisch.

General Eisenhower berichtete dem gemeinsamen Planungsstab (combined chiefs of staffs), daß der Untergang den Überschuß der LSTs — Landungsboote — auf nichts reduzierte.« (Anm.: LST ist die Abkürzung für »Landing Ship, Tank«, Panzerlandungsschiff.)

Doch wegen der Geheimhaltung — die so streng war, daß die Überlebenden in einem Isolationslager festgehalten wurden — wußten die Deutschen nicht, wie tödlich sie gewesen waren. (Anm.: Trotz erbeuteter Pläne, die auf die bevorstehende Landung hinwiesen?)

Hans Schirren, einer der Schnellbootkommandanten, erfuhr es erst in diesem Jahr, als sich eine britische Fernsehgesellschaft mit ihm in Verbindung setzte, die für einen Dokumentarfilm recherchierte. Er lehnte es ab, interviewt zu werden, schrieb aber: »Zu meiner großen Überraschung habe ich nun von Ihnen erfahren, daß in der letzten Nacht in Lyme Bay etwa 750 Menschen ums Leben kamen. (Anm.: Wurde dies 2004 in der Dokumentation mit Hans Schirren erwähnt?) Bitte erlauben Sie mir zu sagen, daß ich über die schweren Verluste sehr traurig bin.«

Die (Anm.: nicht auffindbare) Dokumentation »Sands of Silence«, die vom britischen Sender INDEPENDENT TELEVISION NETWORK ausgestrahlt wurde, bezeichnete »Übung Tiger« als »einen erstaunlichen Katalog an Inkompetenz und Mißverständnissen«.

Die Übung wurde mit scharfer Munition durchgeführt. Als ein Munitionslastwagen explodierte, wurden 50 GIs getötet. Zwei junge Schüler wurden getötet, als sie eine Handgranate fanden und den Stift zogen.

In der Nacht der Landung kollidierte ein Geleitzerstörer mit einem Sturmschiff und mußte in den Hafen zurückkehren. Der Operation blieb nur eine Begleitung, die britische Korvette »HMS Azalea«. (Anm.: Die HMS Azalea war eine Korvette der Blumenklasse, auch Gladiolenklasse genannt. Der Gattungsbegriff Blume entstammt der Verwendung von Blumennamen für Schiffe dieser Klasse.) Inzwischen gingen am Strand Lieferungen verloren und es gab schreckliche Massenkarambolagen.

Als die Dokumentation für die Anwohner in Devon ausgestrahlt wurde, enthüllte eine von ihnen, Dorothy Seekings aus Stoke Fleming in der Nähe von Dartmouth, einen der grausigsten Aspekte dessen, was die Londoner DAILY MAIL »D-Day’s Darkest Secret« nannte. (Anm.: Der Artikel ist nicht auffindbar.)

Sie schrieb einer Lokalzeitung und sagte, sie erinnerte sich, in einem Feld etwa zwei Meilen von ihrem Haus »Dutzende« Leichen von GIs in Massengräbern aufgestapelt gesehen zu haben.

Dorothy Seekings, jetzt 64, war in jenem Frühling 23 und lieferte an die in der Nähe von ihrem Haus stationierten Soldaten Brot und Donuts. Sie reiste mit einem speziellen Pass und wurde von einem Soldaten in einem Armeelastwagen mitgenommen. Kurz nachdem er sie mitnahm, bog er an den Straßenrand und sagte, er hätte eine Lieferung zu machen.

»Ich dachte, es wäre Munition oder so«, erinnert sie sich.

»Erst als ich ausstieg und hinten um den Wagen ging, sah ich all diese Toten einen auf dem anderen hinten auf dem LKW liegen«, erklärte sie ASSOCIATED PRESS.

Abseits der Straße grub eine Gruppe Soldaten in einem Feld, »und ich konnte die aufgehäufte Erde im Feld sehen, und sie kamen heraus und trugen diese Männer ins Feld«.

Eine Sprecherin des »U.S. Army Military History Institute« in der Kaserne Carlisle in Pennsylvania, die zu Dorothy Seekings’ Schilderung befragt wurde, bestätigt deren Richtigkeit.

»Etwa die Hälfte der Opfer wurde nie gefunden und der Rest wurde am nächsten Tag in einem Feld in Devon begraben«, sagte die Sprecherin, die nicht genannt werden wollte. »Nach dem Krieg wurden sie exhumiert und und gemäß den Wünschen ihrer nächsten Angehörigen auf andere Friedhöfe verlegt.«

Am Strand in der Nähe von Plymouth wurde ein Obelisk errichtet und seine Gedenktafel dankt den Menschen in South Devon für ihre Geduld und Opfer während der Vorbereitungen für die D-Day-Landungen.

Eine Katastrophe, von der die Menschen vor Ort als die dunkelste Stunde der Invasion sprechen, wird aber mit keinem Wort erwähnt.

Sie finden Sie den Originalartikel unter unterschiedlichen Überschriften nur als Scan, zum Beispiel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Literatur:

Wiederkehr der Hasardeure: Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute von Wolfgang Effenberger

Die deutschen Katastrophen 1914 bis 1918 und 1933 bis 1945 im Großen Spiel der Mächte von Andreas von Bülow

Wall Street und der Aufstieg Hitlers von Antony C. Sutton

Quelle: criticomblog.wordpress.com vom 10.06.2014

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