
In Frankreich sorgen ausgefallene Atomkraftwerke für Engpässe in der Stromversorgung. Grund waren die tiefen Temperaturen in den vergangenen Tagen, die für eine hohe Belastung des europäischen Verbundnetzes sorgten.
Die Versorgungsengpässe in Frankreich wurden durch Stromimporte bekämpft – auch aus Deutschland. Französische und deutsche Netzbetreiber sprechen zwar von einer „herausfordernden Situation“, geben aber dennoch an, dass eine Gefährdung der Stromversorgung in Deutschland „sehr unwahrscheinlich“ sei.
Nichtsdestotrotz beweisen die Stromausfälle in Frankreich, dass auch die mitteleuropäische Energieversorgung nicht unfehlbar ist.
Stromausfall in Deutschland: Die wichtigsten Vorkehrungen im Überblick
Hierzulande dauern Stromausfälle im Durchschnitt rund 10 Minuten. Eine Überlastung der heimischen Stromversorgung durch Unwetter oder Bauarbeiten und Kabelreparaturen gehören zu den häufigsten Ursachen. Um den Grund für einen Stromausfall herauszufinden, sollte man zunächst den eigenen Sicherungskasten prüfen.
Ist hier alles in Ordnung, sollte man einen Blick aus dem Fenster werfen: Sind auch alle anderen Gebäude in der Straße dunkel und ist auch die Straßenbeleuchtung ausgefallen, kann man von einem örtlichen Stromausfall ausgehen. Ein Anruf beim Stromversorger gibt Gewissheit – es lohnt sich, die Telefonnummer des Versorgers im Handy einzuspeichern oder sie griffbereit zu haben (Krisenvorsorge: Lebensmittel ohne Strom und Gas zubereiten).
Daraufhin kann man sich Schritt für Schritt durch den Stromausfall hangeln:
Für Licht sorgen
Da man nicht davon ausgehen kann, dass Stromausfälle nur tagsüber passieren, sollte man neben einer Taschenlampe mit einem ausreichenden Vorrat an Batterien auch Kerzen sowie Streichhölzer und Feuerzeuge bereithalten. Auch eine Kurbel-Taschenlampe oder eine Kurbel-Laterne sorgen ohne Strom für Licht.
Elektrogeräte ausschalten
Da man nicht wissen kann, wie lang der Stromausfall andauern wird, sollte man im zweiten Schritt alle Elektrogeräte von der Stromversorgung trennen. Andernfalls kann es zu Spannungsspitzen kommen, sobald der Strom wieder läuft.



Handy und Radio bereithalten
Handy und Radio sind bei einem länger andauernden Stromausfall die effizientesten Möglichkeiten zur Nachrichtenversorgung. Mit Ersatzakkus oder solarbetriebenen Batterieladegeräten können Sie diese Geräte eine Weile am Laufen halten. Mit dem Cougar kann man selbst Strom erzeugen. Auch ein batteriebetriebenes Radio oder ein Solar-Radio erweisen sich als hilfreich.
Essen beim Stromausfall
Je nach dem, wie lange der Stromausfall andauert, werden Sie sich auch ohne Strom eine Mahlzeit zubereiten müssen. Ein Campingkocher erweist sich hierfür als ebenso nützlich wie ein Garten- oder Tischgrill. Nutzen Sie Ihren Gaskocher nur im Freien – ansonsten droht Erstickungsgefahr.
Halten Sie für diesen Fall Konserven oder besser Langzeitnahrungsmittel bereit, da diese sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen. Unter Umständen werden Sie früher oder später auch ihr Trinkwasser abkochen müssen – gehen Sie also sparsam mit den Gas- und Petroleumvorräten um.
Halten Sie sich warm
Gerade im Winter fehlt es bei einem Stromausfall nicht nur an Licht, sondern auch an Wärme. In erster Linie können Sie sich mit einer zusätzlichen Kleidungsschicht warmhalten – darüber hinaus sollte auch ein ausreichender Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz vorhanden sein, den sie im Ofen oder im Kamin verfeuern können.
Wir empfehlen den Petroleumofen, denn damit können Sie Ihre Wohnung tagelang unabhängig heizen und auch den Brennstoff Alkan im Vorfeld in ausreichender Menge einlagern. Ein Notstromaggregat erweist sich als vorteilhaft – auch dieses sollte jedoch nur im Freien verwendet werden (Krisenvorsorge: Dauer-Stromausfall – Energie einfach und günstig selbst produzieren).



Woran denkt man nicht bei einem Stromausfall?
Bei einem Stromausfall vermisst man in erster Linie das Licht, den Fernseher und die Möglichkeit, das Smartphone aufzuladen. Dabei vergisst man schnell, dass in unserer modernen Welt fast alles mit Strom funktioniert. Denken Sie deshalb auch an folgende Vorräte:
Bargeld: Ohne Strom funktionieren auch Geldautomaten nicht. Halten Sie deshalb für länger andauernde Stromausfälle eine entsprechende Bargeldreserve bereit.
Heizung: Nicht nur Elektroheizungen, sondern auch Öl- und Gasheizungen werden mit Strom betrieben. Eine kurzfristige Abhilfe gegen ausgefallene Heizungen existiert leider nicht – rüsten Sie Ihr Zuhause deshalb schon vor einer möglichen Krise mit einem Ofen oder Kamin mit entsprechendem Vorrat an Brennmaterial, einem Notstromaggregat oder zumindest einen Notofen auf.



Kühlschrank: Auch der Kühl- und Gefrierschrank wird bei einem Stromausfall seinen Dienst quittieren. Im Winter können Sie zumindest die Lebensmittel aus dem Kühlschrank draußen lagern. Für die Lebensmittel aus dem Gefrierschrank halten Sie am besten Tiefkühltaschen und Kühlakkus bereit (Krisenvorsorge: Der perfekte Fluchtrucksack (Video)).
Ihre Ernährung sichern Sie am besten mit den Langzeitnahrungmitteln; diese können auf lange Zeit vom Strom unabhängig gelagert werden und sichern in Notzeiten eine unabhängige Versorgung.
Wasser: Auch die Trinkwasserversorgung kann durch einen Stromausfall beeinträchtigt werden. Halten Sie deshalb einen Vorrat an Trinkwasser bereit und kochen Sie das Wasser aus der Leitung gegebenenfalls vor Gebrauch ab.